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Gesichter der Weltkirche | Kirche in Not

Gesichter der Weltkirche | Kirche in Not

Christus folgen ... in einer Islamischen Republik

Veröffentlichung:16.7.2024

Das Video zeigt ein ausführliches Gespräch mit Erzbischof Sebastian Shaw aus Lahore in Pakistan. Er berichtet über die Geschichte des Christentums in Pakistan, das nach kirchlicher Überlieferung bis auf den Apostel Thomas zurückgeht. Gleichzeitig erzählt er von seinem persönlichen Glaubensweg und seiner Berufung zum Franziskaner und Priester. Besonders eindrucksvoll schildert er den Einfluss seiner Familie auf seinen Glauben, die Bedeutung des Gebets und seine Entscheidung gegen eine Laufbahn bei der Marine zugunsten des Priestertums. Darüber hinaus spricht er über das Leben der christlichen Minderheit in Pakistan, über Herausforderungen durch Diskriminierung und Gewalt sowie über die Kraft des Glaubens, Hoffnung und Zuversicht auch in schwierigen Lebenssituationen zu bewahren. Das Gespräch vermittelt ein eindrucksvolles Zeugnis gelebten Glaubens und macht die Bedeutung von Familie, Berufung und Vertrauen auf Gott deutlich.

Die Videoreihe WELTKIRCHE - Christen aus aller Welt mit mehr als 30 Folgen bietet Interviews mit Christen aus der Weltkirche über ihren persönlichen Glauben und ihre Berufung. Menschen aus unterschiedlichen Kulturkreisen berichten über ihre Erfahrung mit dem lebendigen Gott. Alle glauben dasselbe, aber jede und jeder glaubt auf eine eigene Weise.

Diese Videos können auch als Gruppenarbeiten vergeben werden, um Motivationen, Biografien und Wege zum Glauben oder zur Berufung zu vergleichen.

Seit 2013 ist Sebastian Shaw Erzbischof von Lahore in Pakistan. In seiner Heimat setzt er sich unermüdlich für Frieden, christlich-muslimischen Dialog und eine sozial engagierte Kirche ein, wofür ihm der Nationale Friedenspreis seines Landes verliehen wurde. Im Gespräch mit André Stiefenhofer berichtet Shaw über seine Christusnachfolge in einem islamisch geprägten Land.


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Das Video eignet sich besonders für den Religionsunterricht der Sekundarstufe und kann in den Themenbereichen Weltkirche, Christentum in Asien, Berufung, Glaubenszeugnis, christliches Leben in der Minderheit sowie Kirche unter schwierigen gesellschaftlichen Bedingungen eingesetzt werden. Die persönlichen Erfahrungen des Erzbischofs ermöglichen den Lernenden einen authentischen Zugang zu einer Kirche, die unter anderen politischen, kulturellen und religiösen Voraussetzungen lebt als in Europa.

Zu Beginn der Unterrichtseinheit bietet sich ein Unterrichtsgespräch über die weltweite Verbreitung des Christentums an. Die Lernenden können Vermutungen darüber äußern, wie Christinnen und Christen in Pakistan leben und welche Herausforderungen sie bewältigen müssen. Anschließend wird das Video mit Beobachtungsaufträgen angesehen. Die Lernenden achten beispielsweise darauf, welche Personen den Glaubensweg des Erzbischofs geprägt haben, welche Bedeutung Gebet und Familie besitzen oder welche Rolle Hoffnung und Vertrauen im Alltag der Christinnen und Christen spielen.

Im Anschluss eignet sich eine gemeinsame Auswertung der zentralen Aussagen. In Gruppenarbeit können Themen wie Berufung, Familie als Glaubensort, christliche Minderheiten, Glaubensweitergabe, Franziskaner, Zeugnis des Glaubens oder Hoffnung in Krisenzeiten vertieft werden. Ebenso bietet sich ein Vergleich zwischen der Situation der Kirche in Pakistan und der Kirche in Deutschland an.

