Im Mittelalter waren Glaube und Kirche allgegenwärtig und bestimmten große Teile des Lebens. Beim Konstanzer Konzil trafen vor 600 Jahren weltliche und kirchliche Machtansprüche aufeinander. Das Gottesgnadentum, die Legitimation weltlicher Vormachtstellung, war durch die Existenz von drei Päpsten bedroht und damit schien auch die - über das gesamte Mittelalter gültige - Auffassung der Einheit kirchlichen und weltlichen Lebens bedroht. Der Film erklärt aus der zeitlichen Perspektive des späten Mittelalters die Bedeutung des mittelalterlichen Glaubens und spürt der Faszination religiöser Riten nach.
Das Video „Welche Rolle spielte die Kirche?“ aus der Reihe „Das Mittelalter Experiment“ beleuchtet die zentrale Bedeutung der Kirche im Leben der Menschen des späten Mittelalters. Anhand historischer Rekonstruktionen, Experimente und anschaulicher Beispiele wird gezeigt, wie stark Religion den Alltag, das Denken und die gesellschaftliche Ordnung prägte. Das Medium erklärt die Rolle von Gottesdiensten, Sakramenten, Wallfahrten, Reliquien und kirchlichen Festen sowie die Bedeutung von Himmel, Hölle und Fegefeuer für die mittelalterliche Vorstellungswelt. Darüber hinaus wird deutlich, dass die Kirche nicht nur religiöse, sondern auch politische und gesellschaftliche Macht besaß und das Leben der Menschen von der Geburt bis zum Tod begleitete. Der Film vermittelt somit einen lebendigen Einblick in die enge Verbindung von Glauben, Gesellschaft und Herrschaft im Mittelalter.