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Prof. Dr. Harald Seubert

Prof. Dr. Harald Seubert

Hegel I: Liebe und die Dialektiken der Aufklärung

Veröffentlichung:18.11.2021

Das Video stellt Hegels frühe philosophische und theologische Entwicklung vor und verortet sie im Umfeld von Schelling, Hölderlin, Kant, Spinoza, Platon und der Romantik. Im Zentrum steht Hegel als ausgebildeter Theologe, der nicht nur von abstrakter Vernunft ausgeht, sondern den Geist des Christentums, die Bedeutung der Liebe und die Positivität der Offenbarung neu bedenkt. Dabei wird Hegels Denken von Schleiermachers Religionsverständnis abgegrenzt, das Religion vor allem im Gefühl verortet. Hegel dagegen fragt nach dem konkreten geschichtlichen Gehalt des Christentums, nach Offenbarung, Heiliger Schrift und dogmatischer Gestalt. Zugleich zeigt das Video, wie Hegel seine Zeit politisch deutet: die Mechanik des Staates, die Ambivalenz der Französischen Revolution, die Bedeutung bürgerlicher Teilhabe und schließlich den Aufbau seines späteren Systems aus Logik, Naturphilosophie und Philosophie des Geistes.

Das Video behandelt die theologischen und philosophischen Hintergründe von Hegel, Schelling und Hölderlin, die am Tübinger Stift studierten. Hegel entwickelte seine Philosophie in Auseinandersetzung mit der Romantik und Schleiermachers Gefühlstheologie. Er kritisierte die romantische Ironie und entwickelte ein konservativ-revolutionäres Konzept, das die Positivität der Offenbarung betonte. Hegel betrachtete die französische Revolution kritisch und sah in der Schweizer Verfassung ein Vorbild für eine föderale bürgerliche Gesellschaft. Seine Philosophie umfasste die Logik, Naturphilosophie und Geistesphilosophie, wobei die Natur als das "Andere" des Geistes betrachtet wird. Hegels Naturphilosophie führt zur Philosophie des Geistes, wobei die Natur als eine Odyssee des Geistes gesehen wird.



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Für den Religionsunterricht eignet sich das Video besonders für die gymnasiale Oberstufe, wenn es um Religionsphilosophie, Christologie, Offenbarung, Glaube und Vernunft, politische Ethik oder das Verhältnis von Religion und Gesellschaft geht. Lernende können zunächst Hegels Verständnis des Christentums mit Schleiermachers Deutung der Religion als Gefühl vergleichen und dabei fragen, ob Religion eher persönliche Innerlichkeit, geschichtliche Offenbarung, ethische Praxis oder gemeinschaftliche Lebensform ist. Besonders fruchtbar ist die Beschäftigung mit Hegels Gedanken der Liebe als Selbstfinden im Anderen, da hier zentrale christliche Motive wie Hingabe, Entäußerung, Versöhnung und Gottesbeziehung philosophisch erschlossen werden können. Methodisch bietet sich eine strukturierte Arbeit mit Leitbegriffen an: Gefühl, Offenbarung, Liebe, Positivität, Staat, Freiheit, bürgerliche Gesellschaft, Natur und Geist. Lernende können in Gruppen unterschiedliche Positionen erarbeiten und in einem Streitgespräch gegenüberstellen, etwa Hegel und Schleiermacher oder Hegel und Schiller. Auch eine Verbindung zu aktuellen Fragen ist möglich: Welche Rolle soll Religion in einer pluralen Gesellschaft spielen? Wie kann Freiheit politisch gestaltet werden, ohne in bloße Mechanik oder Gewalt umzuschlagen? Welche Bedeutung haben Teilhabe, Verantwortung und Gemeinschaft für ein christliches Menschenbild? Das Medium fordert dazu heraus, philosophische Tiefe mit theologischer Urteilsbildung zu verbinden und Hegels Denken nicht nur historisch, sondern als Herausforderung für gegenwärtige Fragen nach Liebe, Freiheit, Offenbarung und gesellschaftlichem Zusammenleben zu erschließen.

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