Das Video eignet sich im Religionsunterricht besonders für die Auseinandersetzung mit Jesu Gleichnissen sowie mit den Themen Verantwortung, Vertrauen, Angst, Begabung, Handeln und Gerechtigkeit. Dabei sollte die Geschichte nicht vorschnell als Aufforderung zu wirtschaftlichem Erfolg oder zur Vermehrung von Besitz verstanden werden. Für die religionspädagogische Arbeit ist vielmehr entscheidend, die Bildebene des Gleichnisses von seiner möglichen Bedeutungsebene zu unterscheiden. Die Taler können von den Lernenden zunächst als Geld innerhalb der erzählten Geschichte wahrgenommen werden. Anschließend kann gemeinsam untersucht werden, wofür das anvertraute Vermögen übertragen stehen könnte. Denkbar sind beispielsweise Fähigkeiten, Begabungen, Möglichkeiten, Verantwortung, Zeit, Wissen oder das Vertrauen, das einem Menschen entgegengebracht wird. Gerade die Reaktion des dritten Dieners eröffnet eine vertiefende Auseinandersetzung. Er handelt nicht einfach nur aus Bequemlichkeit, sondern begründet sein Verhalten ausdrücklich mit Angst. Damit bietet das Video einen wichtigen Anlass, die abschließende Bewertung des Herrn kritisch zu hinterfragen. Die Lernenden können untersuchen, ob sie die Bezeichnung des dritten Dieners als faul für gerecht halten und welche Rolle Angst dabei spielt, ob Menschen ihre Möglichkeiten nutzen können. Ebenso lässt sich diskutieren, ob der Herr unmittelbar mit Gott gleichgesetzt werden darf oder ob Gleichnisse komplexe Bilder verwenden, die nicht in jedem einzelnen Element übertragen werden können. Methodisch bietet sich zunächst eine Betrachtung ohne vorweggenommene Deutung an. Die Lernenden können während des Sehens beobachten, was die drei Diener jeweils erhalten, was sie damit tun, welche Beweggründe erkennbar werden und wie der Herr auf ihr Verhalten reagiert. Anschließend kann das Geschehen in eigenen Worten wiedergegeben und in einer Tabelle nach den Kategorien Ausgangssituation, Handlung, Ergebnis, Begründung und Reaktion des Herrn geordnet werden. Für eine vertiefende Erarbeitung können Kleingruppen jeweils die Perspektive eines Dieners übernehmen und dessen Verhalten begründen. Besonders ergiebig ist ein Rollengespräch mit dem dritten Diener, in dem Lernende Fragen zu seiner Angst, seiner Entscheidung und seinem Bild vom Herrn formulieren. Eine weitere Möglichkeit ist eine Gerichtsverhandlung zur Frage, ob die Bestrafung des dritten Dieners gerecht ist. Dabei können unterschiedliche Positionen argumentativ vertreten und anschließend mit dem biblischen Text verglichen werden. Für jüngere Lernende kann die Übertragung auf eigene Fähigkeiten im Mittelpunkt stehen. Sie können überlegen, welche Begabungen und Möglichkeiten Menschen besitzen und wie diese zum Wohl anderer eingesetzt werden können. Ältere Lernende können stärker die irritierenden Seiten des Gleichnisses untersuchen und beispielsweise fragen, ob Leistung belohnt werden soll, welche Verantwortung mit anvertrauten Möglichkeiten verbunden ist und ob Angst verantwortliches Handeln verhindert. Als Transfer bietet sich die Aufgabe an, einen zusätzlichen vierten Diener zu erfinden. Die Lernenden entscheiden, wie viele Taler dieser erhält, was er damit macht und wie der Herr darauf reagieren könnte. Auf diese Weise wird sichtbar, welche Deutung des Gleichnisses die Lernenden selbst entwickeln. Abschließend sollte herausgearbeitet werden, dass Gleichnisse zum Nachdenken und zur Auseinandersetzung herausfordern und nicht lediglich eine einfache moralische Regel vermitteln.