Für den Religionsunterricht bietet das Material zahlreiche Anknüpfungspunkte zu zentralen Themen wie Menschenwürde, soziale Gerechtigkeit, Nächstenliebe, Verantwortung, Solidarität und gesellschaftliche Teilhabe. Die Poetry Slams eignen sich hervorragend als motivierende Einstiege in Unterrichtseinheiten, da sie emotionale Zugänge eröffnen und die Lebenswelt der Lernenden aufgreifen. Methodisch kann zunächst ein Slam gehört oder gelesen und anschließend mithilfe von Impulsfragen analysiert werden. Daran anschließend bieten sich Diskussionsformate, Positionierungsmethoden, Schreibgespräche oder die Dissonanzmethode an, um eigene Einstellungen zu Armut, Geld und Konsum sichtbar zu machen. Besonders gewinnbringend ist die kreative Weiterarbeit durch das Verfassen eigener Poetry Slams, in denen Lernende ihre Perspektiven, Erfahrungen und Lösungsideen formulieren. Dadurch werden sowohl sprachliche Kompetenzen als auch Empathie und Perspektivübernahme gefördert. Im Religionsunterricht können zudem biblische Texte zur Gerechtigkeit, prophetische Sozialkritik oder die katholische Soziallehre ergänzend eingebunden werden. Das Material eignet sich für projektorientiertes Lernen, fächerverbindende Vorhaben mit Deutsch oder Kunst sowie für Präsentationen im schulischen oder kirchlichen Kontext. Die praxisnahen Aufgaben ermöglichen eine sensible Thematisierung von Armut, ohne betroffene Lernende zu stigmatisieren, und fördern eine wertschätzende Gesprächskultur über soziale Ungleichheit.
Einheit 1: Was ist Armut?
Das Unterrichtsmaterial „Einheit 1: Was ist Armut?“ von youngCaritas greift das Thema Armut anhand des Poetry Slams „Kein Alibi um zu lieben“ von Patti Basler auf. Der Slam thematisiert unterschiedliche Lebensbedingungen von Jugendlichen, Fragen sozialer Gerechtigkeit sowie den Zusammenhang von Armut, Konsum und Solidarität. Die Materialien führen in die Begriffe absolute und relative Armut ein und verdeutlichen, dass Armut nicht nur einen Mangel an finanziellen Ressourcen bedeutet, sondern auch mit Ausgrenzung, fehlenden Chancen und eingeschränkter gesellschaftlicher Teilhabe verbunden sein kann. Neben Hintergrundinformationen zur Armutsdefinition in der Schweiz enthält die Einheit Diskussionsfragen, kreative Übungen und Anregungen zur persönlichen Auseinandersetzung mit Lebensqualität, Werten und gesellschaftlicher Verantwortung.
Für den Religionsunterricht bietet das Material vielfältige Anknüpfungspunkte zu den Themen Menschenwürde, Gerechtigkeit, Solidarität und christliche Verantwortung. Der Poetry Slam eignet sich besonders als emotionaler und lebensweltorientierter Einstieg in die Unterrichtseinheit. Die Lernenden können zunächst ihre Eindrücke zum Text sammeln und anschließend zentrale Fragen diskutieren, etwa nach dem notwendigen Lebensstandard, nach gerechter Verteilung von Ressourcen oder nach den Ursachen von Armut. Die Übung „Was ist Lebensqualität?“ eröffnet einen persönlichen Zugang, indem Lernende eigene Prioritäten reflektieren und mit denen anderer vergleichen. Dadurch wird deutlich, dass Vorstellungen von einem gelingenden Leben individuell geprägt sind. Die Übung „Armut hier und weltweit“ ermöglicht eine Differenzierung zwischen absoluter und relativer Armut und fördert die Fähigkeit, globale und lokale Perspektiven miteinander zu verbinden. Im weiteren Unterrichtsverlauf lassen sich biblische Texte zur Gerechtigkeit, prophetische Sozialkritik, die Option für die Armen sowie die Prinzipien der katholischen Soziallehre einbeziehen. Besonders gewinnbringend ist die kreative Weiterarbeit durch das Verfassen eigener Poetry Slams oder Stellungnahmen zu Fragen von Armut und Reichtum. Auf diese Weise werden sprachliche Ausdrucksfähigkeit, ethische Urteilsbildung und Empathie gleichermaßen gefördert. Das Material eignet sich für die Sekundarstufe I sowie für projektorientierte und fächerverbindende Unterrichtsformen im Religionsunterricht und im Fach Deutsch.
