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Katholische Akademie Rabanus Maurus

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Spiritueller Missbrauch in der katholischen Kirche - Dr. Doris Wagner

Veröffentlichung:5.11.2019

Wenn Leiden glorifiziert wird, können Menschen an Heilung gehindert werden und verbleiben in ihrem Leid. Die Frage, wo und wie spiritueller Missbrauch in der Kirche stattfindet, wird seit der Debatte um sexuellen Missbrauch in der katholi­schen Kirche heftig diskutiert. Es gibt spirituelle Ver­hal­tensweisen und theologische Sprach- und Denkmuster, die Menschen abhängig und verletzbar machen. Am Dienstag, 29. Oktober, 19 Uhr, sprachen wir mit der Theologin und früheren Ordensfrau Doris Wagner über spirituelle Irrwege und Gefahren­zonen.

Das Video ist ein Gespräch mit Doris Reisinger über spirituellen Missbrauch in der katholischen Kirche. Im Mittelpunkt steht die Frage, was Spiritualität bedeutet und wie sie zur Quelle von Orientierung, Sinn und Selbstbestimmung werden kann. Reisinger beschreibt Spiritualität als grundlegende Dimension menschlichen Lebens, die über Religion hinausgeht. Sie erklärt, dass spiritueller Missbrauch dort beginnt, wo Menschen in ihrer inneren Freiheit, ihrem Gewissen, ihrem Denken und Fühlen manipuliert oder übergangen werden. Besonders kritisch wird angesprochen, wie religiöse Ideale wie Gehorsam, Leiden, Verzicht oder Kreuzesnachfolge missbraucht werden können, wenn sie nicht der Freiheit und Würde des Menschen dienen.

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Für den Religionsunterricht eignet sich das Medium besonders zur Auseinandersetzung mit religiöser Selbstbestimmung, Gewissensbildung und Macht in religiösen Kontexten. Die Lernenden können anhand des Gesprächs erkennen, dass Religion nicht nur trösten und stärken, sondern auch missbraucht werden kann, wenn spirituelle Autorität zur Kontrolle von Menschen eingesetzt wird. Didaktisch bietet sich ein sensibler Zugang an, da das Thema belastend sein kann und möglicherweise persönliche Erfahrungen berührt. Deshalb sollte vorab ein geschützter Gesprächsrahmen geschaffen werden. Methodisch kann mit kurzen Hörabschnitten gearbeitet werden, etwa zu den Begriffen Spiritualität, spirituelle Selbstbestimmung, spirituelle Vernachlässigung und spiritueller Missbrauch. Die Lernenden können zentrale Aussagen sammeln und daraus Kriterien entwickeln, woran stärkende und gefährdende Formen von Spiritualität erkennbar sind. Ein Vergleich mit biblischen Motiven wie Freiheit, Menschenwürde, Gewissen, Nachfolge Jesu oder dem Umgang mit Leid ermöglicht eine theologische Vertiefung. Besonders wichtig ist die Unterscheidung zwischen freiwillig angenommener religiöser Praxis und erzwungenem oder manipulativ vermitteltem Verzicht. In höheren Jahrgangsstufen kann das Medium zudem mit kirchlicher Verantwortung, Prävention und Schutzkonzepten verbunden werden. Kreative Aufgaben sind ebenfalls möglich, etwa das Formulieren eines Schutzkodex für religiöse Gemeinschaften, eine Schreibaufgabe zum Thema Meine spirituellen Kraftquellen oder eine Diskussion über die Frage, wann religiöse Begleitung hilfreich und wann sie übergriffig wird. So fördert das Medium religiöse Urteilsfähigkeit, Sensibilität für Machtverhältnisse und ein Verständnis von Glauben, das Freiheit, Würde und Selbstbestimmung achtet.

Hessen

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Sekundarstufe II | E1 Religion und Mensch in einer pluralen Welt

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Sekundarstufe II | Q1 Jesus Christus – das menschgewordene Wort Gottes

Q1.4 Jesus nachfolgen.

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Sekundarstufe II | 12/1 Jesus Christus und die Kirche

12.1 / 2. Der Geist Jesu Christi als Lebensprinzip der Gemeinde.

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