Der Artikel von Mirjam Zimmermann behandelt Unterrichtsstörungen als eines der Hauptprobleme im Religionsunterricht. Empirische Befunde zeigen, dass Schülerinnen und Schüler im Religionsunterricht häufiger stören als in anderen Fächern, da dieser auf Kooperation angewiesen ist und Disziplinierungsmittel wie Notendruck oder komplexe Inhalte weniger wirksam sind. Der Autor systematisiert Störungen nach verschiedenen Kategorien und identifiziert vier Ziele störenden Verhaltens (Aufmerksamkeit, Macht, Rache, Vermeidung), die nach Dreikurs untersucht werden müssen. Eine zentrale Erkenntnis ist, dass adäquate Reaktionen auf Störungen stark von individuellen Faktoren wie der Persönlichkeit des Lehrers und der spezifischen Konstellation abhängen, sodass allgemeingültige "Rezepte" nicht möglich sind. Präventionsmaßnahmen wie Aufbau von positiven Beziehungen, klare Klassenregeln und abwechslungsreiche Unterrichtsgestaltung werden als wirksam hervorgehoben. Bei Interventionen wird empfohlen, auf der niedrigsten Eskalationsstufe zu beginnen und von nonverbalen über verbale bis zu Handlungsaktionen zu differenzieren. Das Trainingsraummodell wird als schulweites Konzept vorgestellt, das störende Schüler zur Eigenverantwortung anleitet, statt sie zu bestrafen, und dabei auch Elterngespräche einbezieht.