Ist das Leben so ausweglos und absurd, wie viele Philosophen des Existenzialismus dies nahelegen? Eine überraschende Wendung im Leben kann uns gelegentlich aufzeigen, dass es der Coolness eines Waschbärs bedarf, um aus dem Gedankenkreisen herauszukommen. Diesmal nimmt Gert Scobel Kafkas „Kleine Fabel“ zum Anlass, um uns ein paar Ideen der Existenzphilosophie nahe zu bringen: »Ach«, sagte die Maus, »die Welt wird enger mit jedem Tag. Zuerst war sie so breit, dass ich Angst hatte, ich lief weiter und war glücklich, dass ich endlich rechts und links in der Ferne Mauern sah, aber diese langen Mauern eilen so schnell aufeinander zu, dass ich schon im letzten Zimmer bin und dort im Winkel steht die Falle, in die ich laufe.« – »Du musst nur die Laufrichtung ändern«, sagte die Katze und fraß sie.
Das Medium führt in die Existenzphilosophie ein und fragt, ob das Leben sinnlos ist oder ob menschliche Entscheidungen notwendig in Sackgassen führen. Ausgehend von Kafka, Kierkegaard, Sartre, Camus und weiteren Denkern deutet das Video existenzielle Erfahrungen wie Angst, Freiheit, Tod, Absurdität, Trauer und Sinnsuche. Die Geschichte von Kafkas Maus steht dabei für Enge, Ausweglosigkeit und Sinnlosigkeit; die Begegnung mit dem Waschbären wird zum Gegenbild: Das Leben bleibt offen für Überraschung, Wendung und neue Deutung.