Im Laufe des 12. Jahrhunderts erstarkten die Katharer und am Ende des 12. Jahrhunderts bildete sich um Petrus Waldes eine Gruppierung, die man als Waldenser bezeichnet. Beide Gruppierungen verstanden sich zwar selbst als christlich, doch wurden sie von Seiten der Kirche nicht als mit dem christlichen Glauben konform angesehen. Sowohl den Katharern als auch den Waldensern gelang es, eine größere Masse an Anhägern hinter sich zu haben. Die Kirche wollte dieser Entwicklung entgegen treten, brauchte aber ein neues Mittel, um Erfolg zu haben. Dies führte zur sukzessiven Ausbildung der Inquisition.
In einer Videoreihe soll die Inquisition näher beleuchtet werden und dabei auch dargestellt werden, dass einiges, was man von der Inquisition zu wissen vermeint, ins Reich der Mythen und Legenden gehört.
Das Video bietet eine Einführung in die Geschichte und die theologischen Grundlagen der Inquisition im Mittelalter. Ausgangspunkt sind die religiösen Bewegungen der Katharer und der Waldenser, die von der Kirche als häretisch angesehen wurden. Das Medium erklärt zentrale Begriffe wie Häresie, Ketzer, Exkommunikation und Kirchenbann und zeigt, wie sich daraus die Entwicklung der Inquisition ergab. Besonders ausführlich werden biblische und theologische Rechtfertigungen für die Ketzerverfolgung dargestellt. Dabei werden verschiedene Deutungen des Gleichnisses vom Unkraut unter dem Weizen sowie die Positionen bedeutender Theologen wie Augustinus von Hippo, Johannes Chrysostomos und Thomas von Aquin erläutert. Das Video zeigt zugleich, dass die Frage nach Gewalt, Toleranz und Zwang innerhalb der Kirche selbst kontrovers diskutiert wurde.