Das Morgenländische Schisma bezeichnet den Verlust der Kirchen- und Sakramentengemeinschaft zwischen Rom und Konstantinopel, der traditionell auf das Jahr 1054 datiert wird. In jüngerer akademischer Forschung wird jedoch eine prozessuale Sicht bevorzugt, die verschiedene Phasen des Auseinanderdriftens zwischen der lateinisch-westlichen und griechisch-östlichen Kirche berücksichtigt. Der biblische und theologische Begriff des Schismas bedeutet eine Spaltung in der Kirchengemeinschaft, während der Glaube selbst erhalten bleibt. Der Artikel erörtert verschiedene Datierungsvorschläge, darunter das Jahr 1009, als der Papst aus den Diptychen Konstantinopels gestrichen worden sein könnte, möglicherweise aufgrund des Filioque-Streits. Im Kontext von religiöser Pluralität und Migration im deutschsprachigen Raum gewinnt diese historische Thematik für den Religionsunterricht an Bedeutung. Die Aufhebung der gegenseitigen Bannsprüche durch Paul VI. und Patriarch Athenagoras I. im Jahr 1965 markiert den Beginn eines ökumenischen Umdenken. Der Artikel betont, dass das Verständnis dieser Kirchentrennung Schülern hilft, die eigene Tradition zu reflektieren und ökumenische Perspektiven zu entwickeln.