Für den Religionsunterricht eignet sich das Video besonders, um Lernenden den Unterschied zwischen moderner Geschichtsschreibung, antiker Biografie und theologischer Verkündigung zu erschließen. Es kann eingesetzt werden, wenn die Evangelien nicht nur als Glaubenstexte, sondern auch als historische Quellen untersucht werden sollen. Methodisch empfiehlt sich zunächst eine Vorwissensaktivierung zur Frage, was Lernende unter Biografie, Bericht, Legende und Evangelium verstehen. Danach kann das Video in Abschnitten erschlossen werden, wobei Lernende zentrale Merkmale antiker Biografien sammeln und mit den Evangelien vergleichen. Besonders produktiv ist eine Gruppenarbeit, in der einzelne Gruppen Matthäus, Markus, Lukas und Johannes auf biografische Merkmale, historische Absicht und theologische Deutung hin untersuchen. Der Prolog des Lukasevangeliums eignet sich als Textgrundlage für eine Quellenanalyse, weil dort Augenzeugen, sorgfältige Nachforschung und geordnete Darstellung ausdrücklich genannt werden. Im Anschluss kann eine Diskussion darüber geführt werden, ob historische Wahrheit und Glaubenszeugnis einander ausschließen oder sich ergänzen. Das Medium eröffnet zudem eine kritische Auseinandersetzung mit Positionen der liberalen Theologie, mit Rudolf Bultmann und mit naturalistischen Vorentscheidungen in der Bibelauslegung. Lernende können dabei üben, zwischen formkritischen Beobachtungen, historischen Argumenten und weltanschaulichen Voraussetzungen zu unterscheiden. Eine Vertiefung bietet sich durch den Vergleich mit antiken Biografien etwa von Plutarch, Sueton oder Josephus an. Für leistungsstärkere Lerngruppen kann außerdem die Frage nach der Datierung der Evangelien angeschlossen werden, da das Video am Ende darauf verweist, dass frühe Entstehungszeiten den historischen Anspruch der Texte stützen können. Insgesamt fördert das Medium historisches Denken, religiöse Ur