Der Artikel behandelt Standbilder als bildliche Darstellungen von Situationen, Personen und Begriffen, die ursprünglich aus der Theaterpädagogik stammen und mittlerweile in Schulen und Bildungseinrichtungen verbreitet sind. Ingo Scheller wird als Hauptpropagandist der Methode zitiert, der deren Kerngehalt als Visualisierung von komplexen Inhalten und die Kombination von Konstruktion und Dekonstruktion beschreibt. Der Artikel differenziert zwischen Standbildern, die narrative Settings darstellen, und Statuen, die abstrakte Themen umsetzen, vermerkt aber, dass diese Unterscheidung in der Praxis aufgelöst wurde. Standbilder sind in Kernlehrplänen der Evangelischen Religionslehre in Nordrhein-Westfalen verankert und dienen der Erschließung biblischer Texte sowie der Leistungsüberprüfung. Der didaktische Gewinn liegt in der Förderung von Wahrnehmungs-, Darstellungs-, Gestaltungs- und Dialogkompetenz auf mehreren Ebenen. Die Methode erfordert intensive Vorarbeit zur Erfassung von Handlungsfiguren, Figurenkonstellationen und Problemzusammenhängen sowie anschließende Interpretation durch Betrachter. Durch die multiperspektivische Wahrnehmung werden persönliche Erlebnisse aktualisiert, in Frage gestellt und zu neuen Erfahrungen verdichtet. Das Körpergedächtnis und die Sinnesorientierung der Methode ermöglichen nachhaltiges Lernen und die Integration von inneren und äußeren Haltungen. Standbilder eignen sich zur Umsetzung vieler Kompetenzen der EKD und tragen zur Reflexion subjektiver Perspektiven bei, besonders wenn dekonstruktivistische Zugänge angewendet werden.