Didaktisch eignet sich das Material hervorragend für den Religionsunterricht der Sekundarstufe, insbesondere während der Fastenzeit oder im Zusammenhang mit den Themen Schöpfungsverantwortung, soziale Gerechtigkeit, Frieden und christliche Nächstenliebe. Die Unterrichtsmodule setzen konsequent auf subjektorientiertes Lernen und ermöglichen den Lernenden einen persönlichen Zugang zum Kunstwerk. Die Bildbetrachtung erfolgt mithilfe offener Impulsfragen, wodurch Wahrnehmung, Deutungskompetenz und religiöse Sprachfähigkeit gefördert werden. Darauf aufbauend entstehen kreative Bildcollagen mit Überschriften, Sprechblasen und persönlichen Botschaften, die in einer Vernissage präsentiert werden. Weitere Unterrichtsphasen regen dazu an, Gedichte mit allen Sinnen zu verfassen, einzelne Bildausschnitte pantomimisch oder in Rollenspielen darzustellen und eigene Ausdrucksformen der Liebe sichtbar zu machen. Für ältere Lernende werden vertiefende Gruppenarbeiten zum Symbol des Zeltes sowie zur Bedeutung des Leitwortes „Liebe sei Tat“ angeboten. Die Verbindung von Kunst, Bibel, Ethik und persönlicher Lebenswelt eröffnet zahlreiche Gesprächsanlässe über Verantwortung, Mitmenschlichkeit, globale Solidarität und den christlichen Auftrag zum Handeln. Das Material fördert Bildkompetenz, Kreativität, Empathie, Perspektivwechsel, Urteilsfähigkeit und soziale Verantwortung und eignet sich ebenso für projektorientierten Unterricht oder fächerübergreifende Vorhaben.
Der Einstieg gelingt durch die Bildanalyse des Hungertuches. Der Link zum Hungertuch ist im Material enthalten und auf ru-digital im Dropdownmenü eingebettete Medien zu finden. Dann wird ein Fragenkatalog zum Bild im Material beantwortet. In einem Material wird mit vorgegebenen Satzteilen ein Gedicht zu Freude und Krieg erstellt. Im nächsten Schritt wird eine Überschrift konzipiert und Klebezettel werden benutzt, um in einer Kopie des Bildes Aussagen der Personen dort zu entwicklen und zu ihnen zu kleben.
Mit einer achten Klasse kann die Bedeutung des Wortes Zelt und der Überschrift "Liebe sei Tat" erschlossen werden.
Materialien und Unterrichtsverlauf
Einführung in das Hungertuch
Vorstellung der Tradition der Misereor Hungertücher
Informationen zur Künstlerin Konstanze Trommer
Einführung in das Motto „Gemeinsam träumen – Liebe sei Tat“
Erklärung der Themen Schöpfungsverantwortung, Gerechtigkeit, Menschenrechte und Solidarität
Die Lernenden erhalten Hintergrundwissen zum Hungertuch und seiner Entstehung.
Bildbetrachtung
Großprojektion oder Aufhängen des Hungertuches
Leitfragen zur Bilderschließung
Beobachtungsaufträge
Die Lernenden beschreiben das Bild, benennen Details, formulieren eigene Eindrücke, wählen Figuren aus und versetzen sich in deren Perspektive. Sie geben dem Bild einen eigenen Titel und formulieren dessen Botschaft.
Persönliche Reflexion
Notizzettel
Schreibimpulse
Die Lernenden halten ihre Gedanken zu ausgewählten Figuren, Bildbotschaften und eigenen Ich Aussagen schriftlich fest. Diese dienen als Grundlage für die nächste Unterrichtsstunde.
Bildcollage
Kopien des Hungertuchs
Klebezettel in Herzform und als Sprechblasen
Stifte
Die Lernenden gestalten eigene Collagen. Sie formulieren Überschriften, ergänzen Botschaften, schreiben Gedanken der dargestellten Personen sowie eigene Aussagen und präsentieren ihre Ergebnisse anschließend in einer Vernissage.
Musikalischer Zugang
Lied „Nur die Liebe bleibt“ von Kurt Mikula
Liedmaterialien
Die Lernenden hören das Lied und verfassen neue Liedstrophen, die zum Hungertuch und seinen Aussagen passen. Dadurch verbinden sie Musik mit religiöser Symbolik und persönlicher Kreativität.
Gedicht mit allen Sinnen
Schreibvorlage
Kreatives Schreiben
Die Lernenden wählen ein Thema aus dem Hungertuch und beschreiben es mit allen Sinnen. Sie verfassen Gedichte zu Begriffen wie Krieg, Freude, Hoffnung oder Liebe und setzen sich emotional mit den dargestellten Inhalten auseinander.
Pantomime und Rollenspiel
Bildausschnitte des Hungertuchs
Ausdrucke einzelner Szenen
Die Lernenden wählen Szenen aus, bereiten Pantomimen oder Rollenspiele vor und präsentieren diese vor der Klasse. Anschließend reflektieren sie ihre Wahrnehmungen und Gefühle mithilfe von Rückmeldungen wie „Ich sehe“, „Ich spüre“ und „Ich fühle“.
Gruppenarbeit zum Symbol Zelt
Arbeitsaufträge
Plakat oder Moderationsmaterial
Die Lernenden untersuchen die Bedeutung des Zeltes als Symbol für Schutz, Gemeinschaft, Hoffnung und Gastfreundschaft. Sie präsentieren ihre Ergebnisse im Plenum.
Gruppenarbeit zum Thema Liebe
Arbeitsaufträge
Diskussion
Die Lernenden überlegen, welche Formen tätiger Liebe auf dem Hungertuch sichtbar werden und wie christliche Nächstenliebe im Alltag gelebt werden kann. Anschließend stellen sie ihre Ergebnisse vor.
Kreative Umsetzung
Zeichenpapier
Farben
Collagematerial
Buchimpuls „Was, wenn es sich anfühlt wie Liebe?“
Die Lernenden gestalten eigene Inseln der Liebe, Collagen oder Bilder und setzen sich kreativ mit unterschiedlichen Ausdrucksformen von Liebe, Solidarität und Hoffnung auseinander.
Zusatzmaterialien
Großes und kleines Hungertuch
Bildausschnitte
Hintergrundinformationen zur Künstlerin
Meditationen
Unterrichtsentwürfe für verschiedene Altersstufen
Filme zur Entstehung des Hungertuchs
Präsentationen und Arbeitsheft
Diese Materialien ermöglichen eine Vertiefung des Unterrichts sowie projektorientiertes und fächerübergreifendes Arbeiten.