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Transhumanismus - Mensch 2.0 - Quarks & Co

Veröffentlichung:17.2.2014

Das Video beschäftigt sich mit dem Transhumanismus und der Vorstellung, dass der Mensch mithilfe neuer Technologien seine biologischen Grenzen überwinden könnte. Als visionärer Zeitpunkt wird das Jahr 2045 genannt. Vorgestellt wird die Idee einer zunehmenden Verschmelzung von Mensch und Technik, die nicht mehr ausschließlich der Heilung von Krankheiten dienen soll, sondern auch der gezielten Verbesserung gesunder Menschen. Anhand von Versuchen mit Tieren zeigt das Video, wie Gehirnaktivitäten technisch beeinflusst und Informationen zwischen Gehirnen übertragen werden können. Von diesen Forschungsansätzen ausgehend werden Zukunftsvorstellungen beschrieben, in denen winzige Computer im menschlichen Körper eine direkte Verbindung mit dem Internet ermöglichen könnten. Radikale Vorstellungen des Transhumanismus reichen bis zur Digitalisierung von Wissen, Fähigkeiten und Persönlichkeit sowie zur Idee eines digitalen Ichs, das unabhängig vom sterblichen Körper in virtuellen Welten weiterexistieren könnte. Zugleich formuliert das Video deutliche Kritik an diesen Zukunftsvorstellungen. Es fragt nach der Abhängigkeit des menschlichen Körpers von Technik und nach einer möglichen Abwertung des biologischen Lebens. Am Ende steht die grundlegende Frage, ob der Mensch bei dem Versuch, seine biologischen Grenzen zu überwinden, letztlich auch das überwinden könnte, was ihn selbst als Menschen ausmacht.

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Das Video eignet sich für den Religionsunterricht besonders zur Auseinandersetzung mit den Themen Menschenbild, Menschenwürde, Schöpfung, Endlichkeit, Sterblichkeit, Tod, technischer Fortschritt und Verantwortung. Sein religionspädagogisches Potenzial liegt darin, dass technologische Zukunftsvorstellungen unmittelbar mit existenziellen Fragen verbunden werden. Was macht einen Menschen zum Menschen? Ist der menschliche Körper lediglich eine biologische Begrenzung, die technisch optimiert werden sollte, oder gehört die Leiblichkeit wesentlich zur menschlichen Identität? Muss der Mensch seine Endlichkeit akzeptieren? Ist ein digitales Weiterbestehen mit menschlichem Leben gleichzusetzen? Darf der Mensch alles verwirklichen, was technisch möglich wird? Diese Fragen ermöglichen eine Verbindung von Lebenswelt, Ethik und theologischer Anthropologie.

Als Einstieg kann die Aussage verwendet werden, dass der Mensch im Jahr 2045 seine biologischen Grenzen überwunden haben könnte. Die Lernenden positionieren sich zunächst zu dieser Vorstellung und begründen, ob sie diese Entwicklung für wünschenswert, beängstigend, unrealistisch oder faszinierend halten. Die unterschiedlichen Positionen werden gesammelt, ohne sie unmittelbar zu bewerten. Anschließend wird das Video angesehen. Dabei empfiehlt sich ein Beobachtungsauftrag. Eine Gruppe achtet auf die dargestellten technischen Möglichkeiten, eine weitere auf die Ziele des Transhumanismus und eine weitere auf die im Video formulierte Kritik. Nach der Sichtung werden die Ergebnisse zusammengetragen. Wichtig ist dabei die Unterscheidung zwischen bereits dargestellten Forschungsansätzen und Zukunftsvisionen. Das Video verbindet wissenschaftliche Beispiele mit weitreichenden Prognosen. Lernende sollten deshalb untersuchen, an welchen Stellen beschrieben wird, was bereits erforscht wird, und an welchen Stellen mögliche zukünftige Entwicklungen vorgestellt werden.

Für die religionspädagogische Vertiefung kann der zentrale Gegensatz zwischen Heilung und Verbesserung aufgegriffen werden. Die Lernenden diskutieren beispielsweise, ob es einen moralischen Unterschied zwischen einer Technologie gibt, die einem erkrankten Menschen hilft, und derselben Technologie, wenn sie einen gesunden Menschen leistungsfähiger machen soll. An konkreten Beispielen kann eine Positionslinie durchgeführt werden. Denkbar sind Aussagen wie: Technik zur Behandlung einer Krankheit ist sinnvoll. Technik zur Steigerung der Gedächtnisleistung ist sinnvoll. Menschen sollten ihre Stimmung technisch kontrollieren können. Ein digitales Ich könnte den Tod überwinden. Zu jeder Position sollen die Lernenden Argumente formulieren und auf Gegenargumente reagieren.

