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Christoph ThomaSchulamt Innsbruck

Christoph Thoma,

Schulamt Innsbruck

Walter Benjamin: Kapitalismus als Religion

Veröffentlichung:1.3.2022

Die Anregung "Kapitalismus als Religion" mit drei Seiten untersucht Geld als Ersatzreligion. Dabei werden sowohl Positionen von Nietzsche, Marx als auch Sigmund Freud in Ansätzen erarbeitet.

Das Medium „Kapitalismus als Ersatzreligion“ von Walter Benjamin setzt sich mit der Frage auseinander, ob der Kapitalismus in modernen Gesellschaften die Funktion von Religion übernommen hat. Benjamin beschreibt den Kapitalismus nicht nur als wirtschaftliches System, sondern als eine Art Kult, der das gesamte Leben bestimmt. Im Mittelpunkt stehen Begriffe wie Schuld, Leistung, ständiger Konsum und das unaufhörliche Streben nach Wachstum. Der Text zeigt, dass Menschen im Kapitalismus dauerhaft unter Druck stehen und sich ständig beweisen müssen, ohne jemals wirkliche Erlösung oder Ruhe zu finden. Besonders eindrücklich ist Benjamins Gedanke, dass der Kapitalismus keine Befreiung von Schuld ermögliche, sondern Schuld und Unsicherheit immer weiter verstärke. Das Material verbindet philosophische, gesellschaftliche und religiöse Perspektiven und regt dazu an, moderne Lebensweisen kritisch zu hinterfragen.

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Didaktisch eignet sich das Medium besonders für den Religionsunterricht der Sekundarstufe in den Themenfeldern Religion und Gesellschaft, Wirtschaftsethik, Sinnsuche sowie Religionskritik. Aufgrund der anspruchsvollen Sprache und philosophischen Gedankenwelt empfiehlt sich eine schrittweise und stark gelenkte Erarbeitung des Textes. Sinnvoll ist es, zentrale Begriffe wie Kult, Schuld, Erlösung, Konsum oder Leistungsgesellschaft zunächst gemeinsam zu klären. Anschließend können Lernende einzelne Textabschnitte in Gruppen bearbeiten und ihre Ergebnisse präsentieren. Besonders gewinnbringend ist die Frage, welche Parallelen zwischen religiösem Glauben und modernen Formen des Konsums oder Leistungsdenkens bestehen. Lernende können reflektieren, welche „Götter“ oder Ideale in der heutigen Gesellschaft eine wichtige Rolle spielen und wie sich Leistungsdruck, Konsum oder soziale Medien auf das eigene Leben auswirken. Ebenso bietet das Material zahlreiche Möglichkeiten zur Verbindung mit biblischen Texten über Mammon, Besitz, Gier und Gerechtigkeit. Die Lehrkraft sollte darauf achten, die abstrakten philosophischen Gedanken durch lebensnahe Beispiele aus Alltag, Werbung oder Medien verständlich zu machen. Methodisch eignen sich Diskussionen, Gedankenexperimente, Schreibgespräche oder kreative Aufgaben, in denen Lernende alternative Vorstellungen von Glück, Freiheit und Lebenssinn entwickeln. Das Medium fördert insbesondere ethische Urteilskompetenz, gesellschaftliche Reflexionsfähigkeit und die kritische Auseinandersetzung mit modernen Wertvorstellungen. Gleichzeitig eröffnet es einen Zugang zur Frage, welche Bedeutung Religion und Spiritualität in einer von Konsum und Leistung geprägten Welt haben können.

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