Das Video führt in das moderne Verständnis von Ethik ein und stellt die Position Immanuel Kants als Gegenentwurf zur antiken Glücksethik vor. Während Aristoteles Ethik als Suche nach dem guten und glücklichen Leben versteht, betrachtet Kant die Ethik als Wissenschaft von den Pflichten. Im Mittelpunkt steht die Frage, was Menschen tun sollen und welche moralischen Normen unabhängig von persönlichen Interessen gelten. Das Video erläutert den Begriff des sittlichen Sollens und zeigt anhand des Beispiels des Lügens, dass moralische Verpflichtungen nach Kant unbedingt gelten und nicht von individuellen Wünschen oder Vorteilen abhängig sind. Darüber hinaus wird die Unterscheidung zwischen Gut und Böse einerseits sowie Gut und Schlecht andererseits erklärt. Im weiteren Verlauf wird die grundlegende Voraussetzung der kantischen Ethik thematisiert, nämlich die Annahme eines Gewissens oder moralischen Bewusstseins, das Menschen Orientierung für ihr Handeln gibt. Abschließend verweist das Video auf zentrale Einwände der modernen Philosophie gegen diese Vorstellung und bereitet damit eine kritische Auseinandersetzung mit dem Pflichtbegriff vor.
Was ist die Ethik? Die Ethik fragt nach dem was sittlich richtig und falsch ist.
PHILOSOPHISCHE ETHIK
Das menschliche Leben ist eine Abfolge von Entscheidungen. Der Mensch steht daher unausweichlich vor der Frage nach dem richtigen Handeln. Hier sucht die Ethik nach einer begründeten Antwort. Kriterium des richtigen Handels ist die Selbstzwecklichkeit des Menschen. Verantwortbar ist ein Handeln, das den berechtigten Anspruch der Betroffenen auf ihr Glück und die dazu erforderlichen Güter und Rechte respektiert.
WONACH FRAGT DIE PHILOSOPHISCHE ETHIK?
Die beiden klassischen Antworten in der Geschichte der Philosophie lauten: (a) sie fragt nach dem Glück; das ist die Antwort der Antike (Aristoteles). Dagegen ist einzuwenden: Das Glück ist eine subjektive Größe. Jeder muss nach seiner eigenen Fasson glücklich werden. (b) Sie fragt, was wir tun sollen; das ist die Antwort der Moderne (Kant). Dagegen stehen die Einwände Nietzsches und der Soziobiologie.
Eine Vorlesungsreihe in Zusammenarbeit mit der Hochschule für Philosophie, München.