Eine weitere Vertiefung bietet die Frage nach der Identität. Das Video entwickelt die Vorstellung, Wissen, Fähigkeiten und Persönlichkeit könnten digitalisiert und in virtuelle Körper übertragen werden. Hier kann ein Gedankenexperiment eingesetzt werden: Angenommen, alle Erinnerungen, Eigenschaften und Kenntnisse eines Menschen könnten vollständig kopiert werden. Ist diese digitale Kopie dann derselbe Mensch? Die Lernenden können Kriterien dafür sammeln, was personale Identität ausmacht. Genannt werden könnten Körper, Erinnerungen, Beziehungen, Gefühle, Bewusstsein, Lebensgeschichte und die Wahrnehmung durch andere. Anschließend können diese Vorstellungen mit einem christlichen Menschenbild in Beziehung gesetzt werden. Dabei bietet sich besonders die Vorstellung des Menschen als Geschöpf Gottes an. Ebenso können Menschenwürde, Gottebenbildlichkeit, Leiblichkeit und Endlichkeit thematisiert werden.

Auch die im Video angesprochene Vorstellung eines möglicherweise unbegrenzten Lebens eröffnet einen Zugang zur christlichen Eschatologie. Die Lernenden können herausarbeiten, dass technisch gedachte Unsterblichkeit und christliche Hoffnung auf ewiges Leben nicht ohne Weiteres gleichgesetzt werden können. Daraus entsteht eine anspruchsvolle religionspädagogische Leitfrage: Ist ewiges Leben dasselbe wie ein Leben, das niemals endet? Die Frage ermöglicht es, Vorstellungen von Tod, Auferstehung, Hoffnung und ewigem Leben zu thematisieren, ohne vorschnell eine fertige Antwort vorzugeben.

Methodisch eignet sich abschließend eine strukturierte Diskussion oder ein Schreibgespräch zur Frage „Wie weit darf der Mensch bei der Veränderung seiner selbst gehen?“ Die Lernenden entwickeln Kriterien, anhand derer technische Entwicklungen beurteilt werden können. Dazu können Menschenwürde, Freiheit, Selbstbestimmung, Verantwortung, Gerechtigkeit, Sicherheit, Schutz des Lebens und Folgen für die Gemeinschaft gehören. Abschließend verfassen die Lernenden ein persönliches Urteil zur Frage, ob die Überwindung biologischer Grenzen als Fortschritt verstanden werden sollte. Dadurch wird verhindert, dass der Unterricht bei einer bloßen Faszination für Zukunftstechnologien stehen bleibt. Stattdessen führt das Medium zu einer reflektierten Auseinandersetzung mit der Frage, welches Verständnis vom Menschen hinter dem Wunsch nach technischer Selbstoptimierung steht.


Fragestellungen zum Video mit Antworten


Was versteht das Video unter Transhumanismus?

Transhumanismus wird als Vorstellung beschrieben, nach der der Mensch seine biologischen Grenzen mithilfe von Wissenschaft und Technik überwinden und sich gezielt verändern beziehungsweise verbessern kann. Dabei reicht die Vision von technischen Eingriffen in körperliche und geistige Prozesse bis zur Verschmelzung von Mensch und Technik.


Welche Bedeutung hat das Jahr 2045 im Video?

Das Jahr 2045 erscheint als visionärer Zeitpunkt, zu dem der Mensch seine bisherigen biologischen Grenzen überwunden haben könnte. Es steht damit für eine Zukunftsvorstellung des Transhumanismus und nicht für ein im Video nachgewiesenes oder garantiert eintretendes Ereignis.


Welcher Unterschied besteht zwischen Heilung und Verbesserung?

Das Video macht deutlich, dass Technologien zunächst zur Behandlung von Krankheiten entwickelt werden können. Transhumanistische Vorstellungen gehen darüber hinaus. Technologien sollen demnach auch eingesetzt werden, um gesunde Menschen zu verändern und ihre Fähigkeiten zu erweitern.


