Im Zentrum des Materials steht die Überlegung, wie eine Schule gemeinschaftlich und sensibel auf einen Todesfall reagieren kann. Dabei werden zunächst grundlegende Fragen behandelt: Wo und wann soll die Feier stattfinden? Wer soll teilnehmen und wie viel religiöser Bezug ist gewünscht oder möglich? Die Autorin empfiehlt, die Feier möglichst außerhalb der regulären Unterrichtszeit abzuhalten – etwa in der Aula, im Freien oder in einer Kirche. Es wird betont, dass die Angehörigen frühzeitig informiert und eingeladen werden sollen, ohne dass von ihnen eine aktive Beteiligung erwartet wird. Die Planung kann von Lehrkräften übernommen werden, idealerweise gemeinsam mit einer Schülergruppe. Wichtig ist, dass das Gedenken der Persönlichkeit und den religiösen oder weltanschaulichen Überzeugungen des Verstorbenen gerecht wird.
Die liturgisch strukturierte Feier gliedert sich in vier Phasen: Erinnerung, Trost und Wünsche, Abschied sowie eine abschließende Handlung. In der Phase der Erinnerung können persönliche Gegenstände, ein Foto oder das Lieblingslied der verstorbenen Person in die Feier eingebunden werden. Symbole wie ein brennendes Teelicht oder eine Papierträne eröffnen einen emotionalen Zugang. Texte wie Psalm 77 oder Abschnitte aus 1 Korinther 13 schaffen eine geistliche Tiefe, sind jedoch optional und können durch nicht-religiöse Beiträge ersetzt werden.
In der zweiten Phase – „Trost und Wünsche“ – erhalten die Teilnehmenden die Möglichkeit, einen letzten Gruß auf Symbole wie Papiertränen oder Schmetterlinge zu schreiben und diese an einem gemeinsamen Ort niederzulegen. Musik begleitet diesen Moment des gemeinsamen Erinnerns. In der Phase des Abschieds können Gebete, ein Segenswort oder das Vaterunser gesprochen werden. Alternativ eignet sich auch ein Gedicht oder ein Segensspruch, etwa aus der irischen Tradition. Die Feier endet mit einem abschließenden musikalischen Beitrag oder einer symbolischen Handlung, beispielsweise dem Pflanzen eines Baumes oder dem Anbringen von Bändern oder Schmetterlingen im Schulgelände.
Ergänzend werden Hinweise zur Gesprächsführung und Nachbereitung gegeben. Besonders betont wird die Bedeutung von Ritualen für Kinder und Jugendliche in der Trauerbewältigung: Sie schaffen Orientierung, Halt und ein Gefühl von Gemeinschaft. Die Autorin rät dazu, im Anschluss an die Feier Gesprächsmöglichkeiten im Klassen- oder Kollegiumskreis zu bieten – etwa mit Unterstützung der Schulsozialarbeit oder externen Trauerbegleiterinnen.
Das Material ist durchgehend modular aufgebaut und lässt Raum für individuelle Anpassungen. Es eignet sich für christlich geprägte Schulen ebenso wie für Einrichtungen, in denen ein interreligiöser oder weltanschaulich offener Ansatz erforderlich ist. Insgesamt bietet es Lehrkräften ein sensibles und fundiertes Instrumentarium, um in einer emotional belastenden Situation Halt zu geben, Gemeinschaft zu stiften und dem Abschied einen würdigen Rahmen zu verleihen.