Didaktisch eignet sich das Medium besonders für den Religionsunterricht, Ethikunterricht sowie für politische Bildung in der Sekundarstufe I und II. Die Materialien fördern die Wertebildung, die soziale Wahrnehmung und die Fähigkeit der Lernenden, eigene Haltungen zu reflektieren. Besonders hervorzuheben ist der handlungsorientierte Ansatz des Heftes. Die Lernenden setzen sich aktiv mit Fragen von Toleranz, Vorurteilen und gesellschaftlicher Verantwortung auseinander. Methodisch arbeitet das Material mit Lernstationen, Gruppenarbeit, Diskussionen, Rollenspielen, Dilemma Geschichten und Reflexionsaufgaben. Die sogenannte Toleranz Rallye ermöglicht ein selbstständiges und kooperatives Lernen. Die Lernenden bearbeiten unterschiedliche Stationen zu Themen wie Sprache und Diskriminierung, Selbst und Fremdwahrnehmung, Vorbildern, Zivilcourage oder moralischen Entscheidungssituationen. Dadurch werden Perspektivwechsel, Empathie und Urteilskompetenz gefördert. Besonders gewinnbringend ist die Arbeit mit Dilemma Situationen, da die Lernenden lernen, Werte gegeneinander abzuwägen und Entscheidungen zu begründen. Auch die Förderung demokratischer Gesprächskultur spielt eine zentrale Rolle. Die Materialien regen dazu an, eigene Vorurteile zu hinterfragen und die Grenzen von Toleranz zu diskutieren. Für den Religionsunterricht bieten sich vielfältige Anknüpfungspunkte zu christlicher Ethik, Menschenwürde, Nächstenliebe, Frieden, Gewaltfreiheit und der Goldenen Regel. Das Medium unterstützt eine werteorientierte Bildung und stärkt soziale Kompetenzen sowie demokratisches Handeln im schulischen Alltag.
Der Einstieg gelingt durch eine Selbstreflexion mithilfe von fünf Fragestellungen. Zudem wird ein persönliches Symbol für Toleranz entwickelt und gezeichnet. In einem zweiten Schritt werden fünf Begriffe, die diskriminierend wirken, fünf Begriffen gegenübergestellt, die Respekt ausdrücken. Dies kann in Einzel-, Partner- oder Gruppenarbeit geschehen. Der nachfolgende dritte Schritt enthält ein Akrostichon ebenfalls zu Diskriminierung und Wertschätzung mit allen Buchstaben des Alphabetes.
Der Fetisch wird untersucht Körperbilder von Männern und Frauen anhand einer Bildbeschreibung. Das Bild für Männer drückt Stärke und Gruppenverhalten aus. Das Bild für Frauen konzentriert sich auf den Aspekt der Schönheit. Persönliche Zufriedenheit und Unzufriedenheit wird in diesem Material ebenfalls thematisiert und persönlich reflektiert. Das nächste Material untersucht die Darstellung von Frauen und Männern im Umfeld der Werbung. Dabei werden Realität und gesellschaftliche Vorbilder thematisiert. Die Ansprüche der Werbung sind für die meisten Menschen unerreichbar, dadurch wird ein permanenter Minderwertigkeitskomplex erzeugt.
Im nächsten Schritt wird eine weitere Selbstreflexion angeleitet. Hierbei wird ein WG-Mitbewohner ausgesucht. Kannst du liegen fünf Bilder mit kurzen Lebensläufen bei. Dabei werden unterschiedliche Personen vorgeschlagen. Die persönliche Reaktion wird über 5 Fragestellungen reflektiert. Sympathien und Abneigungen, die bis zur Diskriminierung führen können, werden untersucht. Die Grenze zwischen beiden wird diskutiert.
