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Kirche in Not

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Glaube und Vernunft Teil 2

Veröffentlichung:5.3.2021

Glauben heißt: nicht wissen. So lautet ein gängiges Klischee. Mehr noch: Glaube und Wissen, Glaube und Vernunft stehen sich als Gegensatzpaar diametral gegenüber. Und das ist der Grund, warum viele rational denkende Menschen Probleme mit dem christlichen Glauben, mit Religion überhaupt haben. Die Frage nach der Vereinbarkeit von Glaube und Vernunft ist also von zentraler Bedeutung für die Verkündigung der Kirche im 21. Jahrhundert. Zweiter von zwei Teilen eines Gesprächs mit dem Philosophen Josef Bordat. www.katholisch.tv (2020)


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1. Glaube braucht Vernunft – und umgekehrt

Verbrechen im Namen der Religion sind nicht automatisch Ausdruck der Religion selbst, sondern oft Verstöße gegen deren Grundprinzipien. So habe z. B. die Christenheit historisch unchristlich gehandelt.

Der Glaube bedarf der vernünftigen Auslegung (Hermeneutik), etwa im Umgang mit der Bibel. Die Theologie bietet dafür das Instrumentarium.

Auch der Islam habe eine theologische Tradition, die zu stärken sei – etwa durch historisch-kritische Auslegung des Koran. Diese muss allerdings in Moscheen und Gemeinden hineingetragen werden.

2. Glaube und Wissenschaft – kein Widerspruch

Der Fall Galilei ist kein Beweis für Wissenschaftsfeindlichkeit der Kirche. Der Konflikt betraf methodische Fragen und Galileis Anspruch, seine Theorie als Tatsache zu verkünden.

Viele große Wissenschaftler waren gläubige Menschen (z. B. Kopernikus, Newton, Mendel, Lemaitre).

Wissenschaft und Glaube betrachten die Welt aus unterschiedlichen Perspektiven – die sich ergänzen können. Während die Wissenschaft nach dem "Wie", fragt die Religion nach dem "Warum".

3. Kritik am Relativismus

Relativismus verneint absolute Wahrheiten – auch in Bezug auf Gott.

Für Christen ist dies unvereinbar, da Jesus als die Wahrheit gilt.

Ein Relativismus, der auch ethische Grundsätze infrage stellt (z. B. Menschenrechte), ist problematisch.

Unverhandelbare Werte wie die Würde des Menschen und das Folterverbot müssen universell gelten – unabhängig von Kultur oder Religion. Kultureller Pluralismus ist akzeptabel, ethischer Relativismus jedoch nicht.

Fazit für den Unterricht

Das Gespräch zeigt die Notwendigkeit, Glaube und Vernunft als komplementäre Zugänge zur Wirklichkeit zu verstehen. Es bietet Ansatzpunkte für Diskussionen über:

den Umgang mit religiösen Texten,

interreligiösen Dialog,

Verhältnis von Kirche und Wissenschaft,

die Gefahr eines entgrenzten Relativismus,

und den Schutz universaler Werte in einer pluralistischen Welt.

Es eignet sich gut zur didaktischen Aufbereitung in Fächern wie Religion, Ethik, Philosophie oder Gesellschaftslehre.

Rheinland-Pfalz

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Sekundarstufe II | 11/1 Was ist der Mensch?

11.1 / 5. Der Mensch und seine Religiosität.

Sekundarstufe II | 11/2 Der Mensch auf der Suche nach Gott

11.2 / 6. Der Mensch als das sich transzendierende Wesen.

Sekundarstufe II | 13 Der Mensch und seine Zukunft - Die Zukunft der Menschheit

13 / 7. Zukunft der Glaubenden.

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