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Kathmedia | Fundamentaltheologie Plus

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Philisophia Perennis: Akt und Potenz

Fundamentaltheologie Plus - Ep 1.3.1.

Veröffentlichung:8.11.2022

Das Video führt in das aristotelische Grundkonzept von Akt und Potenz ein und zeigt, weshalb diese Unterscheidung für das Verständnis der klassischen Philosophie und der späteren Gottesbeweise unverzichtbar ist. Ausgangspunkt ist die Frage, wie Veränderung überhaupt möglich ist. Dazu werden die Positionen von Heraklit, der alles als Wandel versteht, und Parmenides, der jede Veränderung bestreitet, vorgestellt. Anschließend erläutert das Video die Lösung des Aristoteles, der zwischen dem unterscheidet, was ein Ding bereits wirklich ist, und dem, was es noch werden kann. Potenz beschreibt dabei die Möglichkeit einer Veränderung, während Akt den bereits verwirklichten Zustand bezeichnet. Anhand anschaulicher Beispiele wie einem Ball, einer Buchecker oder einer Kuh wird erklärt, dass jede Veränderung die Aktualisierung einer Möglichkeit durch etwas voraussetzt, das diese Wirklichkeit bereits besitzt. Das Video macht deutlich, dass dieses philosophische Prinzip später die Grundlage für die klassischen Gottesbeweise bildet.

Die Ausführungen der vorangegangenen Episoden haben wir aus einem bestimmten Grund gemacht. Wir haben als notwendige Bedingung für fruchtbaren Dialog das Prinzip der Verständigkeit genannt. Denn die Auseinandersetzung mit dem Atheismus ist nicht einfach die Auflistung einer Reihe von Argumenten für oder gegen Gott, sondern das Aufeinandertreffen zweier Weltbilder. Und so haben wir bisher das gängige moderne Weltbild, aus dem auch der moderne westliche Atheismus erwachsen ist, auf die Gültigkeit und Erklärkraft seiner Grundannahmen geprüft. Wir haben uns angesehen, ob die Reduktion des Kosmos auf das Mechanistische umfassende Antworten liefert, Aspekte ausklammert oder gar unlösbare Probleme schafft. Wir haben versucht, wenigstens Ansatzweise zu verstehen, wie und warum, die Moderne die Welt so versteht wie sie sie versteht. Und wir haben kurze Andeutungen dazu gemacht, ob andere philosophische Voraussetzungen die Probleme beheben könnten. Es sind philosophische Voraussetzungen, die auch in der Gottesfrage nicht ohne Folgen bleiben.

Bevor wir uns daher den Argumenten für oder gegen Gott selbst zuwenden, wollen wir nun diesen alternativen philosophischen Hintergrund ausfalten. Denn nur so können wir später überhaupt die klassischen, vor-modernen Argumente für Gott verstehen und einordnen.

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Das Medium eignet sich besonders für den Religionsunterricht und Philosophieunterricht der gymnasialen Oberstufe im Themenbereich Metaphysik, Religionsphilosophie und Gottesbeweise. Als Einstieg können Lernenden verschiedene Gegenstände betrachten und überlegen, welche Eigenschaften diese bereits besitzen und welche Veränderungen grundsätzlich möglich wären. Während des Videos empfiehlt sich die Erstellung einer Übersicht, in der die Begriffe Akt, Potenz, Veränderung und Aktualisierung mit Beispielen festgehalten werden. Anschließend können die philosophischen Positionen von Heraklit, Parmenides und Aristoteles miteinander verglichen werden. Besonders gewinnbringend ist eine Diskussion über die Frage, ob jede Veränderung eine Ursache benötigt und welche Bedeutung dieses Prinzip für das Verständnis der Wirklichkeit besitzt. Das Video kann außerdem als Vorbereitung auf die aristotelischen und thomanischen Gottesbeweise eingesetzt werden, da es die dafür notwendigen Grundbegriffe verständlich einführt. Lernenden entwickeln dabei ein vertieftes Verständnis philosophischer Argumentationen und lernen, abstrakte Begriffe auf konkrete Beispiele anzuwenden. Das Medium fördert logisches Denken, begriffliche Präzision sowie die Fähigkeit, philosophische Zusammenhänge eigenständig zu analysieren und zu beurteilen.

Fragestellungen zum Video mit Antworten


1. Welche Grundfrage behandelt das Video?

Das Video fragt, wie Veränderung philosophisch erklärt werden kann und welche Begriffe dafür notwendig sind.


2. Was versteht Aristoteles unter Potenz?

Potenz bezeichnet die Möglichkeit, etwas zu werden oder sich zu verändern. Sie beschreibt das noch nicht Verwirklichte.


3. Was bedeutet Akt?

Akt bezeichnet den verwirklichten Zustand eines Dinges. Etwas ist bereits das, was es aktuell ist.


4. Wie erklärt Aristoteles Veränderung?

Veränderung ist die Aktualisierung einer Möglichkeit durch etwas, das diese Wirklichkeit bereits besitzt.


5. Welche Position vertritt Heraklit?

Heraklit sieht die Wirklichkeit als ständigen Wandel. Alles befindet sich nach seiner Auffassung in fortwährender Veränderung.


6. Welche Auffassung vertritt Parmenides?

Parmenides hält Veränderung für eine Täuschung der Sinne und geht davon aus, dass das Sein unveränderlich ist.


7. Wie löst Aristoteles den Gegensatz zwischen Heraklit und Parmenides?

Er unterscheidet zwischen Möglichkeit und Wirklichkeit und erklärt Veränderung als Übergang von der Potenz zum Akt.


8. Warum benötigt jede Potenz eine Aktualisierung?

Weil eine bloße Möglichkeit sich nicht selbst verwirklichen kann, sondern eine bereits verwirklichte Ursache benötigt.


9. Welche Beispiele verwendet das Video zur Veranschaulichung?

Es nennt unter anderem einen Ball, der seine Farbe ändern kann, eine Buchecker, aus der eine Buche wächst, sowie die Bewegung einer Kuh.


10. Warum besitzt der Akt Vorrang vor der Potenz?

Weil eine Möglichkeit nur bestehen kann, wenn bereits etwas Wirkliches existiert, das diese Möglichkeit trägt oder verwirklichen kann.


11. Welche Bedeutung hat die Unterscheidung von Akt und Potenz für die Gottesbeweise?

Sie bildet die metaphysische Grundlage für die aristotelischen und thomanischen Gottesbeweise, insbesondere für den Gedanken des unbewegten Bewegers und des reinen Aktes.


12. Welche zentrale Aussage vermittelt das Video?

Das Video zeigt, dass Veränderung nur verständlich wird, wenn zwischen Möglichkeit und Wirklichkeit unterschieden wird und jede Aktualisierung auf eine bereits verwirklichte Ursache verweist.

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