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Plötzlich Kriegstüchtig

Veröffentlichung:1.1.2019

Der Fachartikel umfasst etwa neun Seiten. Der Artikel untersucht, wie sich der russische Angriffskrieg gegen die Ukraine auf die Einstellungen der deutschen Bevölkerung zu Pazifismus, Militär und Verteidigungspolitik ausgewirkt hat. Der Beitrag behandelt theologischen und ethische Fragen nach Gewaltanwendung, Pazifismus, Frieden, Wehrhaftigkeit, militärischer Verantwortung und legitimer Verteidigung. Besonders diskutiert wird die Frage, ob Deutschland seine pazifistische Grundhaltung verliert oder ob die Bevölkerung weiterhin überwiegend friedensorientiert bleibt.

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Der Artikel beschreibt zunächst die politischen Folgen des russischen Angriffskrieges gegen die Ukraine. Die deutsche Bundesregierung reagierte mit einer sicherheitspolitischen Zeitenwende. Die Bundeswehr soll wieder verteidigungsfähig und militärisch stärker werden. Gleichzeitig wird in Politik und Gesellschaft über Wehrhaftigkeit, Aufrüstung und die Wiedereinführung eines Wehrdienstes diskutiert. Diese Entwicklungen führten zu einer öffentlichen Debatte über den Pazifismus der Deutschen.

Der Autor erklärt anschließend den Begriff Pazifismus. Pazifismus bedeutet die grundsätzliche Ablehnung militärischer Gewalt und die Bevorzugung gewaltfreier Konfliktlösungen. Der Artikel untersucht Pazifismus nicht philosophisch, sondern empirisch anhand von Bevölkerungsumfragen. Dabei werden fünf Bereiche betrachtet: Einstellungen zu ziviler und militärischer Außenpolitik, zur Anwendung militärischer Gewalt, zur Bundeswehr, zur Aufrüstung und zur persönlichen Bereitschaft zum Militärdienst.

Ein zentraler Teil des Artikels beschäftigt sich mit den außen und sicherheitspolitischen Grundhaltungen der deutschen Bevölkerung. Die Mehrheit der Deutschen bevorzugt zwar zivile Mittel zur Konfliktlösung, lehnt militärische Mittel jedoch nicht grundsätzlich ab. Deshalb bezeichnet der Autor die Mehrheit der Bevölkerung nicht als Pazifisten, sondern als Realisten. Realisten befürworten vor allem friedliche Mittel, akzeptieren aber militärische Gewalt als letztes Mittel zur Verteidigung oder Friedenssicherung.

Der Artikel untersucht außerdem die Einstellungen zur Gewaltanwendung durch die Bundeswehr. Die Mehrheit der Befragten akzeptiert den Einsatz militärischer Gewalt unter bestimmten Bedingungen, etwa zur Landesverteidigung, zur Unterstützung von Verbündeten oder zur Verhinderung schwerer Verbrechen. Entscheidend ist dabei, dass Gewalt nur als äußerstes Mittel eingesetzt wird. Eine grundsätzliche Ablehnung militärischer Gewalt findet sich nur bei einer kleinen Minderheit.

Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der Einstellung zur Bundeswehr selbst. Die Bundeswehr genießt laut den vorgestellten Umfragen großes Vertrauen in der Bevölkerung. Die Mehrheit der Deutschen sieht die Streitkräfte positiv und unterstützt ihre Aufgaben. Die These, Deutschland sei grundsätzlich antimilitaristisch geprägt, wird dadurch infrage gestellt.

Der Artikel beschreibt außerdem die hohe Zustimmung zu höheren Verteidigungsausgaben. Bereits seit der russischen Annexion der Krim im Jahr 2014 stieg die Bereitschaft, mehr Geld in Verteidigung zu investieren. Seit dem Ukrainekrieg hat sich diese Entwicklung verstärkt. Auch die Wiedereinführung eines Wehrdienstes findet bei vielen Menschen Zustimmung.

Anschließend untersucht der Autor die persönliche Verteidigungsbereitschaft der Bevölkerung. Besonders viele Männer erklären sich bereit, Deutschland im Verteidigungsfall mit der Waffe zu verteidigen. Dennoch bleibt die Mehrheit der Bevölkerung skeptisch gegenüber persönlichem militärischem Engagement. Dadurch zeigt sich erneut eine Mischung aus Friedensorientierung und realistischer Sicherheitswahrnehmung.

Zum Schluss kommt der Artikel zu dem Ergebnis, dass die deutsche Bevölkerung nicht plötzlich kriegstüchtig oder militaristisch geworden ist. Die meisten Menschen bevorzugen weiterhin friedliche Lösungen, akzeptieren jedoch militärische Mittel in bestimmten Situationen. Die verbreitete Vorstellung einer vollständig pazifistischen deutschen Gesellschaft wird deshalb kritisch hinterfragt. Statt eines radikalen Kulturwandels zeigt sich vor allem ein pragmatischer Umgang mit neuen sicherheitspolitischen Bedrohungen.

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Sekundarstufe II | 12/2 Gutes Handeln unter dem Anspruch des Christseins

12.2 / 3. Gesellschaftlich-politische Verantwortung aus christlicher Motivation.

12.2 / 6. Ethische Fragen angesichts von Grenzsituationen.

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