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Fritz Bauer Institut

Fritz Bauer Institut

Erna Goldmann

Von Frankfurt nach Tel Aviv. Die Geschichte von Erna Goldmann

Veröffentlichung:1.1.2012

Die vom Pädagogischen Zentrum des Fritz Bauer Instituts und des Jüdischen Museums herausgegebene Unterrichtsreihe „Von Frankfurt nach Tel Aviv“ stellt am Beispiel der Biografie der in Frankfurt am Main geborenen Erna Goldmann auf 52 Seiten den Lebensweg dar, der von Deutschland nach Israel führte. Vor dem Hintergrund dieser Auswanderung wird die jüdische Geschichte vom 12. Jahrhundert bis zur Gründung Israels dargestellt.

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Der Einstieg erfolgt mit Bildern aus dem Leben der Erna Goldmann. Ihr Lebenslauf kann auf Basis von Quellen, Bildern und einem YouTube Video von den Lernenden nachgezeichnet werden. Dazu sind Aufgabenstellungen auf Seite 10 zu finden. Erna Goldmanns Familiengeschichte soll anhand eines Stammbaums auch zum Beispiel in Form eines Zeitungsartikels erfasst werden. Daraus entwickeln sich Fragen, die die Lernenden interessieren und die im Verlauf der Einheit beantwortet werden können.

Das vierte Kapitel der Einheit beschäftigt sich beispielsweise mit der Entstehung des Zionismus und seiner Umsetzung im Staat Israel. Dabei werden sowohl Gründe für die Entstehung der zionistischen Idee als auch ihre Ziele und Inhalte thematisiert. Dies geschieht über die Vorstellung Theodor Herzls und seines Buches „Der Judenstaat“, indem der jüdische Staat als Lösung des immer wieder aufkommenden Antisemitismus in Europa gesehen wird. So hatte auch die Dreyfus-Affäre in Frankreich gezeigt, dass Juden, auch wenn sie völlig integriert sind, in christlichen Staaten nicht frei von Diskriminierung und Ausgrenzung leben können. Zudem werden auch die zionistische Jugendbewegung und die Unterstützung europäischer Juden bei der Auswanderung nach Palästina sowie die Risiken, denen Flüchtlingsschiffe oft ausgesetzt waren, dargestellt. Dazu wird auch eine Webrecherche vorgeschlagen.

Das fünfte Kapitel behandelt den Nationalsozialismus und den Umgang der jüdischen Gemeinden mit den Maßnahmen der neuen deutschen Regierung. In einem Brief des Vorstands der Jüdischen Gemeinde in Frankfurt an seine Mitglieder werden diese aufgerufen, sich für die Verteidigung ihrer Rechte auch im NS-Staat einzusetzen. Dabei wird die Verbundenheit mit Deutschland und der deutschen Kultur und Geschichte stark betont. Die Lernenden erkennen das Gefühl der tiefen Verwurzelung der jüdischen Gemeinden in der deutschen Tradition.

Das sich daran anschließende Material zeigt die zunehmende Ausgrenzung und Entrechtung der jüdischen Bevölkerung, auf die wie auch im Fall der Familie Goldmann vielfach mit Auswanderung reagiert wurde. Anhand der Fluchtroute der Familie Goldmann nach Palästina kann dies nachverfolgt werden. Dabei werden sowohl das neue Gefühl der Einheit und der Sicherheit wie auch die stadtgeschichtlichen Veränderungen in Tel Aviv vermittelt. Es wird auch deutlich, dass viele Einwanderer, deren Ausbildung oder Studium aus Deutschland nicht anerkannt wurde, plötzlich ganz andere Aufgaben wie zum Beispiel als Bauarbeiter, Bauer, Taxifahrer oder Haushaltshilfen übernehmen mussten und dies eine weitere Zäsur im Leben der Betroffenen war.

Im sechsten Kapitel wird nach einer kurzen Einführung in die Geschichte Palästinas zudem die politisch schwierige und konfliktvolle Entwicklung der jüdisch-arabischen Koexistenz erläutert, die auch die Familie Erna Goldmanns betroffen hat. Mit Hilfe der Quellen zur britischen Balfour-Deklaration, die jüdische und arabische Interessen in Palästina als gleichermaßen berechtigt erklärte und einer Stellungnahme des nach Palästina ausgewanderten Martin Bubers zum jüdisch-arabischen Verhältnis können die Anfänge und einige Positionen des Nahost-Konflikts anschaulich beleuchtet werden.

Das letzte Kapitel bietet ab Seite 40 eine Beschäftigung mit der Frage, wie jüdische Menschen Deutschland nach der Befreiung vom Nationalsozialismus sehen. Dabei wird auch das Gefühl und der Begriff der Heimat untersucht. Erna Goldmann äußert dabei zwiespältige Gefühle: Ausgrenzung und Verfolgung wiederholten sich einerseits in jeder Generation und doch sei Deutschland angefüllt mit jüdischen Erinnerungen und Zeugnissen und so doch ein Stück Heimat. Es soll eine Mindmap zum eigenen Begriffsverständnis von „Heimat“ angelegt werden und mit Erna Goldmanns Begriff von Heimat verglichen werden. Ein umfangreiches Literaturverzeichnis schließt das Material ab.

Material:

1. Das Leben von Erna Goldmann (1917–2012)

2. Frankfurter Jüdische Geschichte seit dem 12. Jahrhundert

3. Juden aus Ost und West in Deutschland

4. Vom Traum zum Staat: Zionismus in Deutschland

5. Ausgrenzung und Verfolgung der Juden durch die Nationalsozialisten

6. Neuanfang der deutschen Juden in Palästina nach 1933

7. Heimatgefühl: Bruch und Integration

Medien, die Teil des aufgelisteten Materials sind und in weiteren Kontexten Verwendung finden können.

Centropa

9.2.2021

Umfang: Anregung

Schulbereich: Sekundarstufe I

Hessen

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Sekundarstufe I | Jahrgangsstufe 10

10.3. Juden und Christen – eine leidvolle Geschichte. Geschwister im Glauben.

Rheinland-Pfalz

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Sekundarstufe I | Jahrgangsstufe 10

10.2 Dem Zeitgeist widerstehen: Kirche und Diktatur.

Text, Bild, Video

urheberrechtlich geschützt

9.2.2021

Interreligiöser Dialog

Unterrichtseinheit

Menschen & Welt ,Religionen

Suchen, Verarbeiten und Aufbewahren ,Kommunizieren und Kooperieren ,Produzieren und Präsentieren

mittel

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