Das Medium eignet sich besonders für den Religionsunterricht der Sekundarstufe, um die Berufung der Apostel, das Verständnis von Nachfolge sowie die Anfänge der Kirche zu erschließen. Zu Beginn können die Lernenden ihre Vorstellungen über die Apostel zusammentragen und bekannte Namen sowie Aufgaben sammeln. Während des Videos können Arbeitsaufträge eingesetzt werden, bei denen die Lernenden die Beweggründe Jesu für die Auswahl der zwölf Apostel, deren Sendung sowie ihre Bedeutung für die Kirche herausarbeiten. Im Anschluss bietet sich eine Gruppenarbeit an, in der verschiedene Apostel oder Themen wie Berufung, Nachfolge, Sendung, Versagen und Verantwortung vertieft werden. Ebenso eignet sich das Medium für einen Vergleich zwischen der Berufung der Apostel und der eigenen Lebenswirklichkeit der Lernenden. Leitfragen wie die persönliche Berufung, Verantwortung für andere oder das Eintreten für den eigenen Glauben fördern die Reflexion über die Bedeutung christlicher Nachfolge in der Gegenwart. Das Video unterstützt die Kompetenz, biblische Texte historisch und theologisch einzuordnen, unterschiedliche Rollen innerhalb der Jüngergemeinschaft zu erkennen und die Entstehung der Kirche aus den Ereignissen um Ostern und Pfingsten nachzuvollziehen. Darüber hinaus bietet es zahlreiche Anknüpfungspunkte für Gespräche über Gemeinschaft, Vertrauen, Mut, Scheitern und Neuanfang.
Berufung und Bedeutung der Zwölf Apostel
Im Mittelpunkt des Beitrags steht die Berufung der Zwölf Apostel durch Jesus. Der Neutestamentler Prof. Lothar Wehr erläutert, dass Jesus gezielt zwölf Männer aus verschiedenen gesellschaftlichen, politischen und kulturellen Gruppen Israels auswählte. Die Zwölf repräsentieren das ganze Volk Israel, symbolisch in Anlehnung an die zwölf Stämme. Dabei geht es nicht um willkürliche Auswahl, sondern um ein bewusstes Sammeln und Zusammenführen des gesamten Judentums.
Wesen der Berufung:
Die Initiative zur Nachfolge geht von Jesus aus. Niemand macht sich selbst zum Jünger – Berufung geschieht durch Jesus und betrifft letztlich alle Christen. Jeder ist gerufen, im eigenen Leben Zeugnis von Jesus zu geben, wenn auch auf unterschiedliche Weise.
Hierarchie unter den Aposteln:
Innerhalb der Jüngerschaft gab es eine gewisse Rangordnung: Petrus hatte eine herausgehobene Rolle als Sprecher, gefolgt von Jakobus, Johannes und Andreas. Manche Apostel, wie Johannes und Jakobus, bekamen Beinamen – etwa „Donnersöhne“ – möglicherweise als Hinweis auf ihr Temperament.
Das Scheitern der Jünger:
Besonders das Markusevangelium betont die Schwächen der Apostel – ihre Feigheit, ihr Versagen, besonders in der Passion Jesu. Das soll dem Leser zeigen: Auch ein Jünger kann scheitern, und dennoch zur Nachfolge berufen sein. Die Jünger sind Spiegelbilder für die Gläubigen.
Zweck der Berufung:
Jesus beruft die Zwölf zunächst, damit sie „bei ihm sind“ – also in enger Gemeinschaft mit ihm leben – und später, um sie auszusenden zur Verkündigung und zum Exorzismus. Sie sollen seine Botschaft weitertragen und das Reich Gottes verkünden.
Beziehung zur Kirche:
Jesus hat nicht direkt eine Kirche gegründet, aber durch den Zwölferkreis, das letzte Abendmahl und die Sendung Hinweise auf die spätere Kirche gegeben. Mit Pfingsten, der Gabe des Heiligen Geistes, beginnt die Kirche als „Leib Christi“.
Neuer Fokus nach Ostern:
Nach Jesu Tod und Auferstehung wird nicht mehr primär das Reich Gottes, sondern Jesus selbst – sein Tod und seine Auferstehung – Inhalt der Verkündigung. Das unterscheidet den christlichen Glauben von anderen Religionen.
Martyrium als Teil der Nachfolge:
Der Tradition nach starben fast alle Apostel den Märtyrertod. Das zeigt: Nachfolge kann Leiden und Tod bedeuten – aus Liebe, Solidarität und Überzeugung. Auch heute noch werden Christen in vielen Ländern verfolgt.
Didaktischer Hinweis:
Diese Zusammenfassung bietet eine gute Grundlage für eine Unterrichtseinheit über Nachfolge, Berufung und Kirche. Sie kann ergänzt werden durch biblische Textarbeit (z. B. Mk 3,13–19), Gruppenarbeit zu den Aposteln, Diskussion über heutige Formen der Berufung oder das Martyrium, und durch eine Auseinandersetzung mit dem Selbstverständnis der Kirche.
Fragestellungen zum Video mit Antworten
Warum berief Jesus genau zwölf Apostel?
Die Zahl zwölf erinnert an die zwölf Stämme Israels. Sie macht deutlich, dass Jesus ganz Israel sammeln und erneuern wollte.
Nach welchen Kriterien wählte Jesus die Apostel aus?
Die Evangelien nennen keine genauen Auswahlkriterien. Das Video erklärt jedoch, dass die Apostel unterschiedliche Gruppen des Judentums repräsentierten und vermutlich auch aufgrund ihrer persönlichen Fähigkeiten berufen wurden.
Was bedeutet Berufung im christlichen Verständnis?
Berufung bedeutet, dass der Mensch von Jesus angesprochen und eingeladen wird, ihm nachzufolgen und seinen Glauben im Leben zu verwirklichen.
Welche besondere Rolle spielte Petrus?
Petrus nimmt in den Evangelien eine herausgehobene Stellung ein. Er wird häufig als Sprecher der Apostel dargestellt und steht in den Apostellisten an erster Stelle.
Warum werden Johannes und Jakobus Donnersöhne genannt?
Der Beiname könnte auf ihr leidenschaftliches und temperamentvolles Wesen hinweisen. Eine eindeutige Erklärung gibt es jedoch nicht.
Warum verschweigt das Markus Evangelium das Versagen der Apostel nicht?
Markus zeigt, dass auch enge Begleiter Jesu Fehler machen und scheitern können. Dadurch werden die Apostel zu Vorbildern und zugleich zu Menschen, mit denen sich die Lernenden identifizieren können.
Welche Aufgaben erhielten die Apostel?
Sie sollten mit Jesus leben, seine Botschaft kennenlernen, das Reich Gottes verkünden und den Glauben nach Ostern weitergeben.
Welche Bedeutung haben die Apostel für die Kirche?
Die Apostel bilden den Grundstein der späteren Kirche. Nach Ostern und besonders nach Pfingsten tragen sie die Botschaft Jesu in die Welt.
Warum ist Pfingsten für die Kirche so wichtig?
Mit dem Empfang des Heiligen Geistes beginnt die öffentliche Verkündigung des Glaubens. Deshalb gilt Pfingsten als Geburtstag der Kirche.
Welche Bedeutung hat die Nachfolge Jesu heute?
Christliche Nachfolge bedeutet auch heute, Verantwortung zu übernehmen, den Glauben glaubwürdig zu leben und sich für Mitmenschen einzusetzen. Jede und jeder Christ ist eingeladen, die Botschaft Jesu im Alltag sichtbar werden zu lassen.