Wallfahrt im Trend
Im Gespräch mit Pater Hermann Josef Rupka, Wallfahrtsseelsorger im Gnadenort Waghäusel, wird ein auffälliger Kontrast thematisiert: Während die Kirchenbesucherzahlen in deutschen Bistümern stark rückläufig sind (in 14 von 27 Bistümern liegt der Sonntagsbesuch unter 10 %), erleben Wallfahrtsorte einen regelrechten Boom – quer durch alle Altersgruppen.
Spirituelle Sehnsucht: Viele Menschen verspüren eine innere Suche nach Sinn, Transzendenz und Gnade – bewusst oder unbewusst.
Rückzug aus dem Alltag: Wallfahrten ermöglichen das bewusste Heraustreten aus dem Alltag und schaffen Räume für Reflexion, Gebet und Stille.
Atmosphäre und Gemeinschaft: Selbst Menschen ohne feste Glaubensbindung spüren die spirituelle Tiefe an solchen Orten.
Es wird unterschieden zwischen „Wallfahrtsbesuch“ (z. B. mit dem Bus) und intensiveren Formen wie Fußwallfahrten über Tage hinweg, bei denen ein tiefer spiritueller Prozess in Gang kommen kann.
Anliegen der Pilger reichen von Prüfungsangst, Krankheit, familiären Sorgen bis hin zur Suche nach innerem Frieden oder einem guten Lebensweg. Auch junge und internationale Pilger sind zunehmend vertreten – Ausdruck eines möglichen geistlichen Aufbruchs.
Pater Rupka empfiehlt:
Wallfahrtsbeichte als Gelegenheit zur Umkehr.
Integration in den Alltag: Spirituelle Erfahrungen der Wallfahrt sollten behutsam und achtsam mitgenommen werden, ohne andere zu überfordern. Die Erinnerung an das Erlebte kann als innerer „roter Faden“ im Alltag dienen.
Für Lehrkräfte bietet der Beitrag Impulse, um mit Schüler:innen über Themen wie Spiritualität heute, religiöse Praxis im Wandel, Sinnsuche oder religiöse Orte als Erfahrungsräume zu sprechen.