Für den Religionsunterricht bietet der Film zahlreiche didaktische und methodische Anknüpfungspunkte. Nach einer Einführung in die Themen Sucht, Freiheit und Verantwortung können die Lernenden ihre Vorstellungen von Glück, Erfolg und einem erfüllten Leben austauschen. Während oder nach der Filmsichtung bietet sich eine Figurenanalyse an, bei der insbesondere die Entwicklung von Ickarus sowie das Verhalten seiner Partnerin, seiner Freunde und der behandelnden Fachkräfte betrachtet wird. Anschließend können die Ursachen und Folgen von Abhängigkeit sowie Möglichkeiten der Hilfe und des Neuanfangs erarbeitet werden. Im Zusammenhang mit dem christlichen Menschenbild lassen sich Fragen nach Würde, Schuld, Vergebung, Versöhnung und Hoffnung behandeln. Ebenso können biblische Erzählungen von Umkehr und Neubeginn sowie kirchliche Positionen zu Verantwortung, Freiheit und dem Umgang mit menschlichen Schwächen einbezogen werden. Methoden wie Schreibgespräche, Tagebucheinträge aus der Sicht der Hauptfigur, Rollenspiele, Pro und Kontra Diskussionen oder kreative Gestaltungsaufgaben fördern Perspektivwechsel und persönliche Reflexion. Darüber hinaus eignet sich der Film für fächerübergreifenden Unterricht mit Ethik, Psychologie oder Sozialkunde und ermöglicht eine intensive Auseinandersetzung mit psychischer Gesundheit, Leistungsdruck und der Suche nach Sinn im Leben.
"Der Film ‚Berlin Calling‘ erzählt die Geschichte des DJs Ickarus, der während seines künstlerischen Aufstiegs in der Berliner Techno-Szene eine psychotische Krise erleidet, ausgelöst durch exzessiven Drogenkonsum. Die Geschichte greift das klassische Motiv des Ikarus auf, symbolisiert durch Aufstieg, Absturz und Selbstfindung. Die zentralen Themen – Drogenabhängigkeit, Identitätskrise, Leistungsdruck, Einsamkeit, Musik als Lebenssinn – bieten einen intensiven Zugang für die schulische Auseinandersetzung.
Einsatzmöglichkeiten bestehen vor allem ab Klasse 9 in den Fächern Religion, Ethik, Musik, Deutsch, Biologie und Sozialkunde. Das Material eignet sich für projektartige Unterrichtseinheiten zur Frage nach Sinn und Identität, zur Auseinandersetzung mit Künstlertum und gesellschaftlichen Erwartungshaltungen sowie zur Reflexion über Suchtprävention und die Bedeutung von Musik in der modernen Großstadtkultur. Besonders im Religionsunterricht lassen sich existenzielle Fragen nach Lebenssinn, Selbstwert, Glauben und Heilung aufgreifen – auch im Dialog mit biblischen Symbolen und spirituellen Fragen.
Empfohlene Methoden sind: Filmanalyse, Standbildarbeit, Diskussionen, Textarbeit zu Vaterreden und Musik, Rollenspiele, Vergleich mit biblischen Figuren (z. B. Hiob oder verlorener Sohn), Erstellung von Biographiekarten, kreative Aufgaben wie Soundtrack-Analyse, Plakatgestaltung oder das Verfassen von inneren Monologen und Tagebucheinträgen. Das Material enthält zahlreiche Impulsfragen und bietet Möglichkeiten zur Differenzierung sowie zur fächerverbindenden Kooperation."