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Resilienz

Ein Containerbegriff mit strategischer Bedeutung

Veröffentlichung:1.1.2023

Der Fachartikel umfasst etwa 4 Seiten. Der Autor erklärt den Begriff Resilienz als gesellschaftliche Fähigkeit, mit Krisen, Verwundbarkeit und Unsicherheit flexibel umzugehen. Der Artikel behandelt politische und gesellschaftliche Herausforderungen durch hybride Kriegsführung, Terrorismus und Cyberangriffe. Theologisch relevant sind Fragen nach Angst, Vertrauen, Sicherheit, menschlicher Verletzlichkeit, gesellschaftlicher Verantwortung sowie dem Umgang mit Bedrohung und Unsicherheit.

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Herfried Münkler beschreibt Resilienz als einen sogenannten Containerbegriff, der viele unterschiedliche Bedeutungen in sich vereint. Ursprünglich stammt der Begriff aus der Psychologie und bezeichnet die Fähigkeit von Menschen, Belastungen zu bewältigen. Später wurde der Begriff auf Gruppen und ganze Gesellschaften übertragen. Resilienz meint dabei nicht vollständige Unverwundbarkeit, sondern die Fähigkeit, mit Verwundbarkeit flexibel umzugehen und aus Krisen zu lernen.

Der Autor erklärt, dass Resilienz eine Alternative zu starren Sicherheitsstrategien darstellt. Gesellschaften versuchen häufig, sich durch immer stärkere Schutzmaßnahmen gegen Gefahren abzusichern. Münkler zeigt jedoch anhand historischer Beispiele wie der Ritterrüstung oder der Maginotlinie, dass übermäßige Absicherung neue Probleme schaffen kann. Zu viel Schutz macht unbeweglich und kann langfristig sogar gefährlicher werden. Resilienz bedeutet deshalb, Verwundbarkeit teilweise zuzulassen und gleichzeitig flexibel auf Bedrohungen reagieren zu können.

Münkler beschreibt Resilienz als eine Strategie, die sich an der Natur orientiert. Nicht absolute Sicherheit steht im Mittelpunkt, sondern die Fähigkeit, Krisen auszuhalten, Schäden zu verarbeiten und sich an neue Situationen anzupassen. Dies betrifft sowohl technische Bereiche wie kritische Infrastruktur als auch die psychische Stabilität der Bevölkerung.

Im weiteren Verlauf erklärt der Autor, dass sich moderne Bedrohungen verändert haben. Früher standen sich Staaten mit klar erkennbaren Gegnern gegenüber. Heute spielen Terrorismus, Cyberangriffe und hybride Kriegsführung eine immer größere Rolle. Angriffe erfolgen überraschend und richten sich nicht nur gegen militärische Ziele, sondern auch gegen die Gesellschaft selbst. Deshalb reicht klassische Verteidigung nicht mehr aus. Die gesamte Gesellschaft muss widerstandsfähig sein.

Besonders wichtig ist für Münkler die mentale Stärke der Bevölkerung. Gesellschaften sollen ruhig und besonnen auf Bedrohungen reagieren und sich nicht durch Angst, Desinformation oder Verschwörungserzählungen destabilisieren lassen. Der Krieg in der Ukraine zeigt laut Münkler, dass moderne Konflikte nicht nur militärisch geführt werden, sondern auch psychologisch und medial. Resilienz umfasst deshalb technische, politische und gesellschaftliche Fähigkeiten gleichermaßen.

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