Was bedeutet Schöpfungstheologie für unser alltägliches Handeln? Thomas Hieke, Professor für Altes Testament an der Katholisch-Theologischen Fakultät der JGU Mainz, geht anhand von Gen 1,26–29 der Frage nach: Wird der Mensch seiner Verantwortung als Stellvertreter Gottes auf Erden gerecht?
Das Medium setzt sich mit Genesis 1,26–29 auseinander und interpretiert den biblischen Schöpfungsauftrag im Kontext heutiger ökologischer und gesellschaftlicher Herausforderungen. Ausgangspunkt ist die bekannte Bibelstelle, in der der Mensch als „Bild Gottes“ beschrieben wird und den Auftrag erhält, über die Erde zu herrschen. Der Vortrag hinterfragt kritisch traditionelle Deutungen, die diesen Text als Legitimation für Ausbeutung von Natur und Tieren verstehen könnten. Stattdessen wird herausgearbeitet, dass der Text ursprünglich als Ermutigung für Menschen in einer gefährlichen und unsicheren Welt gedacht war. Der Mensch soll als verantwortungsvoller Stellvertreter Gottes handeln und für Gerechtigkeit, Schutz der Schwachen sowie den Erhalt der Schöpfung sorgen. Das Medium verbindet biblische Anthropologie mit aktuellen Fragen nach Nachhaltigkeit, sozialer Gerechtigkeit, Menschenrechten und verantwortlichem Wirtschaften und deutet den Schöpfungstext als visionäre Hoffnung auf ein gutes Lebenshaus für alle Geschöpfe.