Der Impuls ist auf eine Unterrichtsstunde (ca. 45 Minuten) angelegt und gliedert sich in vier klar abgegrenzte Phasen: Zunächst bearbeiten die Lernenden in Kleingruppen ein Arbeitsblatt, das sie zur Sammlung von Entstehungsgründen und Anzeichen von Armut anregt. In einer anschließenden moderierten Klassendiskussion (zweimal 10 Minuten) gehen sie der Frage nach, welche Ursachen von Armut es gibt und wie man Armut erkennen kann. Jede Diskussionsrunde wird durch ein Protokoll begleitet, um die Ergebnisse zu sichern. Es schließt sich eine Zusammenführung der Gruppenergebnisse an der Tafel an, bei der zusätzliche Impulse gegeben und Erkenntnisse ergänzt werden können. Abschließend formuliert die Klasse zu jeder der beiden Leitfragen ein gemeinsames Statement, das die Diskussionsergebnisse bündelt.
Didaktisch verfolgt der Impuls das Ziel, die Schüler:innen zu einer reflektierten und empathischen Auseinandersetzung mit dem Thema Armut zu befähigen. Dabei steht nicht nur die Wissensvermittlung im Fokus, sondern vor allem die Förderung von Dialogfähigkeit, Perspektivübernahme und sozialem Urteilsvermögen. Die Diskussion kann – und darf – durchaus kontrovers und emotional verlaufen, solange sie von gegenseitigem Respekt geprägt ist. Unterstützend stehen eine Kopiervorlage für das Brainstorming sowie eine Liste mit Vorschlägen zu Ursachen und Symptomen von Armut zur Verfügung, um insbesondere zurückhaltendere Lerngruppen in ihrer Auseinandersetzung zu stärken.
Im katholischen Religionsunterricht lässt sich der Impuls auf vielfache Weise verankern. Er greift zentrale Aspekte der katholischen Soziallehre auf, insbesondere das Prinzip der Solidarität und die „Option für die Armen“. Gleichzeitig eröffnet er Anknüpfungspunkte zu biblischen Texten, etwa dem Gleichnis vom Weltgericht (Mt 25) oder dem Magnificat (Lk 1), und stellt einen unmittelbaren Bezug zur Lebenswelt der Schüler:innen her. Damit leistet der Impuls einen wertvollen Beitrag zur werteorientierten Bildung im Religionsunterricht und bietet eine praxisnahe Gelegenheit, soziale Verantwortung und christliches Handeln im Schulalltag konkret werden zu lassen.