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Hubertus Holschbach | ru-digitalKathmedia | Fundamentaltheologie Plus

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Der Gottesbeweis der Rationalisten

Fundamentaltheologie Plus - Ep 1.4.1.10.

Veröffentlichung:28.2.2023

Wenn es bei mir im Gebälk Geräusche gibt, dann ist die Ursache dafür in der Regel die Familie der Siebenschläfer, die dort wohnt. Wenn ihr auf eurer Couch eine euch unbekannte Sonnenbrille findet, dann fragt ihr euch von wem sie ist und wie sie dort hingekommen ist. Es juckt euch und ihr entdeckt einen Ausschlag auf den Beinen und ihr vermutet, dass ihr beim romantischen Lauf durch das hohe Sommergras im Sonnenuntergang, einer Brennnessel begegnet seid. Biologen fragen sich, wie es zum Rüssel des Elefanten gekommen ist und Physiker ob die Gezeiten vom Mond ausgelöst werden. Es ist also das normalste der Welt, dass wenn wir einer Sache begegnen, wir einen Grund für sie vermuten. Manchmal kennen wir den Grund, weil er offensichtlich ist. Manchmal entdecken wir den Grund nach kurzer oder längerer Prüfung. Und manchmal lässt sich der Grund nicht – oder noch nicht – feststellen, aber wir haben keinen Zweifel, dass es einen Grund geben muss. Dass es einen Grund gibt und geben muss, nennt man den „Satz vom zureichenden Grund“, den etwa der Philosoph Gottfried Wilhelm Leibniz nicht von ungefähr gemeinsam mit dem Satz vom Widerspruch (Zwei einander sich widersprechende Aussagen können nicht zugleich zutreffen) für ein fundamentales Prinzip menschlichen Denkens gehalten hat. Neu war der Gedanke von Leibniz natürlich nicht. Ob Platon oder Aristoteles und ihre Schüler bis in die Scholastik haben das selbe in ähnlichen Worten zum Ausdruck gebracht. Wissenschaftliches Streben aber auch das einfache Leben nach dem Hausverstandes kommt spätesten ab dem dritten menschlichen Lebensjahr ohne die Warumfrage – und die darin enthaltene Überzeugung, dass es Gründe geben muss - nicht aus.

Und doch müssen wir den Satz vom zureichenden Grund vom Kausalitätssatz unterscheiden. Beide haben mit Ursachen und Wirkungen zu tun, aber gemäß dem Kausalitätssatz ist eine Ursache von ihrer Wirkung verschieden. Denn etwas kann nicht seine eigene Ursache sein. Sonst müsste es existieren bevor es existiert, was absurd ist. Der Kausalitätssatz besagt nicht, dass ALLES eine Ursache hat, sondern lediglich dass Wirkungen, die eine Ursache haben, von diesen zu unterscheiden sind. Der Kausalitätssatz schließt also nicht aus, dass es etwas geben kann, das keine Ursache hat – nur erklärt er diese Dinge nicht. Hier tritt hingegen der Satz vom zureichenden Grund in Erscheinung. Er ist grundlegender als der Kausalitätssatz. Denn unter ihn fallen nicht nur verursachte Wirkungen, sondern auch Dinge, die sich selbst erklären. Bei Dingen, die eine Ursache haben, liegt ihre Erklärung nun ausserhalb von sich selbst, eben in jener Ursache. Aber wenn etwas keine Ursache haben sollte, dann sagt man, dass es selbsterklärend sein muss.

Ok. Nehmen also den Satz vom zureichenden Grund. Denn er schließt all das ein, was den Kausalitätssatz betrifft und noch mehr – eben auch die potentiell sich selbst erklärenden Dinge. Ist dieser Satz so fundamental wie Leibnitz sagte? Oder ist er nur eine willkürliche Annahme von rationalistischen Philosophen?

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