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Eine kurze Geschichte des Friedens

Veröffentlichung:10.10.2023

Die Unterrichtsstunde "Eine kurze Geschichte des Friedens" mit vier Seiten untersucht den Friedensbegriff über eine Videoanaylse zu Positionen von Johan Galtung, Augustinus von Hippo, Thomas Hobbes und Immanuel Kant. Zudem wird ein Rollenspiel zur Umsetzung eines Friedensschlusses durchgeführt.  

Diese Unterrichtsstunde ist direkt im Feld methodisch-didaktischer Kommentar beschrieben. Das Video, auf das sie sich bezieht, ist im Dropdown-Menü eingebettete Medien sowie unter "Medium öffnen" auf dieser Seite zu finden.

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Unterrichtsstunde: Eine kurze Geschichte des Friedens

(90 Minuten)


I. Einführung (10 Minuten)

Beginnen Sie die Unterrichtsstunde, indem Sie das einführende Video zeigen: "Der Traum vom Ende aller Kriege ist älter als die Friedensbewegung der 1960er Jahre."

Nach dem Video stellen Sie die Hauptfrage: "Warum gelingt es nicht überall auf der Welt, Frieden zu stiften, und wie funktioniert Frieden?"

Diskutieren Sie mit den Schülern kurz darüber, was sie über Frieden wissen oder denken.

II. Diskussion (15 Minuten)

Teilen Sie die Klasse in kleine Gruppen auf und geben Sie jeder Gruppe einen der Philosophen (Galtung, Augustinus, Hobbes, Kant) oder das Beispiel des Westfälischen Friedens nach dem 30-jährigen Krieg.

Jede Gruppe soll darüber diskutieren, wie die jeweilige Person oder das Ereignis Frieden und Krieg sieht.

Lassen Sie jede Gruppe ihre Erkenntnisse in der Gesamtgruppe präsentieren.


Positionen von Johan Galtung, Augustinus von Hippo, Thomas Hobbes und Immanuel Kant zum Thema Frieden:


Johan Galtung:

Position: Galtung unterscheidet zwischen negativem und positivem Frieden. Negativer Frieden ist der Zustand des Nicht-Krieges, in dem keine Waffen mehr benutzt werden. Positiver Frieden ist ein Zustand, in dem Gerechtigkeit herrscht, Armut und Diskriminierung beseitigt sind. Galtung betont die Bedeutung von sozialer Gerechtigkeit und einer gerechten Verteilung von Ressourcen als Grundlage für dauerhaften Frieden.


Augustinus von Hippo:

Position: Augustinus von Hippo glaubte, dass der Mensch grundsätzlich in Frieden leben möchte. Nach seiner Ansicht streben sogar Terroristen nach Frieden, allerdings in Form eines anderen Friedens. Er betonte die Sehnsucht des Menschen nach innerem und äußerem Frieden und den Wunsch nach harmonischen Beziehungen.


Thomas Hobbes:

Position: Hobbes' Sicht auf den Frieden ist pessimistischer. Er sah den Menschen als Egoisten an, der nach seinem eigenen Vorteil strebt. Sein berühmtes Zitat "Der Mensch ist dem Mensch ein Wolf" verdeutlicht seinen Glauben an einen natürlichen Kriegszustand. Hobbes argumentierte, dass Frieden nur durch einen starken Staat erreicht werden kann, der Sicherheit und Ordnung gewährleistet, auch durch militärische Abschreckung.


Immanuel Kant:

Position: Kant vertrat die Ansicht, dass Menschen grundsätzlich fähig sind, vernünftig und friedlich miteinander zu leben. Er betonte die Idee des positiven Friedens und plädierte in seinem Werk "Zum Ewigen Frieden" für die Errichtung von internationalen Organisationen, die Kriege verhindern sollen. Kant glaubte an die Möglichkeit, dauerhaften Frieden durch völkerrechtliche Vereinbarungen und Diplomatie zu erreichen.


Diese verschiedenen philosophischen Positionen verdeutlichen die Vielfalt der Denkweisen über Frieden und wie er in der Gesellschaft erreicht werden kann. Sie spiegeln unterschiedliche Ansichten über die Natur des Menschen, die Rolle von Institutionen und die Bedingungen für dauerhaften Frieden wider.


III. Praktische Anwendung (15 Minuten)

Führen Sie eine Aktivität durch, bei der die Schüler die Bedeutung von Friedensverträgen verstehen. Bitten Sie die Schüler, sich in kleine Gruppen zu teilen und in einem Rollenspiel den Abschluss eines fiktiven Friedensvertrags zwischen zwei verfeindeten Parteien zu simulieren.

Die Schüler sollten die Bedeutung von Zugeständnissen und Vereinbarungen erfahren, um Frieden zu schaffen.


Vorbereitung (5 Minuten):

Teilen Sie die Schüler in zwei Gruppen auf, die jeweils eine der verfeindeten Parteien repräsentieren.

Jede Gruppe wählt einen Sprecher, der die Verhandlungen leitet.