Dieser Kontext wird über das Entwickeln eines Vorbildes weitergeführt. Dazu liegen in einem Material 23 Kriterien für ein Vorbild vor. Daraus werden fünf Eigenschaften priorisiert. Dies kann auch in Gruppenarbeit geschehen. In dieser Gruppe kann ebenfalls ein Vorbild aus dem persönlichen Umfeld oder den Medien ausgewählt und diskutiert werden. Die eigene Vorbildfunktion z. B. gegenüber Geschwisterkindern wird ebenfalls thematisiert.
Der nachfolgende Schritt enthält eine Dilemmageschichte rundum ein Flüchtlingsheim. Dabei gibt es zwei Gruppen, die für und gegen diese Einrichtung sind. Eine persönliche Entscheidung ist notwendig. Dazu liegt auch ein Material bei, in das drei pro- und drei Kontraargumente eingetragen werden können. Ein weiterer Schritt enthält eine Bildinterpretation mit einem ausgeschütteten Schulrucksack. Zu diesem Bild entsteht eine Geschichte. Im Material sind eine Reihe von Fragen zu Anleitung enthalten. In einem Weiteren wird eine Erklärung geboten und ein Junge hilft einem Mädchen, den Rucksack wieder einzupacken. Drei Jungen stehen im Hintergrund, ihr Verhalten ist nicht eindeutig. Das Verhalten des Jungen und die Gefühle des Mädchens werden in das Material eingetragen. Auch das Verhalten der Jungen im Hintergrund wird interpretiert.
Das nächste Material enthält eine Geschichte von Kafka zu fünf Freunden, die eine sechste Person aufnehmen sollen. Das erklären von Verhaltensmustern und Kultur wird thematisiert. Hierüber lässt sich der Begriff der Integration oder Inklusion erschließen. Der nachfolgende Schritt untersucht Diskriminierung auf gesellschaftlicher Ebene über zehn Thesen. Dabei werden gesellschaftliche Randgruppen und von Diskriminierung betroffene Personenkreise behandelt. In Einzelarbeit, Erfolg, Zustimmung oder Ablehnung hast du den Thesen.
Ein weiterer Schritt deckt die in den Thesen enthaltenen Formen von Diskriminierung und Menschenfeindlichkeit auf. Dabei werden alle bedeutenden Formen von Diskriminierung in der deutschen Gesellschaft dargestellt. Zudem werden Prozentsätze der Zustimmung und Ablehnung innerhalb der Deutschen Gesellschaft aufgezeigt. Dadurch wird das Ausmaß von Rassismus, Islamfeindlichkeit, Antisemitismus, Sexismus und anderen Formen von Diskriminierung in der deutschen Gesellschaft visualisiert. Auch die eigene Zustimmung oder Ablehnung diese Prozentsätze ist vorgesehen. Dabei wird auch ein Neuer die persönliche Lebenswelt mit ihren Vorurteilen reflektiert.
Der nächste Schritt enthält zehn Regeln für gewaltfreies Zusammenleben. Im Material 16 wird die Dilemmageschichte um das Flüchtlingsheim als Podiumsdiskussion ausgebaut. Abschließend ist ein Selbstreflexionsbogen mit vier Fragen zur Unterrichtsreihe enthalten. Ganz am Ende des Materials sind 28 Fragekarten enthalten. Darauf sind unterschiedliche Dilemma, Situationen und Erfahrungen aus dem Alltag in zwei bis drei Sätzen dargestellt. Die Fragen könnten z. B. aus einem Sack gezogen werden. Hier gibt es sicherlich viele weitere Anwendungsmöglichkeiten.
M1 Rund um Toleranz
Die Lernenden setzen sich mithilfe eines Fragebogens mit ihren eigenen Vorstellungen von Toleranz auseinander. Sie reflektieren persönliche Erfahrungen und bereiten sich thematisch auf die Toleranz Rallye vor. Das Material dient als Einstieg in die Unterrichtseinheit und aktiviert Vorwissen sowie eigene Einstellungen.