Einheit 2: Leben mit wenig Geld
Das Unterrichtsmaterial „Einheit 2: Leben mit wenig Geld“ von youngCaritas setzt sich anhand des Poetry Slams „Mindesthohn“ von Jean Philippe Kindler mit den Ursachen, Folgen und Erfahrungen von Armut auseinander. Im Mittelpunkt steht die fiktive Figur Petra, die für einen geringen Stundenlohn arbeitet und deren Gedanken, Sorgen und Hoffnungen im Verlauf einer einzigen Arbeitsminute sichtbar werden. Die Materialien thematisieren materielle Armut in der Schweiz, Armutsgefährdung, Working Poor sowie soziale Ungleichheit und stellen die Frage nach dem Zusammenhang von Geld, Lebensqualität und Menschenwürde. Ergänzend werden Fallgeschichten vorgestellt, die unterschiedliche Lebenswege von armutsbetroffenen Menschen verdeutlichen und Einblicke in die komplexen Ursachen von Armut geben.
Für den Religionsunterricht eröffnet das Material zahlreiche Möglichkeiten, zentrale ethische und religiöse Fragestellungen zu bearbeiten. Der Poetry Slam eignet sich als emotionaler und lebensnaher Einstieg, da er abstrakte gesellschaftliche Zusammenhänge auf die Erfahrungen eines konkreten Menschen herunterbricht. Nach dem Hören oder Lesen des Textes können die Lernenden die Frage diskutieren, ob der Wert eines Menschen von seiner beruflichen Leistung oder seinem Einkommen abhängt. Die Fallgeschichten ermöglichen eine vertiefte Auseinandersetzung mit unterschiedlichen Armutsursachen wie Arbeitslosigkeit, Krankheit, Trennung, Bildungsbenachteiligung oder Migration. Durch die anschauliche Methode mit Fäden und einer Figur wird sichtbar, wie verschiedene Belastungen zusammenwirken und Menschen in Krisensituationen geraten können. Gleichzeitig lenkt die Methode den Blick auf Ressourcen, Unterstützungssysteme und Hoffnungsquellen. Die Übung „Was macht dein Leben reich?“ bietet einen persönlichen Zugang zur Unterscheidung zwischen materiellen und immateriellen Werten. Dadurch können Lernende reflektieren, welche Bedeutung Freundschaft, Familie, Anerkennung, Freiheit oder Spiritualität für ein gelingendes Leben besitzen. Im Religionsunterricht lassen sich Verbindungen zur biblischen Botschaft von Gerechtigkeit und Barmherzigkeit, zur Option für die Armen, zur katholischen Soziallehre sowie zur Frage nach einem menschenwürdigen Leben herstellen. Das Material fördert Empathie, ethische Urteilsfähigkeit und die Bereitschaft, gesellschaftliche Verantwortung zu übernehmen. Es eignet sich besonders für projektorientierte Unterrichtsformen, fächerverbindendes Arbeiten mit Deutsch oder Sozialkunde sowie für Unterrichtseinheiten zu sozialer Gerechtigkeit und Menschenrechten.
Einheit 3: Armut grenzt aus
Das Unterrichtsmaterial „Einheit 3: Armut grenzt aus“ von youngCaritas beschäftigt sich mit den sozialen Folgen von Armut und macht deutlich, dass finanzielle Benachteiligung häufig zu Ausgrenzung, eingeschränkter gesellschaftlicher Teilhabe und ungleichen Bildungschancen führt. Ausgangspunkt ist der Poetry Slam „Glücksschmied“ von Samuel Richner, der die verbreitete Vorstellung hinterfragt, jeder Mensch sei ausschließlich seines Glückes Schmied. Anhand des Bildes eines Goldschmieds verdeutlicht der Text, wie sehr individuelle Lebenswege von familiären, sozialen und wirtschaftlichen Voraussetzungen geprägt werden. Die Materialien zeigen die Zusammenhänge zwischen Armut, Chancenungleichheit, Gesundheit und gesellschaftlicher Teilhabe auf und regen dazu an, über Privilegien, Gerechtigkeit und die Bedeutung von Unterstützungssystemen nachzudenken.
