Dieses Unterrichtsmaterial thematisiert Kapitalismus als Ersatzreligion. Durch die Geschichte des Menschen war Geld schon immer ein Götze. Der Utilitarismus verkörpert in der heutigen Philosophie die Anbetung des Zwecks als Allerheiligstes. Der Zweck rechtfertigt alles. Die christliche Ethik stellt diesen Vorstellungen eine Moral entgegen. Der Text kritisiert die vollständige Ausrichtung der modernen Gesellschaft auf den Erwerb von Geld. Jedes Mittel ist dazu recht.
Das Materialblatt „Kapitalismus als Ersatzreligion“ stellt zentrale Gedanken des Philosophen Walter Benjamin vor, der den Kapitalismus nicht nur als wirtschaftliches System, sondern als religiöse Erscheinung deutet. Benjamin beschreibt den Kapitalismus als eine Art Kult, der dauerhaft das Leben der Menschen bestimmt und an die Stelle traditioneller Religionen tritt. Dabei stehen Schuld, Leistungsdruck, Verzweiflung und die ständige Verpflichtung zur Steigerung im Mittelpunkt. Der Text arbeitet heraus, dass der Kapitalismus keine Erlösung anbietet, sondern Menschen dauerhaft in Abhängigkeit, Schuldgefühlen und Unsicherheit hält. Darüber hinaus verweist Benjamin auf Verbindungen zu Nietzsche, Freud und Marx und zeigt, wie sich moderne Gesellschaften zunehmend an wirtschaftlichen Werten orientieren.