M2 und M3 Worte können treffen – Begriffe rund um Toleranz
Die Lernenden sammeln Begriffe und Aussagen, die Menschen verletzen oder respektvoll behandeln. Dabei wird untersucht, wie Sprache Toleranz oder Intoleranz ausdrücken kann. Anschließend diskutieren die Lernenden, welche Wirkung beleidigende oder wertschätzende Worte auf Menschen haben. Ziel ist die Sensibilisierung für diskriminierende Sprache und respektvolle Kommunikation.
M4 und M5 Soziale Wahrnehmung – Körperbilder
Anhand von Bildern und Fragen beschäftigen sich die Lernenden mit Selbstbildern und Fremdbildern. Sie reflektieren Schönheitsideale, gesellschaftliche Erwartungen und den Einfluss von Medien auf die Wahrnehmung von Menschen. Dabei wird deutlich, wie schnell Bewertungen und Ausgrenzungen entstehen können. Die Lernenden sprechen über Selbstakzeptanz und respektvollen Umgang mit Unterschiedlichkeit.
M6 WG Platz frei – Wen würde ich auswählen?
Die Lernenden erhalten verschiedene Bewerbungsprofile für einen freien Platz in einer Wohngemeinschaft. Gemeinsam entscheiden sie, welche Person ausgewählt werden soll. Anschließend reflektieren sie, nach welchen Kriterien sie geurteilt haben und welche Vorurteile oder Sympathien ihre Entscheidung beeinflusst haben könnten. Das Material macht Mechanismen von Ausgrenzung und Bewertung sichtbar.
M7 Vorbilder haben – Vorbild sein
Die Lernenden setzen sich mit Eigenschaften von Vorbildern auseinander und diskutieren, welche Werte Menschen wichtig machen. Gemeinsam erstellen sie Rangfolgen zu Eigenschaften wie Hilfsbereitschaft, Mut oder Toleranz. Anschließend reflektieren sie, für wen sie selbst Vorbild sein könnten. Das Material stärkt Wertebewusstsein und Selbstreflexion.
M8 und M9 Dilemmageschichte – Das Flüchtlingsheim
Die Lernenden lesen eine Dilemmageschichte über ein Flüchtlingsheim und diskutieren unterschiedliche Handlungsmöglichkeiten. Dabei müssen sie Entscheidungen treffen und begründen. In Dialogen oder Sprechblasen setzen sie gegensätzliche Meinungen um. Ziel ist die Förderung moralischer Urteilsfähigkeit sowie die Auseinandersetzung mit Verantwortung, Angst und Solidarität.
M10 und M11 Zivilcourage – Eingreifen oder Zuschauen?
Die Lernenden analysieren Situationen von Ausgrenzung oder Diskriminierung im Alltag. Sie überlegen gemeinsam, wie Menschen reagieren können, wenn andere beleidigt oder ausgeschlossen werden. In Rollenspielen oder Diskussionen entwickeln sie Handlungsmöglichkeiten für mutiges und respektvolles Eingreifen. Das Material fördert Verantwortungsbewusstsein und demokratisches Handeln.
M12 Gemeinschaft von Franz Kafka
Die Lernenden lesen die kurze Erzählung „Gemeinschaft“ von Franz Kafka und reflektieren Fragen von Zugehörigkeit, Fremdsein und Gemeinschaft. Der literarische Zugang ermöglicht eine emotionale Annäherung an das Thema Toleranz.
M17 Meinungsfragebogen
Am Ende der Unterrichtseinheit reflektieren die Lernenden ihre Erfahrungen mit der Toleranz Rallye. Sie bewerten Inhalte, Methoden und persönliche Lernprozesse. Das Material dient der Auswertung und Selbstreflexion.
M18 Textkarten für das Anfangsplenum
Die Lernenden arbeiten mit kurzen Situationen und Beispielen aus dem Alltag. Diese werden vorgelesen und gemeinsam besprochen. Dadurch entsteht ein gemeinsamer Einstieg in das Thema Toleranz und Intoleranz.