Die Verfügbarmachung der Welt gibt dem Menschen die Illusion selbst Schöpfer zu sein. Die Verfügbarkeit der Atomkraft macht im Fall eines Unfalls die Welt unverfügbar. Durch die Täterschaft in der Welt steigt das ausmaß der Ohnmacht. Was vollständig verfügbar ist, ist tot, da es keine unerwarteten Möglichkeiten oder Antworten mehr bietet. Es ist nicht das andere, da wir es vollkommen besitzen. Etwas, das so besessen wird ist uninteressant und wir machen uns auf die suche nach etwas neuem.
Prof. Dr. Hartmut Rosa (geb. 1965) ist deutscher Soziologe und lehrt allgemeine und theoretische Soziologie an der Friedrich-Schiller-Universität in Jena. Er promovierte 1997 mit einer Arbeit über „Identität und kulturelle Praxis. Politische Philosophie nach Charles Taylor“. Mit seiner Arbeit über Beschleunigung, Resonanz und Unverfügbarkeit wurde er über den deutschen Sprachraum hinaus auch international bekannt.