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Christoph Thoma

Christoph Thoma

Böse. Da werden die Tore der Hölle von innen zugehalten

Veröffentlichung:1.1.2022

Die Unterrichtsstunde "Böse. Da werden die Tore der Hölle von innen zugehalten" mit acht Seiten untersucht Gerechtigkeit und Vergebung vor dem extremen Beispiel des Kindesmissbrauchs von Marc Dutroux in Belgien. Dabei wird das Wesen des Bösen und die Reichweite göttlicher Vergebung über sechs Fragestellungen untersucht.

Dieser Fall von mehrfachem Kindsmord und jahrelanger systematischer Vergewaltigung erschütterte ganz Europa. Das Fallbeispiel ist extrem und sollte mit einer mental gefestigten Lerngruppe behandelt werden.

Das Material „Das Böse. Da werden die Tore der Hölle von innen zugehalten“ setzt sich mit der Frage auseinander, was das Böse ist und wie Menschen mit Schuld, Vergebung und moralischer Verantwortung umgehen. Ausgangspunkt ist der Fall der belgischen Straftäterin Michelle Martin, die als Komplizin des Kinderschänders Marc Dutroux nach Jahren der Haft entlassen werden sollte. Das Medium verbindet zeitgeschichtliche Informationen mit einem philosophisch-theologischen Interview der Religionsphilosophin Hanna-Barbara Gerl-Falkovitz. Dabei werden zentrale Fragen thematisiert: Kann ein Mensch nach schwerster Schuld Vergebung erfahren? Wo liegen die Grenzen von Recht und Gerechtigkeit? Welche Bedeutung haben Reue, Barmherzigkeit und Vergebung im christlichen Verständnis? Besonders eindrücklich ist das Bild der „von innen zugehaltenen Tore der Hölle“, das die freiwillige Verschließung gegenüber Vergebung und Veränderung beschreibt. Das Material verbindet ethische, philosophische und biblische Perspektiven und fordert zur intensiven Auseinandersetzung mit menschlicher Schuld und dem Wesen des Bösen heraus.

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Das Medium eignet sich besonders für den Religionsunterricht der Sekundarstufe II in den Themenfeldern Theodizee, Schuld und Vergebung, Menschenbild, Freiheit, Gewissen und christliche Ethik. Aufgrund der anspruchsvollen Thematik empfiehlt sich eine behutsame und sensible Unterrichtsgestaltung, da Fragen von Gewalt, Missbrauch und menschlichem Leid behandelt werden. Methodisch bietet sich ein mehrschrittiger Zugang an: Zunächst können die Lernenden den zeitgeschichtlichen Hintergrund des Falles erschließen und ihre spontanen Reaktionen auf die Frage nach Strafe und Vergebung formulieren. Anschließend ermöglicht die Analyse des Interviews eine vertiefte Auseinandersetzung mit philosophischen und theologischen Positionen zu Schuld, Reue und Vergebung. Besonders ergiebig sind Diskussionsformate oder strukturierte Debatten zur Frage, ob Vergebung Grenzen haben darf oder ob Vergebung ohne Reue möglich ist. Die Verbindung mit der biblischen Petrusgeschichte (Lk 22,54–62) eröffnet einen theologischen Zugang zur Erfahrung von Schuld und Annahme. Kreative Methoden wie innerer Monolog, Standbildarbeit oder das Verfassen eines Dialogs zwischen Opfer, Täter und Gesellschaft fördern Empathie und Perspektivwechsel. Das Material eignet sich zudem hervorragend zur Förderung ethischer Urteilsbildung, da Lernende zwischen rechtlicher Gerechtigkeit, persönlicher Vergebung und religiöser Hoffnung unterscheiden lernen. Die intensive Reflexion über das Böse kann dazu beitragen, die Bedeutung von Verantwortung, Gewissen und Menschlichkeit im eigenen Leben bewusster wahrzunehmen.


In einem einführenden Text wird der Sachverhalt vorgestellt. Es folgt ein Interview mit einer Philosophin zur Klärung der Reichweite göttlicher Vergebung. Die Texte werden über die ersten zwei Fragen ausgewertet.

In einem weiteren Schritt wird in einer Webrecherche Material zum Buch „Gesetzeskraft. Vom ‚mystischen Grund‘ der Autorität gesammelt und zu einem Steckbrief verdichtet. Der nächste Schritt thematisiert das "Wegrationalisieren" von Schuld als Rechtfertigungsmethode.

Ein biblischer Bezug wird über Petrus Verrat und Leugnung in Lk 22, 54-62 hergestellt. Jesus hatte Petrus Versagen vorweggenommen und ihm gesagt, Petrus würde Jesus drei Mal verraten, bevor der Hahn kräht. Petrus erkennt dies und bricht zusammen.

Die Zusammenhänge zwischen Petrus Handeln und den Inhalten des Interviews werden hergestellt. Wenn sich der Täter weigert seine Schuld zuzugeben, so ist auch Vergebung nicht möglich.

Abschließend wird die mit Bezug auf die bisherigen Erkenntnisse die Frage nach dem Bösen gestellt. Der Fokus liegt hier auf der Weigerung die eigene offensichtliche bewiesene Schuld anzuerkennen und um Vergebung zu bitten.

Material:

1 Zeitgeschichtlicher Hintergrund

2 Interview mit Hanna-Barbara Gerl-Falkovitz

2.1 Da werden die Tore der Hölle von innen vernagelt

2.2 Die eigene Schuld wegrationalisieren SZ: Sprechen wir über Michelle Martins Taten. Sprechen wir über das Böse.


Hessen

Hessen

Sekundarstufe II | Q3 Ethik – die Frage nach Gut und Böse

Q3.2 Biblische Ethik – Spannung zwischen Gerechtigkeit und Barmherzigkeit.

Rheinland-Pfalz

Rheinland-Pfalz

Sekundarstufe II | 11/1 Was ist der Mensch?

11.1 / 1. Der Mensch als Geschöpf und „Schöpfer“.

11.1 / 6. Was ist der Mensch? - Biblischer Zugang.

Sekundarstufe II | 12/2 Gutes Handeln unter dem Anspruch des Christseins

12.2 / 1. Grundzüge christlicher Moral im Kontext philosophischer Ethik.

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