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Bistum Rottenburg Stuttgart

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Ich fürchte mich so vor der Menschen Wort

Veröffentlichung:1.1.2021

Das Medium setzt sich mit der Bedeutung und Wirkung von Sprache im zwischenmenschlichen Zusammenleben auseinander und zeigt, wie Worte Menschen stärken, verletzen oder ausgrenzen können. Ausgangspunkt ist die Beobachtung, dass Sprache niemals nur Informationen vermittelt, sondern immer auch Beziehungen gestaltet. Der Beitrag thematisiert verletzende Sprache in Form von Beleidigungen, Diskriminierungen, Vorurteilen, Hassrede und Ausgrenzung sowie deren Auswirkungen auf Würde, Identität und Gemeinschaft. Gleichzeitig wird aufgezeigt, wie Sprache Wertschätzung, Anerkennung und Versöhnung ermöglichen kann. An zahlreichen Beispielen aus der Lebenswelt Jugendlicher werden Formen sprachlicher Gewalt analysiert und mit biblischen Erzählungen verbunden, in denen Jesus Menschen aufrichtet, Ausgegrenzte anspricht und ihnen ihre Würde zurückgibt. Das Medium verbindet Sprachreflexion, ethisches Lernen und christliches Menschenbild zu einem aktuellen Unterrichtsthema für die Sekundarstufe.

Die Unterrichtssequenz "Ich fürchte mich so vor der Menschen Wort" mit neun Seiten und drei Materialien bietet drei Unterrichtsbausteine, die auf eine altersgerechte Sensibilisierung für Sprache, Wahrnehmung und zwischenmenschliche Kommunikation abzielen. Die Übungen eignen sich ab der Sekundarstufe I und können sowohl im Fachunterricht (z. B. Religion, Ethik, Deutsch) als auch im Klassenlehrkraft-Unterricht oder bei Projekttagen eingesetzt werden. Im Zentrum steht die Förderung einer empathischen Haltung, das bewusste Wahrnehmen der Wirkung von Sprache sowie das Einüben von Alternativen zur verletzenden Kommunikation. Der Austausch über persönliche Erfahrungen und Wahrnehmungen ist zentraler Bestandteil jeder Übung.

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Das Medium eignet sich besonders für den Religionsunterricht ab Klasse sieben und bietet vielfältige Möglichkeiten für handlungsorientiertes, erfahrungsbezogenes und reflektierendes Lernen. Die vorgeschlagenen Übungen ermöglichen den Lernenden, die Wirkung von Sprache unmittelbar zu erfahren und ihre eigene Kommunikation kritisch zu hinterfragen. Ein motivierender Einstieg kann über persönliche Erfahrungen mit verletzenden oder stärkenden Worten erfolgen. Praktische Übungen wie Rollenspiele, Spiegelübungen, Sprachstreichler und Sprachhiebe oder Gesprächsformate fördern Empathie und sensibilisieren für die emotionale Kraft sprachlicher Äußerungen. Die Lernenden analysieren typische Schimpfwörter, diskriminierende Formulierungen und Hassrede in sozialen Medien sowie in aktuellen Musiktexten und entwickeln dabei Kriterien für einen respektvollen Sprachgebrauch. Besonders gewinnbringend ist die Verbindung mit biblischen Erzählungen, in denen Jesus Menschen trotz Ausgrenzung begegnet und ihnen mit Achtung und Barmherzigkeit begegnet. Die produktionsorientierten Aufgaben ermöglichen Perspektivwechsel und regen dazu an, eigene Formulierungen für Konfliktsituationen sowie wertschätzende Antworten auf Beleidigungen zu entwickeln. Die Arbeit mit Ansagekarten stärkt die Handlungssicherheit in alltäglichen Konflikten und unterstützt die Entwicklung einer konstruktiven Streitkultur. Das Medium fördert Kommunikationsfähigkeit, demokratisches Handeln, Selbstreflexion, Empathie, Zivilcourage und Medienkompetenz. Es leistet einen wichtigen Beitrag zur Gewaltprävention und zur Entwicklung einer wertschätzenden Schulkultur, in der Sprache als Ausdruck christlicher Nächstenliebe und gegenseitigen Respekts verstanden wird.