Welche Beispiele aus der Forschung werden vorgestellt?

Das Video berichtet unter anderem von Versuchen, bei denen Nervenzellen von Mäusen mithilfe von Licht beeinflusst werden. Außerdem wird ein Experiment beschrieben, bei dem die Gehirne zweier Ratten technisch miteinander verbunden werden. Aus solchen Forschungsansätzen leitet das Video weitergehende Zukunftsvisionen ab.


Welche Zukunft der Kommunikation wird beschrieben?

Als Zukunftsvision wird eine direkte Verbindung des menschlichen Gehirns mit digitalen Netzwerken dargestellt. Winzige Computer könnten sich nach dieser Vorstellung im Körper und im Gehirn befinden und Menschen unmittelbar mit dem Internet verbinden.


Was ist mit einem digitalen Ich gemeint?

Damit bezeichnet das Video die Vorstellung, Wissen, Fähigkeiten und Persönlichkeit eines Menschen digital zu speichern. Dieses digitale Ich könnte nach der beschriebenen Vision unabhängig vom ursprünglichen Körper in virtuellen Umgebungen weiterbestehen.


Wäre eine digitale Kopie eines Menschen noch derselbe Mensch?

Das Video gibt darauf keine abschließende Antwort. Religionspädagogisch führt die Frage zum Problem personaler Identität. Wenn Menschsein nicht nur aus speicherbaren Informationen, sondern auch aus Leiblichkeit, Beziehungen, Erfahrungen und einer einzigartigen Lebensgeschichte besteht, ist fraglich, ob eine digitale Kopie tatsächlich mit der ursprünglichen Person identisch wäre.


Welche Rolle spielt der menschliche Körper im Transhumanismus?

In den radikalen Zukunftsvorstellungen des Videos erscheint der Körper vor allem als begrenzter und sterblicher Bestandteil des Menschen, dessen Grenzen technisch überwunden werden sollen. Gerade diese Sichtweise wird kritisch hinterfragt.


Welche Gefahren werden im Video angesprochen?

Kritisch thematisiert wird insbesondere eine starke Abhängigkeit des menschlichen Körpers von technischen Systemen. Darüber hinaus stellt das Video die grundlegendere Frage, ob der Wunsch nach technischer Überwindung von Alter, Körperlichkeit und Tod zu einer Abwertung des gegenwärtigen menschlichen Lebens führen könnte.


Welche religiöse Frage wirft das Video auf?

Eine zentrale religiöse Frage lautet, ob der Mensch sich selbst vollständig neu schaffen und seine Endlichkeit überwinden sollte. Damit berührt das Video Fragen nach Schöpfung, Geschöpflichkeit, Menschenwürde, Leiblichkeit, Tod und dem Verhältnis von Mensch und Gott.


Ist technische Unsterblichkeit dasselbe wie ewiges Leben im christlichen Verständnis?

Nein. Die im Video dargestellte technische Vision zielt auf eine Fortsetzung oder Digitalisierung menschlicher Existenz. Christliche Vorstellungen vom ewigen Leben beziehen sich dagegen auf die Beziehung zu Gott und auf die Hoffnung über den Tod hinaus. Ewiges Leben kann daher religionspädagogisch nicht einfach mit einer unbegrenzten technischen Verlängerung des gegenwärtigen Lebens gleichgesetzt werden.


Darf der Mensch alles tun, was technisch möglich ist?

Aus der bloßen technischen Möglichkeit folgt noch keine moralische Berechtigung. Technische Entwicklungen müssen ethisch beurteilt werden. Im Religionsunterricht können hierfür insbesondere Menschenwürde, Freiheit, Verantwortung, Gerechtigkeit, Schutz des Lebens und die Folgen für andere Menschen als Kriterien herangezogen werden.


Was könnte die Schlussaussage bedeuten, dass der Mensch nicht nur seine biologischen Grenzen, sondern auch sich selbst überwunden hätte?

Die Aussage stellt die Identität des Menschen grundsätzlich zur Diskussion. Wenn Körper, Sterblichkeit und natürliche Grenzen vollständig beseitigt werden sollen, stellt sich die Frage, ob das entstehende Wesen noch als Mensch verstanden werden kann. Die Schlussaussage fordert deshalb dazu auf, nicht nur nach den Möglichkeiten der Technik, sondern nach dem Wesen und Wert menschlichen Lebens zu fragen.

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