Das Medium fördert die interkulturelle und religiöse Bildung der Lernenden. Es sensibilisiert für die Lebenswirklichkeit von Christinnen und Christen in anderen Teilen der Welt und regt dazu an, den eigenen Glauben sowie die Bedeutung von Familie, Gemeinschaft und persönlicher Berufung zu reflektieren. Kreative Arbeitsformen wie das Schreiben eines persönlichen Berufungsbriefes, das Gestalten einer Zeitleiste zur Geschichte des Christentums in Pakistan oder die Entwicklung einer Mindmap zur Bedeutung von Hoffnung und Glauben vertiefen die Inhalte. Ebenso eignet sich das Video als Ausgangspunkt für Projekte zur Weltkirche, zur Situation religiöser Minderheiten oder zur Arbeit der Franziskaner.

In der Sendung „Gesichter der Weltkirche“ berichtet Erzbischof Sebastian Shaw aus Lahore, Pakistan, über die historischen Wurzeln des Christentums in seiner Heimat, seine persönliche Berufung zum Priesteramt sowie über die Herausforderungen, denen Christinnen und Christen in Pakistan heute begegnen. Die Ursprünge der Kirche in Pakistan reichen laut Überlieferung bis zu den Aposteln Thomas und Bartholomäus zurück. Besonders der heilige Thomas habe im Norden des heutigen Pakistan, in Taxila, das Evangelium verkündet und eine erste Kirche gegründet. Dort, im kulturellen Kontext der Gandhara-Zivilisation, habe er mutig und allein, ohne Sprachkenntnisse oder kulturelle Nähe, die Botschaft der Liebe Gottes weitergegeben. Die Fundamente dieser alten Kirche seien heute noch sichtbar und seien in jüngerer Zeit als Grundlage für einen Neubau genutzt worden.

Nach einer langen Phase der Unsichtbarkeit des Christentums – bedingt durch Kriege, Gewalt und Verfolgung – kam im 16. Jahrhundert mit den Jesuiten unter Kaiser Akbar erneut christliches Leben in die Region. Mit der britischen Kolonialherrschaft wurde das Christentum im 19. Jahrhundert wieder öffentlich sichtbar. Lahore wurde 1886 zu einer eigenständigen Diözese und ist seither das älteste Bistum in der Region. Italienische und später belgische Kapuziner spielten eine zentrale Rolle bei der Evangelisierung.

Erzbischof Shaw erzählt eindrücklich von seiner Berufung. Er stammt aus dem von niederländischen Franziskanern gegründeten Dorf „Padri Jogot“ („Dorf der Priester“) im Sindh. Bereits als Kind war er in kirchliche Aktivitäten eingebunden – als Ministrant, Lektor und Mitglied der Legion Mariens. Seine Familie, besonders seine Mutter und Großväter, hatte großen Einfluss auf seinen Glauben. Als Jugendlicher stand er vor der Entscheidung, entweder Marineoffizier zu werden – ein Weg, den sein Onkel vorschlug – oder Priester. Kurz vor einer Aufnahmeprüfung der Marine schlief er beim Beten in der Kathedrale ein und verpasste die Prüfung. Dieses Erlebnis deutete er als Zeichen, dass Gott ihn in den geistlichen Dienst rufen wollte. Ein weiterer Traum, in dem ihn Franziskanerbrüder aufforderten, ihnen zu folgen, bestätigte diesen inneren Ruf. Schließlich trat er dem Franziskanerorden bei.

Shaw betont, dass in Pakistan die Familie eine zentrale Rolle in der religiösen Erziehung spielt. Kinder lernen ihren Glauben zunächst durch einfache Gesten, Geschichten und alltägliche Erfahrungen in der Familie. So wie er als Kind von seiner Mutter lernte, was Wasser ist – „pani“ in der Landessprache –, so lerne man auch durch familiäre Rituale, was Glaube bedeutet. Gerade in ländlichen Regionen ist der Glaube eng mit dem Alltag und der Landwirtschaft verknüpft, etwa wenn für Regen gebetet wird.

