Im Alten Testament betet der Psalmist: „Dein Angesicht, Herr, will ich suchen.“ Warum sein Antlitz? Wie ist die Aussage des Beters zu verstehen? Alle Äußerlichkeit sagt doch noch nichts darüber aus, wer Gott ist. Liegt der eigentliche Gehalt des Antlitzes also hinter dem, was man auf den ersten Blick sieht?
Im Text wird thematisiert, wie in den Psalmen immer wieder die Sehnsucht nach dem Angesicht Gottes zum Ausdruck kommt. Der Sprecher nähert sich dieser Bitte durch grundlegende menschliche Erfahrungen im Umgang mit Gesichtern. Er vergleicht die Beziehung zwischen Mutter und Kind, die Bedeutung von Gesichtern in zwischenmenschlichen Beziehungen und die Art und Weise, wie Menschen durch ihre Umgebung erkennbar werden. Der Autor führt dann diese Erkenntnisse auf die Frage nach Gott und seinem Angesicht zurück, besonders im Kontext von Jesus Christus. Die Erfahrung von Gottes Angesicht wird als erfüllende Hoffnung und Ziel dargestellt.