Der Bertelsmann Religionsmonitor ist eine von der Bertelsmann Stiftung seit 2008 durchgeführte Forschungsinitiative zur empirischen Untersuchung von Religiosität und Spiritualität mittels standardisierter Bevölkerungsumfragen in mehreren Ländern. Als spezialisierte Ressource für quantitativ-empirische Religionsforschung unterscheidet sich der Monitor von anderen Surveys wie dem Allbus oder der European Values Survey dadurch, dass Religion sein Hauptthema ist, nicht eines unter vielen. Die Befragungswellen finden in vierjährlichen Abständen statt (2008, 2013, 2017, mit einer geplanten Welle 2020/2021) und erfassen jeweils etwa 1000 Personen pro Land mit repräsentativen Stichproben. Der Fokus hat sich inhaltlich entwickelt: War 2008 die Messung von Religiosität zentral, verschob sich der Schwerpunkt 2013 auf das Verhältnis zwischen Religion und Gesellschaft und 2017 auf die Beziehungen zwischen Religion, Staat und Gesellschaft sowie religiöse Pluralisierung. Eine Besonderheit des Religionsmonitors ist seine intensive Beschäftigung mit Muslimen in Deutschland und Europa durch eigene Stichproben und Überquotierungen, was es ermöglicht, ihre Religiosität differenziert zu untersuchen. Das Projekt verfolgt zwei Zielrichtungen: die Förderung wissenschaftlicher Forschung sowie die Förderung gesellschaftlichen Verständnisses religiöser Vielfalt und des interreligiösen Zusammenlebens. Die Fragebögel werden in Zusammenarbeit zwischen der Stiftung und renommierten Wissenschaftlern entwickelt und variieren je nach Themenschwerpunkt der Welle. Inhaltlich reagiert der Monitor auf gesellschaftliche Entwicklungen wie die Fluchtbewegungen 2015 und berücksichtigt Fragen zu sozialen Distanzen, Bedrohungswahrnehmungen zwischen Religionsgruppen sowie zu Werten und gesellschaftlichem Zusammenhalt.