Die Ausführungen der vorangegangenen Episoden haben wir aus einem bestimmten Grund gemacht. Wir haben als notwendige Bedingung für fruchtbaren Dialog das Prinzip der Verständigkeit genannt. Denn die Auseinandersetzung mit dem Atheismus ist nicht einfach die Auflistung einer Reihe von Argumenten für oder gegen Gott, sondern das Aufeinandertreffen zweier Weltbilder. Und so haben wir bisher das gängige moderne Weltbild, aus dem auch der moderne westliche Atheismus erwachsen ist, auf die Gültigkeit und Erklärkraft seiner Grundannahmen geprüft. Wir haben uns angesehen, ob die Reduktion des Kosmos auf das Mechanistische umfassende Antworten liefert, Aspekte ausklammert oder gar unlösbare Probleme schafft. Wir haben versucht, wenigstens Ansatzweise zu verstehen, wie und warum, die Moderne die Welt so versteht wie sie sie versteht. Und wir haben kurze Andeutungen dazu gemacht, ob andere philosophische Voraussetzungen die Probleme beheben könnten. Es sind philosophische Voraussetzungen, die auch in der Gottesfrage nicht ohne Folgen bleiben.
Bevor wir uns daher den Argumenten für oder gegen Gott selbst zuwenden, wollen wir nun diesen alternativen philosophischen Hintergrund ausfalten. Denn nur so können wir später überhaupt die klassischen, vor-modernen Argumente für Gott verstehen und einordnen.