Didaktisch eignet sich das Video besonders zur Auseinandersetzung mit der Frage, wer Jesus nach dem Zeugnis der Evangelien ist. Lernende können erkennen, dass die Rede von der Göttlichkeit Jesu nicht erst eine spätere Entwicklung der Kirche sein muss, sondern bereits in den älteren Evangelien durch jüdische Sprachformen und biblische Bezüge sichtbar wird. Methodisch empfiehlt sich eine Arbeit mit ausgewählten Bibelstellen aus Markus, Matthäus, Lukas, Johannes, Exodus, Psalmen und Daniel. Lernende können die Szenen arbeitsteilig untersuchen und herausarbeiten, welche Handlungen Jesu im Alten Testament Gott zugeschrieben werden. Besonders sinnvoll ist ein Vergleich zwischen dem Johannesevangelium und den synoptischen Evangelien, um unterschiedliche Ausdrucksweisen desselben christologischen Anspruchs wahrzunehmen. Das Medium kann außerdem für eine Diskussion über Wunder, Symbolsprache, Gottesbilder und die Entstehung christlicher Glaubensaussagen genutzt werden. Wichtig ist eine sensible Moderation, damit Lernende zwischen historischer Analyse, Glaubensdeutung und persönlicher Positionierung unterscheiden können. Eine produktive Unterrichtsform wäre ein Stationenlernen zu den Taten Jesu, bei dem jede Gruppe eine Szene erschließt, den alttestamentlichen Hintergrund prüft und anschließend erklärt, welche Frage über Jesu Identität dadurch aufgeworfen wird. Vertiefend kann die Klasse diskutieren, warum Jesus seinen Anspruch nach Darstellung der Evangelien oft indirekt ausdrückt und welche Funktion das sogenannte messianische Geheimnis im Markusevangelium hat.