„Ich sah in dieser Nacht… ein Mann saß auf einem roten Pferde.“ - und das ist nicht das einzige „Nachtgesicht“, das der Prophet Sacharja in seinem Buch sieht. Alle anderen Visionen und was sonst noch in diesem prophetischen Buch vorkommt, fasst SOMMERS WELTLITERATUR in sieben Minuten zusammen.
Genau wie sein Kollege und unmittelbarer Vorgänger Haggai erfüllt Sacharja sozusagen die Aufgaben eines Controllers beim Wiederaufbau des Tempels nach der Rückkehr aus der babylonischen Gefangenschaft. Dabei verkündet er im Auftrag des Herrn nicht weniger als acht sehr abgefahrene Visionen, die alle mehr oder weniger direkt mit der genannten historischen Situation zu tun haben. Anschließend wendet er sich direkt an das Volk Israel, gibt ihnen einige gute Ratschläge und schildert die künftige Heilszeit, wenn Gott in seinem Tempel bei seinem Volk wohnt - und dann übernimmt (aller Wahrscheinlichkeit nach einige Jahrhunderte später) ein zweiter Prophet unter dem Namen Sacharja. Er droht zunächst den Nachbarvölkern, verheißt dann Jerusalem eine positive Zukunft („Tochter Zion, freue dich!“) - plötzlich jedoch verändert sich diese Friedensvision in eine von Zerstörung und Krieg inklusive Zombie-Angriff. Möglicherweise ist es also eine dritte Stimme, die sich hier im Buch des Propheten Sacharja wiederfindet (ähnlich wie im Jesaja-Buch). Am Ende steht die Rettung eines kleinen Rests von Menschen am Tag des Herrn.