Christsein in Pakistan ist mit Herausforderungen verbunden: Christen leiden unter Diskriminierung, Blasphemiegesetzen und Gewalt. Doch Erzbischof Shaw sieht im inneren Glauben eine Quelle der Kraft. Wer innerlich gefestigt sei, könne Leiden von außen bewältigen, ohne daran zu zerbrechen. Die Botschaft Jesu, so Shaw, bestärke ihn in seiner Hoffnung und seiner Aufgabe, ein glaubwürdiges Zeugnis für Christus zu geben. „In dir ist ein Licht, das die Dunkelheit nie erreichen kann“, sagt er – ein Satz, der seine Zuversicht und sein Verständnis von geistlicher Führung zusammenfasst.

Erzbischof Shaw gibt mit seinem Lebenszeugnis einen tiefen Einblick in das spirituelle Leben einer christlichen Minderheit in Pakistan. Seine Geschichte zeigt, wie familiäre Prägung, persönliche Glaubenserfahrungen und die Kraft der christlichen Gemeinschaft eine Berufung formen und tragen können – auch unter schwierigen Bedingungen.


Fragestellungen zum Video mit Antworten


Wer ist Erzbischof Sebastian Shaw?

Er ist Franziskaner und Erzbischof von Lahore in Pakistan und berichtet über seinen Glaubensweg sowie über das Leben der Kirche in seinem Land.


Welche Wurzeln des Christentums in Pakistan werden im Video beschrieben?

Der Erzbischof verweist auf die Überlieferung, dass der Apostel Thomas das Evangelium in die Region brachte und damit den Grundstein für das Christentum legte.


Welche Bedeutung hatte die Familie für seine Berufung?

Seine Eltern und Großeltern lebten den Glauben im Alltag vor. Besonders das gemeinsame Gebet, religiöse Erzählungen und das Vorbild seiner Familie stärkten seinen Glauben.


Warum entschied sich Sebastian Shaw gegen eine Laufbahn bei der Marine?

Während einer Zeit intensiven Gebets erkannte er seine Berufung zum Priestertum und verstand dies als Weg, den Gott für ihn vorgesehen hatte.


Warum wurde er Franziskaner?

Ein prägender Traum und seine Begegnungen mit Franziskanern bestärkten ihn darin, sich dieser Ordensgemeinschaft anzuschließen.


Welche Herausforderungen erleben Christinnen und Christen in Pakistan?

Sie leben als religiöse Minderheit und erfahren immer wieder Diskriminierung, Unsicherheit und Benachteiligung. Dennoch halten viele Menschen mutig an ihrem Glauben fest.


Welche Bedeutung hat das Gebet im Leben des Erzbischofs?

Das Gebet schenkt Orientierung, stärkt das Vertrauen auf Gott und hilft, schwierige Entscheidungen sowie belastende Situationen zu bewältigen.


Welche Botschaft vermittelt der Erzbischof über Leid und Hoffnung?

Leid gehört zum Leben, doch der Glaube an Gott schenkt innere Stärke. Wer auf Gott vertraut, verliert auch in schwierigen Zeiten nicht die Hoffnung.


Welche Rolle spielt die Familie für die Glaubensweitergabe?

Die Familie ist der erste Ort, an dem Kinder Glauben erleben, beten lernen und christliche Werte kennenlernen.


Welche zentrale Botschaft vermittelt das Video?

Gottes Liebe begleitet Menschen in allen Lebenslagen. Glaube, Gebet, Familie und Vertrauen auf Gott schenken Orientierung und geben Kraft, Herausforderungen mutig und hoffnungsvoll zu begegnen.

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