Die ethischen Tugenden sind laut Aristoteles die richtige Mitte (zu griechisch "mesotes") zwischen zwei schlechten Extremen. Wie man die richtige Mitte findet, welche Rolle die Klugheit dabei spielt und wann man ein tugendhafter Mensch ist, erfährst du in diesem Clip.
Aristoteles strebt danach zu verstehen, wie der Mensch ein gutes Leben, die sogenannte eudaimonia, führen kann. Dieses gute Leben definiert er als tugendhaftes Leben. Im vorherigen Clip wurde bereits die Bedeutung des vernünftigen Seelenvermögens für die Entwicklung der Tugenden betrachtet, insbesondere der dianoetischen Tugenden. Diesmal liegt der Fokus auf den ethischen Tugenden oder Charaktertugenden. Aristoteles erklärt, dass Tugend, übersetzt als "arete," Tüchtigkeit, Tauglichkeit, Gutsein, Vortrefflichkeit oder Bestzustand bedeuten kann. Gemäß Aristoteles ist eine Sache dann gut, wenn sie ihre spezifische Aufgabe oder Funktion erfüllt, ähnlich wie ein Messer gut ist, wenn es gut schneidet. Für den Menschen besteht das Ergon, die spezifische Funktion, in der Vernunft.