Jan Woppowa analysiert in diesem Lexikonartikel die Rolle von Unterrichtsmethoden in der religionspädagogischen Praxis. Er identifiziert zunächst eine Gefahr der gegenwärtigen Unterrichtspraxis: Während Methoden und Medien zunehmend elaboriert eingesetzt werden, treten didaktische Grundfragen (Inhalte, Ziele, Lerngruppe) in den Hintergrund, was zu kognitiver Unterforderung führen kann. Der Autor betont, dass Methoden nicht Selbstzweck sind, sondern als Wege zur Erreichung bestimmter Ziele fungieren sollten. Er übernimmt Meyers dreiteilige Differenzierung methodischen Handelns: die Mikromethodik (Inszenierungstechniken), Mesomethodik (Sozialformen und Handlungsmuster) und Makromethodik (Großformen des Unterrichts). Der historische Überblick zeigt, wie die Religionsdidaktik sich vom neuscholastischen Katechismusunterricht über materialkerygmatische Konzeptionen und hermeneutische Ansätze bis zu modernen, schülerorientierten Methoden entwickelte. Ein zentrales Anliegen ist die kritische Reflexion, um der Technokratisierung von Unterricht entgegenzuwirken. Methodenfragen müssen an Qualitätsmaßstäben guter Unterrichtsgestaltung gemessen werden, insbesondere hinsichtlich kognitiver Aktivierung und effektiver Lernzeit. Der Artikel verdeutlicht, dass eine produktive Religionsdidaktik Methodenfragen eng mit inhaltlichen und zielbezogenen Überlegungen verbinden muss.