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Gesichter der Weltkirche | Kirche in Not

Gesichter der Weltkirche | Kirche in Not

Was hält eine junge, gut ausgebildete Frau noch im Libanon?

Veröffentlichung:9.4.2024

Die Videoreihe WELTKIRCHE - Christen aus aller Welt mit mehr als 30 Folgen bietet Interviews mit Christen aus der Weltkirche über ihren persönlichen Glauben und ihre Berufung. Menschen aus unterschiedlichen Kulturkreisen berichten über ihre Erfahrung mit dem lebendigen Gott. Alle glauben dasselbe, aber jede und jeder glaubt auf eine eigene Weise. Diese Videos können auch als Gruppenarbeiten vergeben werden, um Motivationen, Biografien und Wege zum Glauben oder zur Berufung zu vergleichen.

Marielle Boutros wuchs im Libanon auf; einst eines der wohlhabendsten Länder im Nahen Osten. Doch spätestens seit der Explosion im Hafen von Beirut 2020 geht es mit ihrer Heimat steil bergab. Was hält eine junge, gut ausgebildete Frau noch dort? Und welche Rolle spielt ihr Glaube bei der Überwindung vieler großer Hindernisse? Darüber spricht Marielle Boutros mit André Stiefenhofer.

Das Video aus der Reihe „Gesichter der Weltkirche“ stellt Marielle Butros vor, die als Projektreferentin von Kirche in Not in Beirut arbeitet. Sie berichtet von ihrem persönlichen Glaubensweg, ihrer Beziehung zu Gott und ihrem kirchlichen Engagement im Libanon. Im Mittelpunkt stehen die Erfahrungen während der schweren wirtschaftlichen Krise und nach der Explosion im Hafen von Beirut im Jahr 2020. Marielle Butros schildert eindrucksvoll, wie christlicher Glaube in konkretem Handeln sichtbar wird. Sie beschreibt die Kirche als eine Gemeinschaft, die Menschen begleitet, Hoffnung schenkt und in Krisenzeiten präsent bleibt. Darüber hinaus spricht sie über die Vielfalt der christlichen Kirchen im Libanon, das Zusammenleben mit Muslimen, die Rolle der Frau in der Kirche sowie ihre Vision einer Kirche, die den Menschen dient und sie auf ihrem Lebensweg begleitet.

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Das Video eignet sich besonders für den Religionsunterricht der Sekundarstufe und der gymnasialen Oberstufe in den Themenbereichen Weltkirche, Christentum im Nahen Osten, Kirche als Gemeinschaft, Nachfolge Jesu, Diakonie, Berufung und gelebter Glaube. Die persönlichen Erfahrungen von Marielle Butros ermöglichen einen authentischen Zugang zu Fragen nach Glauben, Hoffnung und christlicher Verantwortung in schwierigen Lebenssituationen.

Methodisch empfiehlt sich eine abschnittsweise Bearbeitung des Videos. Die Lernenden können zunächst zentrale Aussagen sammeln und anschließend den Zusammenhang zwischen persönlichem Glauben und gesellschaftlichem Engagement herausarbeiten. Besonders geeignet sind Gesprächsphasen, in denen die Lernenden überlegen, welche Bedeutung eine persönliche Gottesbeziehung für das eigene Leben und für verantwortliches Handeln haben kann. Ebenso bietet sich eine Analyse der Aussagen über die Rolle der Kirche an. Dabei wird deutlich, dass Kirche nach dem Verständnis der Gesprächspartnerin nicht in erster Linie eine Institution ist, sondern eine Gemeinschaft, die den Menschen nahe ist und ihre Sorgen teilt.

Ein weiterer Schwerpunkt kann auf der Situation der Christinnen und Christen im Libanon liegen. Die Lernenden erhalten Einblicke in das religiöse Zusammenleben verschiedener christlicher Traditionen sowie in den Dialog mit Muslimen. Dadurch eröffnet das Video Möglichkeiten für interreligiöses Lernen und für Gespräche über Frieden, Zusammenhalt und gegenseitigen Respekt.

Besonders wertvoll ist die Verbindung von Spiritualität und sozialem Handeln. Marielle Butros macht deutlich, dass Gebet und Gottesdienst untrennbar mit konkreter Hilfe für Menschen verbunden sind. Dadurch eignet sich das Video hervorragend für Unterrichtseinheiten zur christlichen Nächstenliebe, zur Option für die Armen sowie zur Frage, wie Kirche heute glaubwürdig handeln kann. Die Lernenden werden angeregt, über eigene Möglichkeiten nachzudenken, Verantwortung zu übernehmen und ihren Glauben im Alltag sichtbar werden zu lassen. Das Video fördert damit religiöse Urteilsfähigkeit, Empathie und die Bereitschaft zum gesellschaftlichen Engagement.

Fragestellungen zum Video mit Antworten


Wie beschreibt Marielle Butros ihren persönlichen Glaubensweg?

Sie berichtet, dass sie zunächst in einer christlichen Familie aufgewachsen ist, ihren Glauben als Jugendliche hinterfragt hat und während eines Jugendcamps eine persönliche Beziehung zu Gott gefunden hat. Diese Erfahrung prägt ihr Leben bis heute.


Was versteht sie unter einer persönlichen Beziehung zu Gott?

Sie beschreibt diese Beziehung als etwas sehr Persönliches, das über auswendig gelernte Gebete hinausgeht. Besonders durch Stille, die Bibel und die Eucharistie erlebt sie Gottes Nähe.


Welche Bedeutung hatte die Explosion im Hafen von Beirut für ihren Glauben?

Nach der Explosion empfand sie zunächst Wut und Trauer. Ihren Glauben lebte sie vor allem durch konkrete Hilfe für die Betroffenen. Sie beschreibt dieses Handeln als ein Gebet durch Taten.


Welche Aufgaben erfüllt die Kirche im Libanon?

Die Kirche begleitet Menschen in ihrem Alltag, hilft mit Lebensmitteln, Medikamenten und Bildung, spendet Hoffnung und ist in Krisenzeiten unmittelbar bei den Menschen präsent.


Welche Rolle spielen Bibel und Eucharistie?

Für Marielle Butros bilden Bibel und Eucharistie die wichtigsten geistlichen Quellen ihres Glaubens. Sie schenken Orientierung und Kraft für ihren Dienst an den Menschen.


Wie beschreibt sie die Rolle der Frau in der Kirche?

Sie betont, dass Frauen Verantwortung übernehmen und an Entscheidungen beteiligt sein sollen. Entscheidend sei jedoch die Bereitschaft zum Dienst dort, wo Menschen Unterstützung benötigen.


Welche Zukunft wünscht sie sich für die Kirche?

Sie wünscht sich eine Kirche, die den Menschen nahe bleibt, sie begleitet, ihre Sorgen ernst nimmt und Gottes Liebe im konkreten Handeln sichtbar macht.


Welche Anregung gibt sie der Kirche in Deutschland?

Sie ermutigt dazu, den Blick stärker auf die Begegnung mit den Menschen zu richten, die Komfortzone zu verlassen, die Bibel zu den Menschen zu bringen und sie aufmerksam auf ihrem Lebensweg zu begleiten.

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