1. Einleitung
Franz von Assisi gilt als eine der am besten dokumentierten Gestalten des Mittelalters.
Er ist populär, wird aber auch oft missverstanden oder vereinnahmt – insbesondere im Hinblick auf seine Haltung zur Natur.
2. Kritik an Klischees
Franziskus wird häufig auf einen „Öko-Heiligen“ reduziert.
Diese Sichtweise blendet seine tiefe Spiritualität und seinen Schöpfungsglauben aus, der Gott als Schöpfer im Zentrum sieht.
Seine Naturverbundenheit war theologisch motiviert – nicht weltlich oder ideologisch.
3. Biografische Eckpunkte
Kam aus reichem Elternhaus (Vater: Tuchhändler).
Führte zunächst ein genussvolles, weltliches Leben, nahm an einem Kreuzzug teil.
Bruch mit dem alten Leben: Übergabe allen Besitzes an den Vater in dramatischer Szene (unter Zeugen).
Konsequente Hinwendung zu einem Leben in Armut, Gehorsam und Keuschheit.
4. Franziskus als Kirchenreformer
Ziel: Rückkehr zum Evangelium durch persönliche Nachfolge Jesu.
Sanierung einer Kirche zunächst wörtlich verstanden, später als Symbol für kirchliche Erneuerung.
War kein Rebell gegen die Kirche, sondern handelte stets im Gehorsam gegenüber dem Papst.
5. Umgang mit Natur
Franziskus sprach von „Bruder Sonne“ und „Schwester Mond“ (Sonnengesang).
Personalisiert die Natur als Mitgeschöpfe – Ausdruck seiner Schöpfungstheologie.
Unterschiede zur heutigen Umweltbewegung: Diese blendet oft Gott und den Menschen als Geschöpf aus.
Franziskus mahnt zur Achtung der Schöpfung aus Liebe zu Gott und zum Nächsten.
6. Armut und Konsumkritik
Armut ist für Franziskus kein Selbstzweck, sondern Ausdruck von Freiheit und Christusnachfolge.
Kritik am Konsumismus und Impulse für heutige Bewegungen wie Minimalismus.
Weniger Besitz = mehr Freiheit – auch geistlich.
7. Nachhaltige Wirkung
Der Verzicht auf das Erbe ermöglichte die Gründung des Franziskanerordens.
Bis heute wirkt sein Erbe durch viele soziale, caritative und missionarische Einrichtungen.
Auch Papst Franziskus bezieht sich ausdrücklich auf diesen Heiligen.