Baustein 1 umfasst praktische Übungen zur Sensibilisierung. Kleine sogenannte „Bewusstmacher“ dienen als Einstieg oder Warm-up für vertiefende Einheiten. In der Übung „Ignorieren“ erleben Lernende durch eine Partnerarbeit die Wirkung sozialer Ausgrenzung. Eine Person spricht freundlich an, wird jedoch ignoriert – eine Erfahrung, die intensiv wirken kann. Die Übung „War doch nur Spaß“ simuliert gruppendynamische Übergriffe, bei denen Provokationen am Ende bagatellisiert werden. Diese verdeutlichen die Dynamik von „Spaßgewalt“ und gruppenbedingtem Mut. Die Übung „Sendepause“ zeigt auf, wie Beiträge – insbesondere von Frauen – im Gespräch unterbrochen oder abgewertet werden, was zur Reflexion eigener Gesprächsgewohnheiten anregt.

Weitere vertiefende Übungen sind das „Speed Dating“, bei dem sich Schülerinnen und Schüler anhand vorgegebener Fragen über eigene Erfahrungen austauschen. Die Methode fördert aktives Zuhören und respektvollen Dialog. Im Baustein „Sprachstreichler und Sprachhiebe“ wird die Kraft der Sprache körperlich erfahrbar gemacht: In einem Rollenspiel sprechen sich die Teilnehmenden zunächst wohltuend („Sprachstreichler“), dann aggressiv („Sprachhiebe“) mit Fantasieworten oder Obst-/Gemüsenamen an. Die Wirkung wird in einem anschließenden Austausch reflektiert. Das „Spiegeln“ einer Haltung und von Aussagen dient als Methode zur Deeskalation und Empathieförderung. Die Teilnehmenden lernen, sich in die Perspektive ihres Gegenübers hineinzuversetzen und eigene Reaktionen bewusst wahrzunehmen. Ergänzend können Ansagekarten gestaltet werden, mit denen sich Jugendliche im Konfliktfall gegen respektlose Sprache zur Wehr setzen können.

Baustein 2 widmet sich der kritischen Auseinandersetzung mit gewaltverherrlichender Sprache im Deutschrap. Am Beispiel des Songs „Komm Komm“ von Capital Bra wird die Sprache analysiert, die häufig sexistisch, rassistisch, homophob und diskriminierend ist. Die Jugendlichen erkennen sprachliche Grenzüberschreitungen und reflektieren ihren eigenen Musikgeschmack. Ziel ist es, zwischen musikalischer Form, persönlichem Geschmack und ethischen Maßstäben zu unterscheiden, ohne moralisierend zu wirken.

Baustein 3 arbeitet mit biblischen Texten und nutzt Leerstellen als Raum für Identifikation und Perspektivwechsel. Am Beispiel der Perikope von der Ehebrecherin (Joh 8,1–11) übernehmen Lernende verschiedene Rollen (Ankläger, Angeklagte, Jesus) und bringen durch eigene Worte und Haltungen die Dynamik von Ausgrenzung, Beschämung und Vergebung zum Ausdruck. Das methodische Vorgehen ermöglicht empathisches Verstehen, das Einfühlen in Diskriminierungserfahrungen und eine kritische Auseinandersetzung mit sprachlichem und körperlichem Umgang in Konfliktsituationen.


Insgesamt bietet das Material ein differenziertes, praxisnahes Angebot zur Förderung von Gewaltfreier Kommunikation, das sowohl emotionale als auch sprachliche Kompetenzen stärkt.

Hessen

Hessen

Sekundarstufe I | Jahrgangsstufe 7

7G.1 Schuld und Vergebung. Gewissen, Umkehr, Versöhnung.

Rheinland-Pfalz

Rheinland-Pfalz

Sekundarstufe I | Jahrgangsstufe 7

7.2 Vom Umgang mit Freiheit: Gebot und Gewissen.

Beispielhafte Lernsequenzen

  • scheitern und versöhnen

Text

urheberrechtlich geschützt

10.6.2025

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Unterrichtsstunde

Menschen & Welt

Suchen, Verarbeiten und Aufbewahren ,Kommunizieren und Kooperieren ,Produzieren und Präsentieren

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