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Katholisches Filmwerk

Katholisches Filmwerk

Begleitmaterial zum Film Crescendo

Veröffentlichung:23.6.2025

Crescendo – Make Music Not War ist ein Spielfilm von Dror Zahavi aus dem Jahr 2019, der den Nahostkonflikt aus einer ungewöhnlichen Perspektive beleuchtet. Im Mittelpunkt steht der international renommierte Dirigent Eduard Sporck, der den Auftrag erhält, ein Jugendorchester aus gleich vielen israelischen und palästinensischen Musikerinnen und Musikern zusammenzustellen. Ziel des Projekts ist ein gemeinsames Konzert als kultureller Beitrag zu Friedensverhandlungen. Bereits bei den ersten Begegnungen prallen Vorurteile, persönliche Erfahrungen, politische Überzeugungen und gegenseitiges Misstrauen aufeinander. Erst durch intensive Proben, gemeinsame Erlebnisse und die verbindende Kraft der Musik entstehen vorsichtige Annäherungen und Freundschaften. Besonders die Liebesgeschichte zwischen Omar und Shira erinnert an Romeo und Julia und verdeutlicht die Tragik eines Konflikts, der bis in das persönliche Leben hineinwirkt. Trotz eines dramatischen Endes vermittelt der Film die Hoffnung, dass Dialog, gegenseitiges Zuhören und gemeinsames Handeln Wege zur Versöhnung eröffnen können.

Das pädagogische Begleitmaterial zum Film *Crescendo – #makemusicnotwar* (2019) bietet eine vielschichtige Grundlage zur Auseinandersetzung mit dem Nahostkonflikt, Friedensethik, Interkulturalität und Versöhnung. Der Film erzählt die Geschichte eines Versuchs, ein gemeinsames orchestralisches Projekt mit jungen Israelis und Palästinensern zu initiieren – ein künstlerisches wie ethisches Experiment, das tiefgreifende Fragen nach Identität, Trauma, Feindbildern und Verständigung aufwirft. Das Material zielt auf eine sensible, empathische und differenzierte Bearbeitung dieser komplexen Themen ab.

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Der Spielfilm eignet sich besonders für den Religionsunterricht ab Jahrgangsstufe 9 sowie für die Sekundarstufe II. Ebenso bietet er vielfältige Anknüpfungspunkte für die Fächer Ethik, Geschichte, Politik und Musik. Im Religionsunterricht eröffnet der Film einen lebensnahen Zugang zu den Themen Frieden, Versöhnung, Feindesliebe, Schuld, Vergebung, Menschenwürde und interreligiöser Dialog. Gleichzeitig fördert er die Auseinandersetzung mit Vorurteilen, Gewaltspiralen und Möglichkeiten friedlicher Konfliktlösung.

Vor der Filmsichtung empfiehlt sich ein Einstieg über den Filmtitel oder das Filmplakat. Die Lernenden formulieren Erwartungen an die Bedeutung des musikalischen Begriffes Crescendo und entwickeln erste Vermutungen über Handlung und zentrale Themen. Anschließend kann das notwendige Hintergrundwissen zum Nahostkonflikt, zu den Religionen Judentum und Islam sowie zur historischen Entwicklung des Konflikts erarbeitet werden. Dadurch werden die politischen und religiösen Bezüge des Films verständlicher.

Während der Filmsichtung bieten sich Beobachtungsaufträge an. Die Lernenden können die Entwicklung einzelner Figuren, den Wandel ihrer Beziehungen sowie Situationen gelingender oder scheiternder Kommunikation dokumentieren. Ebenso lassen sich Symbole, Blicke, Musik und Körpersprache analysieren, da der Film immer wieder zeigt, dass Verständigung nicht allein durch Sprache entsteht.

Nach der Filmsichtung ermöglichen die umfangreichen Arbeitsmaterialien eine vertiefende Auseinandersetzung. Die Lernenden charakterisieren die Hauptfiguren, untersuchen die Ursachen des Konflikts und analysieren die Bedeutung von Sprache, Musik und Kommunikation. Weitere Aufgaben regen zur Recherche über den Nahostkonflikt, zur Interpretation des Bolero von Maurice Ravel, zur Analyse zentraler Filmszenen sowie zum Verfassen einer Filmkritik oder eines eigenen Filmplakates an. Kreative Schreibaufgaben fördern Perspektivwechsel, indem die Geschichte aus der Sicht verschiedener Figuren erzählt oder alternative Fortsetzungen des offenen Filmendes entwickelt werden. Besonders gewinnbringend sind Diskussionen über Möglichkeiten von Versöhnung, gegenseitigem Zuhören und friedlichem Zusammenleben. Dabei lassen sich biblische Friedensvisionen, die Bergpredigt oder prophetische Texte mit den Erfahrungen der Filmfiguren in Beziehung setzen. Der Film eignet sich deshalb in besonderer Weise für einen kompetenzorientierten Religionsunterricht, der politische Bildung, ethische Reflexion und interreligiöses Lernen miteinander verbindet.

"Der Film *Crescendo* von Dror Zahavi eignet sich hervorragend für den Einsatz in der Sekundarstufe II im Religions-, Ethik-, Politik- und Musikunterricht. Der Film eröffnet vielfältige Perspektiven auf die Frage nach Versöhnung, interkulturellem Dialog und Friedensarbeit inmitten eines eskalierenden Konflikts.

Zentrale Themen:
- Musik als universelle Sprache und Medium der Verständigung
- Identität, Erinnerungskultur und kollektive Traumata (Holocaust/Nakba)
- Vorurteile, Feindbilder, gesellschaftliche Spaltung und Annäherung
- Gewaltfreiheit, Friedensethik und interreligiöser Dialog

Methodische und didaktische Zugänge:
- Analyse ausgewählter Szenen (z. B. Probenkonflikte, Aussprache im Wald, Konzert)
- Reflexion über Musik als Mittel zur Konflikttransformation
- Diskussion: Was braucht Verständigung? Was bedeutet Gerechtigkeit im Kontext von Schuld?
- Einsatz von Rollenspielen zur Erarbeitung unterschiedlicher Perspektiven
- Bezug zur eigenen Lebenswelt: Umgang mit Konflikten und Vorurteilen
- Verbindung mit biblisch-theologischen Friedenskonzepten (z. B. Schalom, Versöhnung, Feindesliebe)

Das Begleitmaterial liefert Hintergrundinformationen zur Entstehungsgeschichte des Films, dem realen Vorbild (das West-Eastern Divan Orchestra von Daniel Barenboim) und bereitet in Pre-, While- und Post-Viewing-Einheiten differenziert auf. Es unterstützt Lehrkräfte dabei, ethische und religiöse Fragestellungen fundiert, multiperspektivisch und emotional anschlussfähig zu bearbeiten."

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