Für den Religionsunterricht bietet das Material vielfältige Möglichkeiten, soziale Gerechtigkeit, Menschenwürde und Verantwortung für Benachteiligte zu thematisieren. Der Poetry Slam eignet sich hervorragend als motivierender Einstieg in die Frage nach den Bedingungen eines gelingenden Lebens. Die Lernenden können zunächst reflektieren, welche Faktoren sie selbst bei ihren Erfolgen unterstützt haben und inwiefern Herkunft, Familie, Bildung oder finanzielle Ressourcen Chancen eröffnen oder begrenzen. Besonders eindrucksvoll ist das Ausgrenzungsspiel, das emotionale Erfahrungen von Ablehnung, Ignoranz und Zugehörigkeit erfahrbar macht. In der anschließenden Reflexion können die Lernenden Gefühle, Rollen und Handlungsmöglichkeiten analysieren und Strategien gegen Ausgrenzung entwickeln. Die Übung „Max Money und Gina Geld“ ermöglicht einen lebensweltnahen Zugang zu den alltäglichen Kosten des Lebens und verdeutlicht, wie finanzielle Einschränkungen soziale Kontakte, Freizeitgestaltung, Gesundheit und Bildungschancen beeinflussen können. Im Religionsunterricht lassen sich diese Erfahrungen mit biblischen Perspektiven auf Gerechtigkeit, Nächstenliebe und Solidarität verbinden. Ebenso bieten sich Bezüge zur katholischen Soziallehre, zur Option für die Armen sowie zu Fragen der Chancengerechtigkeit und gesellschaftlichen Verantwortung an. Die Materialien fördern Empathie, Perspektivübernahme und ethische Urteilsbildung und eignen sich besonders für handlungsorientierte, projektorientierte und dialogische Unterrichtsformen. Die kreative Weiterarbeit durch eigene Texte, Visionen einer gerechten Gesellschaft oder Diskussionen über soziale Teilhabe eröffnet zusätzliche Möglichkeiten für einen lebensnahen Religionsunterricht.
Einheit 4: Ich setze mich ein
Das Unterrichtsmaterial „Einheit 4: Ich setze mich ein“ von youngCaritas richtet den Blick auf Handlungsmöglichkeiten im Umgang mit Armut und sozialer Benachteiligung. Ausgangspunkt ist der Poetry Slam „Schreiben Sans Papier“ von Simon Chen, der die Lebenssituation von Menschen ohne geregelten Aufenthaltsstatus eindrucksvoll beschreibt. Der Text macht sichtbar, welche Ängste, Unsicherheiten und Einschränkungen das Leben von Sans Papiers prägen und wie eng Armut, gesellschaftliche Ausgrenzung und fehlende Teilhabe miteinander verbunden sind. Darüber hinaus stellt die Einheit verschiedene individuelle und gesellschaftliche Lösungsansätze vor und zeigt anhand der Arbeit von Caritas konkrete Möglichkeiten sozialen Engagements auf. Im Mittelpunkt steht die Frage, wie Menschen Verantwortung für andere übernehmen und sich aktiv für mehr Gerechtigkeit einsetzen können.
Für den Religionsunterricht eignet sich das Material besonders, um die Themen Solidarität, Menschenwürde, gesellschaftliche Verantwortung und Nächstenliebe handlungsorientiert zu erschließen. Der Poetry Slam ermöglicht einen emotionalen Zugang zur Lebenswirklichkeit von Sans Papiers und regt die Lernenden dazu an, über Unsichtbarkeit, Zugehörigkeit und soziale Ausgrenzung nachzudenken. Die Diskussionsfragen fördern Perspektivwechsel und Empathie, indem sie die Lernenden einladen, sich in Menschen hineinzuversetzen, die ohne rechtliche Absicherung leben müssen. Das Stuhlspiel macht Solidarität unmittelbar erfahrbar: Während im ersten Durchgang Konkurrenz und Ausschluss erlebt werden, steht im zweiten Durchgang die gemeinsame Suche nach Lösungen im Vordergrund. Dadurch wird deutlich, dass gesellschaftliche Herausforderungen nur durch Kooperation und gegenseitige Unterstützung bewältigt werden können. Die Methode „Glücksschmiedin beziehungsweise Glücksschmied“ eröffnet eine kontroverse Auseinandersetzung mit Fragen nach Eigenverantwortung, sozialer Hilfe und gesellschaftlicher Gerechtigkeit. Durch die Fishbowl Diskussion lernen die Lernenden, unterschiedliche Positionen nachzuvollziehen, Argumente abzuwägen und eigene Standpunkte zu entwickeln. Im Religionsunterricht lassen sich vielfältige Bezüge zu biblischen Texten über Fremde, Arme und Ausgegrenzte herstellen. Ebenso können die Prinzipien der katholischen Soziallehre, die Menschenrechte sowie aktuelle Fragen von Migration, Integration und sozialem Engagement thematisiert werden. Das Material fördert ethische Urteilsfähigkeit, Dialogkompetenz und die Bereitschaft, Verantwortung für andere Menschen zu übernehmen. Besonders wertvoll ist dabei die konsequente Ausrichtung auf konkrete Handlungsmöglichkeiten und die Frage, wie junge Menschen selbst zu einer gerechteren Gesellschaft beitragen können.