Das Medium eignet sich besonders für den Religionsunterricht, da Cybermobbing grundlegende ethische und religiöse Fragestellungen nach Menschenwürde, Verantwortung, Nächstenliebe, Gerechtigkeit, Vergebung und Zivilcourage aufgreift. Die Unterrichtseinheiten fördern die Fähigkeit der Lernenden, digitale Kommunikationsformen kritisch zu reflektieren und deren Auswirkungen auf das Zusammenleben wahrzunehmen. Gleichzeitig werden Empathie, Perspektivwechsel und moralische Urteilsfähigkeit gestärkt.
Methodisch überzeugt das Material durch seinen abwechslungsreichen Aufbau aus Filmimpuls, Unterrichtsgespräch, Gruppenarbeit, Perspektivübernahme, Brainstorming und gemeinsamer Ergebnissicherung. Der emotionale Einstieg über einen Kurzfilm erleichtert den Zugang zum Thema und aktiviert die Vorerfahrungen der Lernenden. Die anschließende Gruppenarbeit ermöglicht eine intensive Auseinandersetzung mit unterschiedlichen Rollen im Cybermobbing und fördert kooperatives Lernen sowie die Fähigkeit zum Perspektivwechsel. Die Präsentation und Zusammenführung der Ergebnisse unterstützt die Entwicklung eines gemeinsamen Verständnisses für die komplexen Zusammenhänge von Cybermobbing.
Im zweiten Unterrichtsteil stehen Prävention und Handlungskompetenz im Mittelpunkt. Die Lernenden entwickeln eigenständig Ideen für einen verantwortungsvollen Umgang mit digitalen Medien und formulieren gemeinsam Regeln für ihre Schulgemeinschaft. Dadurch wird Partizipation gefördert und die Bereitschaft gestärkt, Verantwortung für ein wertschätzendes Miteinander zu übernehmen. Besonders im Religionsunterricht lassen sich Bezüge zu biblischen Erzählungen, zur Goldenen Regel, zum Gebot der Nächstenliebe oder zu Fragen von Schuld, Versöhnung und Verantwortung herstellen. Das Medium eignet sich sowohl für einzelne Unterrichtsstunden als auch für Unterrichtsreihen zu den Themen Medienethik, Gewaltprävention, Gemeinschaft, Menschenwürde oder digitale Lebenswelten. Es kann ebenso fächerübergreifend mit Ethik, Sozialkunde oder Medienbildung eingesetzt werden.
In Teil I sehen die Lernenden den Kurzfilm „Let’s Fight it Together“ (online verfügbar), der ein authentisches Beispiel von Cybermobbing zeigt. Im Anschluss sammeln sie Eindrücke, beschreiben den Handlungsverlauf und diskutieren, was Cybermobbing ausmacht. Danach arbeiten sie in Gruppen aus Sicht von Opfern, Täter:innen und Mitläufer:innen, analysieren reale Folgen und erstellen ein Schaubild, das die Auswirkungen dieser Dynamik sichtbar macht.
Teil II des Moduls zielt auf die Entwicklung konkreter Handlungsmöglichkeiten: In einem Schreibbrainstorming werden Ideen zur Prävention gesammelt (z. B. Handynutzung, Umgang auf dem Schulhof oder in sozialen Medien). Die Klasse formuliert gemeinsam Regeln, reflektiert sie kritisch und einigt sich schließlich auf eine verbindliche Klassenvereinbarung, die sichtbar aufgehängt wird – idealerweise mit freiwilliger Unterschrift.
Im katholischen Religionsunterricht bietet dieses Modul Anknüpfungspunkte zu den Themen Menschenwürde, Nächstenliebe, Gerechtigkeit, Schuld und Vergebung. Die Lernenden setzen sich mit Fragen nach verantwortungsvollem Handeln im digitalen Raum auseinander, lernen, Verantwortung für sich und andere zu übernehmen, und stärken ihre sozialen Kompetenzen. Auch das Prinzip der christlichen Gemeinschaft als Ort gegenseitiger Achtung wird praktisch erfahrbar gemacht.
Das Material eignet sich für Einheiten zu Medienethik, Klassengemeinschaft, Gewaltprävention oder zur Begleitung aktueller Konflikte. Es kann auch fächerübergreifend (z. B. mit Deutsch, Sozialkunde, Ethik oder Medienbildung) eingesetzt werden.