Das Material sensibilisiert für zentrale Begriffe wie „Kirche“, „Gebet“, „Nächstenliebe“ und „Glaube“ und lädt die Lernenden ein, sich mit der Vorstellung auseinanderzusetzen, dass Christus im Leben gegenwärtig sein kann – und zwar in konkreten Begegnungen (vgl. Mt 25,40: „Was ihr dem Geringsten meiner Brüder getan habt…“), in gemeinschaftlichem Handeln, in Stille und Meditation sowie im sozialen Engagement. So entsteht ein weit gefasster spiritueller Lernraum, in dem der Glaube nicht nur gedacht, sondern auch ausprobiert, angezweifelt und gelebt werden darf.
Die Lehrkraft wird dabei ausdrücklich ermutigt, diesen Unterricht nicht zu enttheologisieren oder auf reine Wertevermittlung zu reduzieren. Vielmehr geht es darum, – mit Augenmaß und persönlicher Authentizität – Räume für Besinnung, geistliche Tiefe und ehrliche Fragen zu eröffnen. In einem durchdacht komponierten Spannungsfeld zwischen theologischer Reflexion (etwa über das Kirchenverständnis), praktischer Erfahrung (z. B. soziales Handeln) und persönlicher Spiritualität (z. B. Formen des Betens) erschließt sich das Thema schrittweise.
Das Modul betont außerdem, dass nicht jede Unterrichtsstunde von äußeren Erfolgen oder schnellen Antworten geprägt sein muss. Gerade in Grenzthemen wie Glaube, Gegenwart Gottes oder Anfechtung steckt ein pädagogisches Potenzial, das über intellektuelle Diskussion hinausgeht – und das mit Ernsthaftigkeit und Vertrauen erschlossen werden will. Texte wie das apostolische Schreiben Amoris laetitia oder auch kritische Impulse von Rudolf Bultmann ergänzen die Perspektiven und regen zur Auseinandersetzung mit zeitgenössischem Glaubensverständnis an.
Ziel ist es, die Schülerinnen und Schüler für ein vielschichtiges und zugleich persönliches Verständnis christlicher Gegenwartserfahrung zu öffnen. Sie sollen erleben, dass Kirche nicht nur Institution, sondern auch lebendige Gemeinschaft sein kann, dass Beten möglich ist – auch ohne perfekte Formulierungen –, und dass Glaube nicht in der Abwesenheit von Zweifel, sondern im Mut zum Vertrauen seinen Ausdruck findet.