Einführung (5 Minuten):

Erklären Sie den Schülern, dass sie in einem Rollenspiel die Verhandlungen für einen Friedensvertrag zwischen zwei feindlichen Nationen führen werden.

Die beiden Nationen haben sich in einem langwierigen Konflikt befunden und sind bereit, über einen Friedensvertrag zu verhandeln.

Verhandlungen (15-20 Minuten):

Die beiden Sprecher setzen sich an den Verhandlungstisch.

Jede Gruppe stellt ihre wichtigsten Forderungen und Bedenken vor. Die Sprecher sollten diplomatisch und respektvoll miteinander kommunizieren.

Die Gruppen notieren die Punkte, über die Einigkeit erzielt wird, und diejenigen, bei denen noch Uneinigkeit herrscht.

Kompromiss (10 Minuten):

Die Schüler in den Gruppen diskutieren, welche Zugeständnisse sie bereit sind zu machen, um den Friedensvertrag abzuschließen.

Jede Gruppe sollte eine Liste der Zugeständnisse vorbereiten, die sie der anderen Gruppe anbieten möchten.

Unterzeichnung des Friedensvertrags (5 Minuten):

Die beiden Sprecher setzen sich erneut zusammen und tauschen die Angebote für Zugeständnisse aus.

Wenn beide Seiten zufrieden sind, können sie den Friedensvertrag unterzeichnen.

Reflexion (5 Minuten):

Diskutieren Sie mit den Schülern, wie es sich angefühlt hat, eine Verhandlung zu führen und Zugeständnisse zu machen.

Betonen Sie die Bedeutung von Diplomatie und Kompromissen bei der Konfliktlösung.

Dieses Rollenspiel vermittelt den Schülern einen praktischen Einblick in Friedensverhandlungen und verdeutlicht die Bedeutung von Verhandlungsgeschick, Diplomatie und Kompromissen bei der Lösung von Konflikten.


IV. Präsentation der praktischen Anwendung (10 Minuten)

Lassen Sie jede Gruppe kurz ihre Friedensvertragsverhandlung vorstellen und erklären, wie sie zu einer Einigung gekommen sind.

V. Reflexion und Zusammenfassung (15 Minuten)

Diskutieren Sie mit den Schülern, welche Hindernisse und Herausforderungen es bei der Schaffung von Frieden gibt, wie im Fall von Syrien.

Betonen Sie die Bedeutung von Diplomatie und der Zusammenarbeit von Nationen und Organisationen wie den Vereinten Nationen.

Fragen Sie die Schüler nach ihren eigenen Ideen und Lösungen, wie der Frieden gefördert werden kann.

VI. Hausaufgabe (10 Minuten)

Geben Sie den Schülern die Aufgabe, zu Hause eine kurze Reflexion darüber zu schreiben, was Frieden für sie persönlich bedeutet und wie sie dazu beitragen können, Frieden in ihrer Gemeinschaft zu fördern.

VII. Abschließende Worte (5 Minuten)

Schließen Sie die Unterrichtsstunde mit einer Zusammenfassung der wichtigsten Lektionen und Betonung der Bedeutung des Friedens ab.

VIII. Zusätzliche kreative Ideen (10 Minuten)

Zeigen Sie den Schülern, wie sie Friedenssymbole wie die Taube oder den Friedensgürtel zeichnen können. Bitten Sie sie, ihre eigenen Friedenssymbole zu gestalten und zu teilen.

IX. Bibelzitate (5 Minuten)

Erklären Sie den Schülern, dass viele Religionen den Frieden als wichtiges Konzept behandeln. Teilen Sie ein passendes Bibelzitat, wie zum Beispiel "Selig sind die Friedensstifter, denn sie werden Kinder Gottes genannt werden" (Matthäus 5:9).

Diskutieren Sie kurz die Bedeutung des Zitats und wie es sich auf das Thema Frieden bezieht.

Diese Unterrichtsstunde zielt darauf ab, Schülern ein besseres Verständnis für Frieden zu vermitteln, indem sie verschiedene Perspektiven und historische Beispiele betrachten. Sie fördert auch die kritische Denkfähigkeit und die Beteiligung der Schüler.

Medien, die Teil des aufgelisteten Materials sind und in weiteren Kontexten Verwendung finden können.

TerraX | ZDF

7.3.2022

Umfang: Anregung

Schulbereich: Sekundarstufe II

Hessen

Hessen

Sekundarstufe II | Q3 Ethik – die Frage nach Gut und Böse

Q3.5 Zukunft der Erde, Zukunft des Menschen und kirchliche Positionen.

Rheinland-Pfalz

Rheinland-Pfalz

Sekundarstufe II | 13 Der Mensch und seine Zukunft - Die Zukunft der Menschheit

13 / 2. Frieden, Freiheit und Gerechtigkeit – eine Herausforderung an die Christen.

Text

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10.10.2023

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Unterrichtsstunde

Menschen & Welt

Suchen, Verarbeiten und Aufbewahren ,Kommunizieren und Kooperieren ,Produzieren und Präsentieren ,Analysieren und Reflektieren

mittel

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