Die Christologie ist die Lehre vom Christus bzw. seit Jesus die Lehre von Jesus als dem Christus. Gerade nach Tod und Auferstehung Jesu stellte sich die Frage, wer denn dieser Jesus von Nazareth gewesen war. Nur ein Mensch? Oder gar Gott? Oder sogar beides? Und wenn er beides war, wie sollte man sich das vorstellen?
Die ersten Jahrhunderte der Geschichte des Christentums sind von diesen Fragen geprägt und in dieser Videoreihe will ich die christologischen Entwicklungen der Alten Kirche, d. h. der Antike, nachzeichnen.
Das Video zu den Entwicklungen nach dem Konzil von Nicäa und zum Konzil von Konstantinopel behandelt die fortdauernden theologischen Auseinandersetzungen um die richtige Deutung der Göttlichkeit Jesu Christi. Im Mittelpunkt steht die Frage, wie die Beschlüsse von Nicäa verstanden werden sollten und warum trotz des nicänischen Glaubensbekenntnisses weiterhin heftige Konflikte innerhalb der Kirche bestanden. Das Medium erläutert anschaulich die Schwierigkeiten rund um den Begriff der Wesensgleichheit und zeigt, dass unterschiedliche Deutungen des Begriffs zu neuen Streitigkeiten führten. Besonders ausführlich werden die sogenannten Homoousianer und Homoiousianer vorgestellt, die entweder an der Wesensgleichheit oder an der Wesensähnlichkeit zwischen Vater und Sohn festhielten. Ebenso behandelt das Video die Bedeutung der kappadokischen Theologen, die wichtige begriffliche Unterscheidungen entwickelten und dadurch zur theologischen Vermittlung beitrugen. Das Medium verdeutlicht, wie sich langsam eine differenzierte Trinitätslehre herausbildete und wie das Konzil von Konstantinopel im Jahr 381 schließlich zur weiteren Klärung der christologischen und trinitätstheologischen Streitfragen beitrug. Dabei wird deutlich, dass die Entwicklung christlicher Glaubenslehren das Ergebnis langer theologischer Diskussionsprozesse war.