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Glaube & Gesellschaft im Gespräch | Universität Fribourg

Glaube & Gesellschaft im Gespräch | Universität Fribourg

Kann Materialismus wahr sein?

Veröffentlichung:9.10.2020

Das Video beschäftigt sich mit grundlegenden philosophischen Fragen nach Wahrheit, Wirklichkeit, Lebendigkeit und dem Verhältnis von Geist und Materie. Ausgehend von einfachen Alltagsbeispielen wie einer Fliege, einem Stein oder einer Kerze auf einem Friedhof wird gezeigt, dass Menschen die Welt nicht allein durch naturwissenschaftliche Fakten erschließen. Der Referent unterscheidet zwischen einer Wahrheit, die überhaupt erst bestimmt, welche Fragen in einer konkreten Situation sinnvoll sind, und einer Wahrheit, die Aussagen als wahr oder falsch bewertet. Dabei wird die Kritik an einem rein materialistischen Weltverständnis entfaltet. In Auseinandersetzung mit Ludwig Wittgenstein, Aristoteles und Platon argumentiert das Video, dass die Wirklichkeit immer aus sichtbaren und unsichtbaren, materiellen und geistigen Dimensionen besteht. Menschen begegnen anderen Menschen nicht zunächst als Objekten, sondern als lebendigen Gegenübern. Das Medium plädiert deshalb für einen realistischen Zugang zur Wirklichkeit, der die geistige Dimension des Lebens ernst nimmt und sich gegen reduktionistische Weltbilder wendet.

Immer wenn ein Mensch etwas wahrnimmt, nimmt er Materie und immaterielles wie Gefühle, Erinnerungen, Hoffnungen, Vorurteile oder Sinn wahr. Materialismus allein kann die Welt somit nicht erklären. Es kann, so auch die griechischen Philosophen, keine reine Materie geben. Alle Materie hat eine Form. Form steht immer in Verbindung mit Sinn. Das heutige Weltbild ist Dualistisch. Wird trennen zwischen Materie und geistigen Phänomenen. Diese zwei sind nicht zu trennen. Ein Augenarzt versucht den Patienten auf sichtbares materielles zu reduzieren und zu reparieren. In die Augen der Freundin zu blicken macht das Unsichtbare sichtbar.

Prof. Dr. Johannes Hoff (geb. 1962) ist deutsch-englischer römisch-katholischer Theologe und Philosoph. Er promovierte und habilitierte sich in Tübingen und lehrt Dogmatik am Institut für Systematische Theologie der Universität Innsbruck.

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Das Video eignet sich besonders für die Sekundarstufe II im Religionsunterricht sowie für Unterrichtseinheiten zu Anthropologie, Philosophie, Erkenntnistheorie, Menschenbild, Wahrheit und Gottesfrage. Aufgrund seiner anspruchsvollen philosophischen Argumentation empfiehlt sich eine sorgfältige didaktische Strukturierung und die Arbeit mit ausgewählten Sequenzen.

Ein möglicher Einstieg besteht darin, den Lernenden verschiedene Bilder zu zeigen, beispielsweise einen Stein, ein Tier und einen Menschen. Die Lernenden formulieren spontan, worin sie Unterschiede zwischen diesen Erscheinungen sehen. Anschließend kann die Frage diskutiert werden, ob Lebendigkeit naturwissenschaftlich bewiesen werden muss oder ob sie Menschen unmittelbar begegnet. Dadurch wird die zentrale Problemstellung des Videos vorbereitet.

Während der Sichtung können die Lernenden zentrale Begriffe und Argumente sammeln. Besonders wichtig sind die Unterscheidungen zwischen Wahrheit und Wahrheitsanspruch, zwischen Geist und Materie, zwischen Sichtbarem und Unsichtbarem sowie zwischen Gegenstand und lebendigem Gegenüber. Die Ergebnisse können auf einer Begriffskarte visualisiert werden, um die komplexe Argumentation nachvollziehbar zu machen.

In einer vertiefenden Gruppenarbeit können unterschiedliche philosophische Positionen untersucht werden. Eine Gruppe analysiert die Gedanken Wittgensteins zur Wahrnehmung von Lebendigkeit. Eine weitere beschäftigt sich mit dem antiken Denken von Aristoteles und Platon. Andere Gruppen untersuchen materialistische Weltbilder oder die Frage, wie Menschen anderen Menschen begegnen. Die Ergebnisse können anschließend in einer Podiumsdiskussion präsentiert werden.

Besonders ergiebig ist die Verbindung mit theologischen Fragestellungen. Die Lernenden können untersuchen, weshalb religiöse Traditionen den Menschen nicht nur als biologisches Wesen verstehen, sondern auch von Seele, Geist, Würde und Person sprechen. Dabei eröffnet das Video die Möglichkeit, über die Grenzen naturwissenschaftlicher Erkenntnis nachzudenken und die Frage zu diskutieren, ob alle Dimensionen menschlichen Lebens messbar und objektivierbar sind.

Methodisch eignet sich das Medium hervorragend für philosophische Gespräche. Die Lernenden können diskutieren, ob Bewusstsein, Liebe, Hoffnung, Schönheit oder Würde ausschließlich materielle Vorgänge sind oder ob sie auf eine tiefere Dimension der Wirklichkeit verweisen. Ebenso kann die Frage erörtert werden, ob moderne Gesellschaften Gefahr laufen, Menschen vor allem als Objekte, Funktionen oder biologische Organismen wahrzunehmen.

Für den Religionsunterricht eröffnet das Video einen anspruchsvollen Zugang zur christlichen Anthropologie. Die Lernenden reflektieren, dass christliches Denken den Menschen als Einheit von Leib, Geist und Person versteht. Dadurch wird deutlich, dass religiöse Traditionen nicht gegen die Naturwissenschaft argumentieren, sondern darauf hinweisen, dass die Wirklichkeit mehr umfasst als das Messbare und Sichtbare. Das Medium fördert somit philosophische Reflexionsfähigkeit, anthropologische Urteilskompetenz und die Fähigkeit, unterschiedliche Weltdeutungen kritisch miteinander ins Gespräch zu bringen.

Hessen

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Sekundarstufe II | Q2 Gott – verborgen und offenbar

Q2.3 Religionskritik – Bestreitung der Vernünftigkeit des Gottesglaubens.

Rheinland-Pfalz

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Sekundarstufe II | 11/2 Der Mensch auf der Suche nach Gott

11.2 / 2. Gottesbestreitungen und Religionskritik.

11.2 / 5. Säkulare Heilsangebote und neue religiöse Bewegungen.

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