Die Unterrichtseinheit "Peace Guide" mit 84 Seiten biete ein Alphabet von Methoden zum Thema Frieden und Konfliktbeilegung.
Der "Peace Guide" ist ein praxisorientiertes Handbuch zur Friedensbildung, das Lernende dabei unterstützt, eigene Friedensaktionen zu planen und umzusetzen. Das Heft enthält 26 verschiedene Aktionsideen von A bis Z, sechs Wissensseiten mit theoretischen Hintergründen zu Themen wie Frieden, Kinderrechten, gewaltfreiem Protest und Konfliktlösung sowie eine Schritt-für-Schritt-Anleitung, die den Prozess einer eigenen Aktion begleitet. Zusätzlich gibt es Auswertungsseiten, die zur Reflexion nach der Durchführung dienen, eine Checkliste mit den wichtigsten Punkten zur Organisation und hilfreiche Tipps zur Anwendung des Guides.
Ein zentrales Prinzip des "Peace Guides" ist die Flexibilität: Die vorgeschlagenen Aktionen lassen sich individuell anpassen, sodass Schüler:innen selbst entscheiden können, ob sie sich beispielsweise für Geflüchtetenhilfe oder einen neuen Jugendtreffpunkt engagieren. Zudem können verschiedene Aktionen miteinander kombiniert werden, etwa indem ein Theaterstück über Toleranz als Einstieg in eine Diskussionsrunde genutzt wird. Die Umsetzung kann sowohl im kleinen Rahmen, etwa mit einem Filmabend unter Freund:innen, als auch als großes Schulprojekt mit Pressebeteiligung erfolgen. Wichtig ist, dass sich alle Beteiligten mit der gewählten Form wohlfühlen, um die größtmögliche Wirkung zu erzielen.
Darüber hinaus fordert der "Peace Guide" dazu auf, über das eigene Verständnis von Frieden nachzudenken. Der Friedensforscher Johan Galtung unterscheidet zwischen negativem Frieden, der lediglich die Abwesenheit von Krieg und direkter Gewalt beschreibt, und positivem Frieden, der erst dann erreicht ist, wenn alle Menschen gleich und gerecht behandelt werden. Frieden bedeutet also mehr als nur das Ende von Gewalt – er umfasst soziale Gerechtigkeit, Toleranz und Solidarität. Schüler:innen werden ermutigt, ihre eigene Vorstellung von Frieden zu reflektieren und aktiv dazu beizutragen, eine gerechtere Gesellschaft mitzugestalten.