Hartmut Lenhard thematisiert in seinem Artikel zur Unterrichtsplanung die Spannung zwischen theoretischem Ideal und schulischer Realität. Während eine gründliche Unterrichtsplanung eine hohe Korrelation zu gelingendem Unterricht aufweist, verfügen erfahrene Lehrpersonen aufgrund von Zeitdruck und administrativen Anforderungen oft nur über begrenzte Planungskapazitäten und nutzen stattdessen Routinen und Überlebensstrategien. Der Autor argumentiert, dass ausgearbeitete Planungsanleitungen als idealtypische Muster verstanden werden sollten, die Aufmerksamkeit auf zentrale Aspekte lenken, ohne als unrealistische "Feiertagsdidaktik" zu gelten. Für den Religionsunterricht gelten dieselben didaktischen Grundlagen wie für anderen Unterricht auch. Der Artikel lehnt die Dichotomisierung von Unterrichtsansätzen ab und plädiert stattdessen für einen eklektischen "Mischwald-Ansatz", da keine empirische Überlegenheit eines bestimmten Konzepts nachweisbar ist. Es werden sieben wesentliche Gesichtspunkte herausgestellt: Unterrichtsplanung als fragile Konstruktion, als interdependentes Entscheidungssystem, als präzise begründete und variable Prozess, mit Beteiligung der Schülerinnen und Schüler, orientiert an Kriterien guten Unterrichts, der Kontrollierbarkeit verpflichtet, sowie unter Berücksichtigung der Lehrperson als Person. Abschließend werden essenzielle Strukturaspekte des Unterrichts durch Leitfragen systematisiert, die als Orientierungshilfen für die praktische Planungsarbeit dienen.