Didaktisch eignet sich das Video besonders für den Religionsunterricht in der Oberstufe, wenn die Entstehung der Evangelien, die historische Jesusforschung und die Frage nach der Glaubwürdigkeit biblischer Quellen behandelt werden. Lernende können an diesem Beispiel nachvollziehen, wie historische Argumentation funktioniert und wie man zwischen Hypothese, Beleg, Plausibilität und weltanschaulicher Vorentscheidung unterscheidet. Besonders gewinnbringend ist die Arbeit an der Frage, welche Bedeutung Autorenschaft für die Verlässlichkeit eines Textes hat. Methodisch bietet sich zunächst eine strukturierte Sicherung der Hauptthese an: Waren die Evangelien anonym oder wurden sie von Anfang an bestimmten Autoren zugeordnet? Anschließend können Lernende in Gruppen die im Medium genannten Argumente untersuchen, etwa die Handschriftenlage, die einheitliche Zuschreibung, den Vergleich mit dem Hebräerbrief, die Rolle von Markus und Lukas sowie die liturgische Verwendung der Evangelien. Eine Pro und Contra Diskussion kann helfen, die argumentative Stärke des Mediums zu prüfen und Gegenfragen zu formulieren. Ebenso eignet sich eine Quellenwerkstatt, in der Lernende zwischen kanonischen Evangelien, apokryphen Texten und anonymen Schriften unterscheiden. Für eine vertiefende Reflexion kann gefragt werden, ob ein Text nur dann glaubwürdig ist, wenn sein Autor sicher bekannt ist, oder ob auch andere Kriterien wie Nähe zum Geschehen, Traditionszusammenhang und frühe Verwendung eine Rolle spielen. Das Medium fördert historische Urteilskompetenz, bibelkundliches Grundwissen, kritisches Denken und die Fähigkeit, religiöse Überlieferungen differenziert zu bewerten. Es kann zudem helfen, pauschale Aussagen über angeblich gefälschte oder erfundene Evangelien im Unterricht sachlich zu prüfen.